Apple hat seine Support-Hinweise für gestohlene iPhones und iPads überarbeitet. Der bemerkenswerte Punkt daran: Es geht nicht um allgemeine Sicherheitstipps Dritter, sondern um konkrete Empfehlungen von Apple selbst. Das Unternehmen erklärt nun ausführlicher, welche Schritte Betroffene unmittelbar nach einem Diebstahl gehen sollten – und welche sie besser vermeiden.
- Apple hat seine Hinweise für gestohlene iPhones aktualisiert.
- Betroffene sollen das Gerät schnell als verloren markieren.
- Bei Diebstahl sollten keine Kontaktdaten auf dem Sperrbildschirm erscheinen.
- Das Gerät sollte nicht aus „Wo ist?“ entfernt werden.
- Apple warnt ausdrücklich vor falschen Support-Kontakten und Phishing.
Im Mittelpunkt steht weiterhin „Als verloren markieren“ über iCloud.com/find oder die „Wo ist?“-Funktion. Apple empfiehlt, ein gestohlenes Gerät so schnell wie möglich in den Verloren-Modus zu versetzen. Dadurch wird das Gerät mit dem Gerätecode gesperrt, damit Diebe nicht ohne Weiteres auf Inhalte zugreifen oder Änderungen am Apple Account vornehmen können.
Der Verloren-Modus sperrt ein iPhone oder iPad aus der Ferne und kann verhindern, dass Unbefugte leichter auf Daten oder Kontoeinstellungen zugreifen. Aktiviert wird er über „Wo ist?“ oder iCloud.com/find.
Neu beziehungsweise deutlich hervorgehoben ist Apples Warnung, bei einem gestohlenen Gerät keine Kontaktdaten auf dem Sperrbildschirm zu hinterlegen. Diese Funktion kann sinnvoll sein, wenn ein iPhone lediglich verloren wurde und eine ehrliche Finderin oder ein ehrlicher Finder Kontakt aufnehmen soll. Bei einem Diebstahl sieht Apple darin jedoch ein Risiko: Kriminelle könnten die Telefonnummer oder eine Nachricht nutzen, um Betroffene später gezielt zu täuschen.
Apple warnt vor falschen Kontakten
Apple schreibt in dem Support-Dokument außerdem ausdrücklich, dass das Unternehmen Betroffene niemals kontaktieren werde, um mitzuteilen, dass ein iPhone oder iPad gefunden worden sei. Nutzerinnen und Nutzer sollen weder Gerätecode noch Passwörter, Bestätigungscodes oder andere Kontoinformationen weitergeben.
Damit zielt Apple auf sogenannte Social-Engineering-Angriffe. Dabei versuchen Betrüger nicht primär, technische Schutzmechanismen zu knacken, sondern Menschen zu manipulieren – etwa durch gefälschte Support-Anrufe, Phishing-Nachrichten oder angebliche Hinweise eines Mobilfunkanbieters. Gerade nach einem Diebstahl ist die Wahrscheinlichkeit höher, auf solche Nachrichten zu reagieren, weil Betroffene ihr Gerät schnell zurückbekommen möchten.
„Wo ist?“ nicht vorschnell entfernen
Ein weiterer zentraler Hinweis: Das gestohlene Gerät soll nicht aus „Wo ist?“ entfernt werden. Apple begründet das mit der Aktivierungssperre. Wird ein Gerät aus der „Wo ist?“-Liste gelöscht, kann das die Aktivierungssperre entfernen und es Dieben erleichtern, das iPhone zu löschen und weiterzuverkaufen.
Das gilt laut Apple auch dann, wenn das Gerät aus der Ferne gelöscht wurde. Wer sein iPhone nicht wiederbekommt, kann es über „Wo ist?“ oder iCloud.com/find aus der Ferne löschen. Apple weist aber darauf hin, dass dieser Schritt nicht rückgängig gemacht werden kann. Bei Geräten mit iOS 15 oder neuer kann die Ortung nach dem Löschen unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich sein.
Keine eigene Verfolgung des Geräts
Zeigt „Wo ist?“ den Standort eines gestohlenen iPhones an, rät Apple davon ab, das Gerät selbst zurückzuholen. Betroffene sollen sich stattdessen an die örtlichen Strafverfolgungsbehörden wenden. Für eine Anzeige kann die Seriennummer des Geräts hilfreich sein.
Zusätzlich empfiehlt Apple, den Mobilfunkanbieter über den Diebstahl zu informieren. Der Anbieter kann den Anschluss sperren und gegebenenfalls Hinweise zu einem Versicherungs- oder Ersatzanspruch geben. Wer AppleCare+ mit Diebstahl und Verlust abgeschlossen hat, kann außerdem einen Ersatzanspruch bei Apple einreichen. Apple weist jedoch darauf hin, dass diese Option nicht in allen Ländern und Regionen verfügbar ist.
Diebstahlschutz ersetzt nicht den Verloren-Modus
Apple erwähnt auch den „Schutz für gestohlene Geräte“. Diese Funktion erschwert besonders sensible Aktionen, weil sie Face ID oder Touch ID verlangt und bei bestimmten Änderungen eine Sicherheitsverzögerung auslösen kann. Laut Apple sollten Betroffene sich darauf aber nicht allein verlassen. Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen gelten nur für einen begrenzten Zeitraum beziehungsweise greifen abhängig von der Situation.
Deshalb bleibt Apples wichtigste Empfehlung: Das Gerät möglichst schnell als verloren markieren. Ist „Wo ist?“ vor dem Diebstahl nicht aktiviert gewesen, kann das Gerät nachträglich nicht über iCloud.com/find geortet oder in den Verloren-Modus versetzt werden. In diesem Fall empfiehlt Apple, umgehend das Passwort des Apple Accounts zu ändern und die Kontoinformationen zu prüfen.








