Apple testet offenbar Speicherchips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT. Nach Informationen des Wall Street Journal laufen (via) entsprechende Prüfungen in mehreren Produktreihen, darunter iPhones und MacBooks.
- Apple soll Speicherchips von CXMT in iPhones und MacBooks testen.
- Ein Einsatz könnte zunächst für Geräte auf dem chinesischen Markt infrage kommen.
- US-Beschränkungen erschweren eine engere technische Zusammenarbeit mit CXMT.
- Mehrere US-Senatoren fordern Apple auf, auf Speicherchips chinesischer Hersteller zu verzichten.
- Ob CXMT tatsächlich Apple-Lieferant wird, ist bislang offen.
Dem Bericht zufolge hat Apple zudem erste Gespräche mit CXMT über eine mögliche Belieferung geführt. Die Komponenten sollen demnach zunächst für Geräte infrage kommen, die Apple in China verkauft. Das Unternehmen hoffe zugleich auf Zustimmung aus dem Weißen Haus, bevor die Zusammenarbeit weiter vertieft wird.
Apple prüft DRAM von CXMT
Die Financial Times hatte bereits im Juli berichtet, dass Apple DRAM von CXMT qualifiziert. Der aktuelle Bericht des Wall Street Journal nennt nun mit iPhones und MacBooks konkrete Produktkategorien, in denen die Speicherchips getestet werden sollen.
DRAM steht für „Dynamic Random Access Memory“ und dient in Computern und Smartphones als schneller Arbeitsspeicher. Die Daten bleiben dort nur erhalten, solange der Speicher mit Strom versorgt wird. Apple nutzt DRAM unter anderem in iPhones und Macs.
Ob aus den Tests tatsächlich ein Liefervertrag entsteht, ist offen. Ein wesentlicher Faktor sind die US-Beschränkungen für den Umgang mit CXMT. Amerikanische Unternehmen dürfen dem chinesischen Hersteller bestimmte Technologien und technische Informationen nicht zugänglich machen.
Das könnte die Zusammenarbeit mit Apple erschweren. Der Konzern verwendet in seinen Geräten Speicherlösungen, die auf die jeweilige Hardware abgestimmt sind. Laut dem Bericht könnte Apple handelsübliche CXMT-Komponenten zwar kaufen und über Preise verhandeln, dürfte aber nicht ohne Weiteres speziell auf die eigenen Anforderungen zugeschnittene Chips entwickeln lassen.
Politischer Widerstand in den USA
Zusätzlich wächst der politische Druck auf Apple. Eine überparteiliche Gruppe von US-Senatoren um Chuck Schumer hat den Konzern Ende Juli aufgefordert, auf Speicherchips von CXMT und Yangtze Memory Technologies zu verzichten.
Die Senatoren verlangen eine entsprechende Zusage für Apple-Produkte weltweit. Apple soll die Fragen der Politiker bis zum 21. August beantworten.
Auch wirtschaftlich ist CXMT derzeit nicht zwangsläufig die attraktivere Alternative. Nach dem Bericht soll die Produktionskapazität des Herstellers für dieses Jahr weitgehend ausgelastet sein. Zudem lägen die Preise teilweise auf dem Niveau etablierter Anbieter wie Micron, SK Hynix und Samsung oder sogar darüber.
Für Apple wäre ein weiterer Speicherlieferant grundsätzlich eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren. Ob CXMT dafür tatsächlich infrage kommt, hängt allerdings nicht nur von technischen Tests und Kapazitäten ab, sondern auch von den politischen Rahmenbedingungen in den USA.









