Apple hat mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone vorgestellt – und kurz nach der Präsentation liegen die ersten Einschätzungen internationaler Tech-Publikationen vor. Ein vollständiges Urteil über Alltagstauglichkeit, Akkulaufzeit oder Haltbarkeit erlauben die kurzen Hands-ons noch nicht. Beim ersten Eindruck zeichnen sich aber bereits einige gemeinsame Themen ab.
- The Verge lobt das geschmeidige Scharnier und den kaum ertastbaren Display-Falz
- Das breite 7,6-Zoll-Innendisplay kommt bei mehreren Publikationen gut an
- iOS 27 passt Bedienung und Multitasking an verschiedene Faltpositionen an
- Tech Advisor kritisiert den nicht integrierten Apple Pencil
- Das iPhone Duo startet in den USA bei 1.999 US-Dollar
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt das 7,6 Zoll große Innendisplay. Apple setzt dabei auf ein vergleichsweise breites Format, während außen ein 5,4 Zoll großes Display sitzt. Das geschlossene Gerät erinnert dadurch eher an einen Reisepass als an ein langgezogenes klassisches Smartphone.
Bei einem Foldable lässt sich das flexible Hauptdisplay zusammen mit dem Gehäuse falten. Technisch besonders anspruchsvoll sind dabei das Scharnier und die Faltstelle des Displays. Genau dort kann je nach Konstruktion ein sicht- oder fühlbarer Falz entstehen.
The Verge: Falz kaum zu ertasten
Einen der bislang aussagekräftigsten Ersteindrücke liefert The Verge. Die Redaktion konnte das iPhone Duo nach der Vorstellung selbst ausprobieren und hebt vor allem das Innendisplay und den Faltmechanismus hervor.
Das matte Finish des Displays habe Reflexionen im hell beleuchteten Hands-on-Bereich gut reduziert. Noch auffälliger sei allerdings die Faltstelle gewesen – beziehungsweise deren geringe Wahrnehmbarkeit. The Verge schreibt, dass sich der Falz mit dem Finger nahezu nicht finden lasse. Auch der Faltmechanismus selbst wird als geschmeidig beschrieben.
Positiv fällt außerdem Apples Entscheidung für das ungewöhnlich breite Seitenverhältnis auf. Laut The Verge eignet sich der 7,6 Zoll große Bildschirm dadurch sowohl für Videos im Querformat als auch für längere Texte und Multitasking im Hochformat.
Genau hier könnte eine der wichtigsten Eigenschaften des iPhone Duo liegen. Apple versucht offenbar nicht, lediglich ein normales iPhone mit größerem Display anzubieten, sondern passt auch die Bedienung an den zusätzlichen Platz und verschiedene Faltpositionen an.
TechCrunch sieht Vorteile beim breiten Format
Auch TechCrunch hebt die Proportionen des iPhone Duo hervor. Während frühere Foldables im geschlossenen Zustand teilweise sehr schmal und lang ausgefallen seien, setze Apple auf eine breitere Bauweise. Das könne insbesondere beim Ansehen von Videos auf dem aufgeklappten Display Vorteile bringen.
Die Redaktion verweist zudem auf die Anpassungen von iOS 27. Apps können nebeneinander verwendet und miteinander gekoppelt werden. Videos lassen sich bei vertikaler Nutzung im oberen Bereich anzeigen, während darunter eine zweite Anwendung geöffnet bleibt.
Das Smartphone kann außerdem teilweise gefaltet auf einem Tisch stehen. Apple nutzt diese Position unter anderem für Medienwiedergabe und andere speziell angepasste Ansichten. Damit greift das Unternehmen Funktionen auf, die Nutzer von Foldables anderer Hersteller bereits kennen, integriert sie allerdings erstmals in iOS.
Tom’s Guide sieht sofort einen ernsthaften Konkurrenten
Tom’s Guide bezeichnet das Passformat des iPhone Duo schon nach der Vorstellung als einen Faktor, der das Gerät unmittelbar zu einem Kandidaten unter den besten faltbaren Smartphones mache.
Auch dort spielt die Software eine wichtige Rolle. Apple verändert beispielsweise die Anordnung des Docks und weiterer Bedienelemente, abhängig davon, welches Display verwendet wird. Beide Bildschirme besitzen dasselbe Seitenverhältnis, wodurch Inhalte beim Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay möglichst nahtlos skaliert werden sollen.
Die ersten Eindrücke zeigen damit eine Besonderheit von Apples Ansatz: Das Unternehmen versucht weniger, möglichst viel Technik in ein Foldable zu packen, sondern legt einen auffälligen Schwerpunkt auf den Übergang zwischen den verschiedenen Nutzungsformen.
Business Insider: Größter Designwechsel seit dem ersten iPhone
Business Insider betrachtet das iPhone Duo vor allem aus einer anderen Perspektive. Die Publikation bezeichnet das Foldable als Apples bislang gewagtestes Smartphone-Experiment und sieht darin den größten grundlegenden Designwechsel des iPhone seit dessen Einführung.
Tatsächlich hat Apple das Grundprinzip des iPhone über viele Jahre vergleichsweise vorsichtig weiterentwickelt. Displays wurden größer, der Home-Button verschwand und die Gehäuse änderten sich – die grundlegende Form eines starren Smartphones blieb jedoch erhalten.
Mit dem Duo bricht Apple erstmals grundsätzlich mit diesem Prinzip. Gleichzeitig weist Business Insider darauf hin, dass Apple keineswegs als Pionier in den Markt einsteigt. Samsung, Honor, Oppo, Google und andere Hersteller sammeln bereits seit Jahren Erfahrung mit faltbaren Geräten.
Kritik am Apple Pencil
Nicht alle frühen Einschätzungen fallen uneingeschränkt positiv aus. Tech Advisor sieht beispielsweise bei der Unterstützung des Apple Pencil eine verpasste Gelegenheit.
Das iPhone Duo unterstützt Apples Eingabestift, allerdings gibt es keinen Platz im Gehäuse, um ihn direkt unterzubringen. Gerade bei einem Smartphone mit tabletähnlichem Innendisplay hätte Apple nach Ansicht des Autors Samsung an dieser Stelle überholen können. Auch bei Samsungs Fold-Modellen gehört ein vollständig integrierter S Pen bislang nicht zum Konzept.
Ob eine interne Unterbringung angesichts des ohnehin komplexen Aufbaus technisch sinnvoll gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt. Der Punkt zeigt aber, dass das iPhone Duo trotz seines hohen Preises nicht automatisch sämtliche Funktionen anderer Apple-Spitzenmodelle und Tablets vereint.
2.000 Dollar verändern die Bewertung
Ein Thema zieht sich zwangsläufig durch fast alle Einordnungen: der Preis. In den USA startet das iPhone Duo offiziell bei 1.999 US-Dollar mit 256 GB Speicher. Hierzulande sind es 2.299 Euro bei gleicher Ausstattung. Damit positioniert Apple das Gerät deutlich oberhalb klassischer iPhones und in der Preisklasse anderer hochwertiger Foldables.
Vorbestellungen sollen am 16. Oktober beginnen, die Auslieferung folgt am 23. Oktober. Bis dahin werden aus den kurzen Hands-ons voraussichtlich ausführlichere Tests. Erst diese können Fragen beantworten, die während einer Produktvorstellung kaum verlässlich zu beurteilen sind – etwa zur Akkulaufzeit, zur langfristigen Haltbarkeit des Displays oder zum Nutzen der neuen Multitasking-Funktionen im Alltag.
Der erste internationale Pressespiegel fällt dennoch bemerkenswert positiv aus. Vor allem der kaum wahrnehmbare Falz, das matte Innendisplay, das Scharnier und Apples breites Format werden hervorgehoben. Ob diese Eigenschaften ausreichen, um den hohen Einstiegspreis zu rechtfertigen, müssen ausführliche Tests zeigen.









