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Quartalsbericht

iPhone Inc. – Wird Apple zur Smartphone-Company? – ein Kommentar

Apple hat am vergangenen Dienstag seinen Quartalsbericht zum vierten Quartal 2015 veröffentlicht. Die Zahlen sind eindeutig: Der Umsatz ist gestiegen und der Gewinn auch. Zu verdanken hat Apple dies in erster Linie den Verkaufszahlen des iPhones: Ein Großteil von Apples Gewinn stammt aus den rekordverdächtigen Absatzzahlen von Apples Smartphone. Werden also die anderen Sparten bedeutungslos für ein Unternehmen, dass immer mehr zu einer Smartphone-Company wird?

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Die kurze oberflächliche Antwort lautet „Ja, Apple wird zur Smartphone-Company“. Die lange Antwort ist selbstverständlich etwas komplexer und erfordert ein wenig mehr Analyse. Denn schließlich handelt es sich bei Apple um das wertvollste Unternehmen der Welt, das eben nicht nur jedes Jahr ein neues iPhone veröffentlicht.

Aus den nun veröffentlichten Quartalszahlen Apples geht hervor, dass Apple im vergangenen Quartal rund 48 Millionen iPhones verkauft hatte – mehr als jemals zuvor in einem vierten Quartal. Im Weihnachts-Quartal 2014 waren es sogar rund 74 Millionen iPhones und damit ungefähr genauso viele Smartphones wie der Marktführer Samsung im gleichen Zeitraum verkaufen konnte. Für das nächste Quartal erwartet Apple weitere Rekordeinnahmen und wohl auch einen neuen Rekord bei den Absatzzahlen des iPhones.

Vor einiger Zeit wurde zudem bekannt, dass das iPhone rund 90 Prozent der Gewinne erzielt, die mit Smartphones derzeit weltweit eingenommen werden. Kein Wunder also, dass die meisten anderen Smartphone-Hersteller Probleme haben. Und kein Wunder, dass Apple teilweise als reines Smartphone-Unternehmen wahrgenommen wird. Bisher gibt es kein Anzeichen, dass sich dies in naher Zukunft ändern könnte oder dass das Wachstum der iPhone-Absatzzahlen einbrechen könnte.

Die riesige Produktpalette Apples

Apple deckt mit seinen Produkten und seiner Software jedoch auch mehr oder weniger den gesamten Markt der Konsumer-Elektronik ab. Man könnte sagen, dass Apples Produktpalette sowohl die von Microsoft als auch die von HTC, Amazon, Lenovo und einen Teil der Produkte von Google umfasst. Lediglich Samsung besitzt möglicherweise eine größere Vielfalt an Produkten, wenn man die ganze Haushaltselektronik von Samsung hinzurechnet.

Apple stellt wie Microsoft und Google Betriebssysteme her. Apple stellt wie HTC und mittlerweile auch Microsoft Smartphones her. Apple stellt wie Lenovo und mittlerweile auch Microsoft Tablets, Notebooks und Desktop-Rechner her. Apple verkauft wie Google und Amazon Inhalte wie Musik, Bücher und Videos. Lediglich Fernsehgeräte hat das Unternehmen aus Cupertino nicht im Angebot – dafür aber eine Set-Top-Box namens Apple TV, die wohl langfristig auch zu einer ernstzunehmenden Spielekonsole werden dürfte.

Apple, Microsoft und dann lange nichts?

Diese Auflistung deutet es bereits an: Lediglich Microsoft deckt einen ähnlichen Bereich ab wie Apple, wenn auch erst seit kurzem. Apple als reines Smartphone-Unternehmen zu betrachten, macht deshalb wenig Sinn.

Trotzdem ist der Punkt nicht ganz aus der Welt zu räumen. Denn obwohl Apple im vergangenen Quartal rund 5,7 Millionen Macs verkaufen konnte und damit einer der größten Computer-Hersteller der Welt ist, macht das Unternehmen den Großteil seines Gewinns mit den iPhones. Denn auch Einnahmen aus Apple Music und iTunes werden zu einem Großteil über das iPhone erzielt. Damit ist das Unternehmen zumindest zu einem Teil abhängig vom Erfolg des iPhones.

Geht das iPad den Weg des iPods?

Ein anderes Standbein, dass sich Apple in den letzten Jahren aufgebaut hatte, scheint dagegen derzeit wegzubrechen: Die Verkaufszahlen des iPads gehen immer weiter zurück. Im vergangenen Quartal sind sie erstmals seit Jahren unter 10 Millionen gefallen. Außerdem rechnet Apple beim iPad Pro wohl nur mit einer niedrigen Absatzzahl im aktuell laufenden Quartal. Medienberichten zufolge hat Apple für den Reste des Jahres 2015 nur 2,5 Millionen iPad Pro in Auftrag gegeben.

Die lange Antwort auf die Frage, ob Apple ein reines Smartphone-Unternehmen ist, lautet deshalb „Nein, schließlich deckt das Unternehmen eine gigantische Produktpalette ab, aber trotzdem hat sich Apple aus finanzieller Sicht vom Erfolg des iPhones abhängig gemacht und sollte demnächst dafür sorgen, dass ein Großteil des Gewinns auch durch andere Geräte erzielt wird“.

Man muss Apple zugute halten, dass das Unternehmen dies erkannt hat und wahrscheinlich auch schon immer gewusst hat. Apple hat dieses Jahr beispielsweise mit der Apple Watch ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Apple Music und Apple Pay sind zwar vom iPhone abhängig, werden jedoch zusätzliche Einnahmen generieren. Das iPad schwächelt zwar, die Mac-Sparte hat jedoch stabile Absatzzahlen. Apple TV wird weiter ausgebaut und hat eine vielversprechende Zukunft vor sich.

Kommentar

Außerdem gibt es dann noch den Hauptgrund, warum Apple das derzeit wertvollste Unternehmen der Welt ist: Kaum ein anderes Unternehmen versteht es so gut Innovationen einzuführen und direkt zu monetarisieren. Auch diese Fähigkeit wird in den Aktienkurs mit eingepreist und darf als Argument dafür gewertet werden, dass die interne Dominanz des iPhones nicht von ewiger Dauer sein wird.

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