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Tablet-Markt unter Druck

iPad-Auslieferungen brechen um 27,5 Prozent ein – Apple bleibt Marktführer

Apple hat im dritten Quartal 2026 deutlich weniger iPads ausgeliefert als im Vorjahr. Der Rückgang fällt sogar stärker aus als im gesamten Tablet-Markt. Trotzdem bleibt der Konzern mit deutlichem Abstand Marktführer. Eine aktuelle Marktanalyse zeigt zudem, warum sich die Branche vorerst kaum erholen dürfte.

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Der weltweite Tablet-Markt befindet sich weiter im Abwärtstrend. Laut aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Omdia sind die iPad-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27,5 Prozent gesunken. Apple lieferte demnach rund 11,6 Millionen Geräte aus, nachdem es ein Jahr zuvor noch knapp 16 Millionen waren.

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Quickread: Auf einen Blick
  • iPad-Auslieferungen sinken im dritten Quartal 2026 um 27,5 Prozent
  • Apple bleibt mit 36 Prozent Marktanteil weltweit führend
  • Gesamter Tablet-Markt schrumpft um 23 Prozent auf 32,2 Millionen Geräte
  • Lenovo wächst als einziger Hersteller der Top fünf um 11,9 Prozent
  • Omdia erwartet eine deutliche Markterholung frühestens 2028

Trotz des deutlichen Rückgangs bleibt Apple der größte Tablet-Hersteller der Welt. Allerdings sank der Marktanteil des Unternehmens von 38,2 auf 36 Prozent. Damit verlor Apple 2,2 Prozentpunkte und entwickelte sich schwächer als der Gesamtmarkt.

Tablet-Markt fällt auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren

Auch die Konkurrenz hat mit rückläufigen Auslieferungszahlen zu kämpfen. Weltweit wurden im dritten Quartal 2026 rund 32,2 Millionen Tablets ausgeliefert. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 41,8 Millionen Geräte. Das entspricht einem Rückgang von 23 Prozent.

Nach Angaben von Omdia erreichte der Tablet-Markt damit seinen niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Nahen Osten, in China und in Westeuropa aus.

Die Zahlen beziehen sich auf Geräte, die Hersteller an den Handel ausliefern. Sie sind daher nicht mit den tatsächlichen Verkäufen an Endkunden gleichzusetzen.

Sell-in erklärt!

Als Sell-in bezeichnet die Marktforschung Geräte, die Hersteller an Händler und Vertriebspartner ausliefern. Diese Zahlen zeigen, wie viele Produkte in den Verkaufskanal gelangen, nicht aber, wie viele tatsächlich von Endkunden gekauft werden. Die Auslieferungszahlen können deshalb von den Verkaufszahlen abweichen.

Samsung bleibt hinter Apple auf dem zweiten Platz. Der südkoreanische Hersteller lieferte rund 5,4 Millionen Tablets aus und erreichte damit einen Marktanteil von 16,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Auslieferungen um 21,7 Prozent zurück.

Auf dem dritten Platz folgt Lenovo mit einem Marktanteil von 12,7 Prozent. Xiaomi kommt auf 7,3 Prozent, während Huawei mit 5,7 Prozent den fünften Platz belegt.

Lenovo wächst gegen den Markttrend

Eine Ausnahme unter den fünf größten Tablet-Herstellern bildet Lenovo. Das Unternehmen konnte seine Auslieferungen im Jahresvergleich um 11,9 Prozent steigern und brachte rund 4,1 Millionen Geräte in den Handel.

Damit erhöhte Lenovo seinen Marktanteil von 8,7 auf 12,7 Prozent. Besonders klassische Tablets ohne abnehmbare Tastatur trugen laut Omdia zum Wachstum bei.

Bei den übrigen Herstellern zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Xiaomi verzeichnete einen Rückgang von 10,6 Prozent, während Huawei mit einem Minus von 43 Prozent den stärksten Einbruch unter den fünf größten Anbietern hinnehmen musste.

Lieferengpässe erschweren technische Fortschritte

Als einen wesentlichen Grund für die schwache Marktentwicklung nennt Omdia anhaltende Lieferengpässe bei Komponenten. Diese erschweren es den Herstellern, neue Tablet-Generationen mit deutlich verbesserten technischen Eigenschaften auf den Markt zu bringen.

Nach Einschätzung von Omdia-Analystin Himani Mukka unterscheiden sich neue Modelle dadurch häufig nur begrenzt von ihren Vorgängern. Für Verbraucher gibt es entsprechend weniger Gründe, ein vorhandenes Tablet kurzfristig durch ein neues Gerät zu ersetzen.

Auch mehrere neue Produktgenerationen, darunter Samsungs Galaxy Tab S12, Apples iPad mini mit OLED-Display und Xiaomis Pad 9, hätten bislang keine deutliche Belebung der Nachfrage bewirkt.

Erholung des Tablet-Marktes möglicherweise erst 2028

Für die kommenden Quartale zeichnet Omdia ein zurückhaltendes Bild. Die Analysten rechnen damit, dass sich die Versorgungslage bei wichtigen Komponenten im Jahr 2027 weiter verschärfen könnte.

Tablets könnten dadurch bei den strategischen Prioritäten der Hersteller zunehmend in den Hintergrund rücken. Eine nennenswerte Erholung des weltweiten Marktes erwartet Omdia deshalb frühestens 2028.

Für Apple bedeutet die aktuelle Entwicklung zunächst, dass das Unternehmen seine führende Marktposition zwar verteidigen kann, gleichzeitig aber stärker unter dem allgemeinen Rückgang leidet als einige seiner Wettbewerber.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Der deutliche Rückgang der iPad-Auslieferungen ist für Apple kein gutes Signal. Allerdings betrifft die Entwicklung nahezu die gesamte Tablet-Branche. Dass Apple weiterhin mehr als doppelt so viele Geräte ausliefert wie Samsung, zeigt die unverändert starke Marktposition des Unternehmens.

Problematischer ist die Entwicklung des Gesamtmarktes. Tablets werden häufig über mehrere Jahre genutzt, während kleinere technische Verbesserungen kaum einen unmittelbaren Kaufanreiz schaffen. Wenn gleichzeitig Lieferengpässe die Weiterentwicklung neuer Modelle erschweren, könnte sich dieser Effekt verstärken.

Die Zahlen zeigen allerdings zunächst nur die Entwicklung der Auslieferungen. Welche Auswirkungen der Rückgang auf Apples tatsächliche iPad-Umsätze und die Profitabilität hat, lässt sich daraus allein nicht ableiten.

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