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iOS 27 & iPadOS 27

iOS und iPadOS 27: Kleine Kniffe, große Wirkung

Siri AI bleibt uns in der EU vorerst vorenthalten, der Nutzen von iOS 27 entscheidet sich daher andernorts. Wir haben die 16 nützlichsten Neuerungen herausgesucht, die in Deutschland ab dem ersten Tag funktionieren. Zum sofortigen Ausprobieren, ganz ohne Künstliche Intelligenz.

Von   Uhr

Sterne für die Mediathek

(Bild: Screenshot)

Das Herz für Favoriten kannte bislang nur zwei Zustände, und wer 40.000 Bilder hortet, kam damit nicht weit. iOS 27 ergänzt eine Bewertung mit bis zu fünf Sternen, sichtbar als kleines Kennzeichen auf der Miniatur. Aktiviert wird sie in den Fotos-Einstellungen unter Darstellungsoptionen mit dem Schalter „Elemente für Bewertung einblenden“. Danach lässt sich der Urlaub in einem Durchgang sortieren: drei Sterne für brauchbar, fünf für alles, was beim Fotodienstleister als Abzug über dem Sofa landen soll. Die Zahl der Sterne wählen Sie in der Ansicht eines Fotos über das Stern-Symbol in der oberen rechten Ecke. Anschließend lässt sich die Mediathek nach der Bewertung filtern – darin liegt der eigentliche Gewinn gegenüber dem bekannten „Herzen“ von Aufnahmen.

Sommer-Angebot

Schlagwörter statt Suchglück

(Bild: Screenshot)

Ergänzend zur Bewertung ziehen eigene Schlagwörter in die Fotos-App ein. Im Info-Bereich eines Bildes wartet hierzu der Eintrag „Schlagwörter hinzufügen“. Die hier vergebenen Begriffe findet die Suche anschließend zuverlässig wieder. Das lohnt vor allem dort, wo die Motiverkennung passen muss: bei Namen von Personen, Projektbezeichnungen oder Fotos der Wohnungsübergabe, die man im Fall der Fälle schnell wiederfinden muss.

Das beste Einzelbild aus dem Video

(Bild: Screenshot)

Bisher endete der Wunsch nach einem Standbild aus einem Videoclip bei der Verlegenheitslösung „Bildschirmfoto samt schwarzer Balken“. iOS 27 macht es besser: Video pausieren, im Menü mit den drei Punkten „Videobild als Foto sichern“ wählen – und das aktuelle Bild landet als Einzelbild in voller Auflösung in der Mediathek, bei 4K-Material also mit 3.840 mal 2.160 Bildpunkten. Wer Kindergeburtstage filmt statt fotografiert, gewinnt damit ganze Bilderserien.

Geteilte Alben ohne Qualitätsverlust

Geteilte iCloud-Alben galten lange als Notlösung, weil sie Bilder eindampften. Damit ist Schluss: Fotos und Videos wandern nun in voller Auflösung ins gemeinsame Album, Teilnehmende lassen sich mit erweiterten Rechten ausstatten, ein Filter trennt Fotos von Videos, und auf Wunsch läuft ein Album nach 30 Tagen automatisch ab. Auch Angehörige mit Android-Telefon oder Windows-Rechner dürfen nicht nur mitschauen, sondern selbst Bilder beisteuern – ein Satz, den man bei Apple so nicht jedes Jahr schreibt …

Der Wecker wird selbstständig

(Bild: Screenshot)

Manche Wünsche an Apple brauchen ein Jahrzehnt, bis sie sich in einem Produkt materialisieren: Wecker und Timer besitzen nun eine eigene Lautstärke, unabhängig von der des Klingeltons. Das leise gestellte iPhone weckt damit trotzdem zuverlässig in angemessener Lautstärke. Zu finden ist der zusätzliche Regler in den Einstellungen unter „Töne & Haptik“ – setzen Sie im neuen Bereich „Wecker und Timer“ den Schalter „Mit Klingelton-Lautstärke übereinstimmen“ auf die Aus-Position und passen Sie die Lautstärke mit dem Schieberegler an. Ein zweiter neuer Bereich regelt Warnmeldungen und Systemtöne ebenso unabhängig – damit entfällt auch das nächtliche Aufwachen durch das „Bling!“ einer Werbe-SMS.

Empfang im Blick

(Bild: Screenshot)

Ein kleines Detail mit spürbarem Nutzen: Das Kontrollzentrum zeigt die Mobilfunkverbindung nun auch dann mit Signalstärke und Netzart an, wenn das Gerät im WLAN hängt. Wer im Homeoffice grübelt, ob der stockende Videoanruf am Router oder am Funkloch liegt, bekommt die Antwort so nun auf einen Blick.

Der WLAN-Assistent lernt Manieren

(Bild: Screenshot)

Die Funktion, die bei schwachem WLAN „heimlich“ auf Mobilfunk umschaltet, heißt in iOS 27 schlicht Verbindungshilfe und lässt sich endlich pro Netzwerk regeln. Der Weg führt über „Einstellungen > WLAN > das Info-Symbol hinter dem Netznamen“ und dort unter „Mobilfunkdaten mit WLAN verwenden“. Wer zu Hause einen Werbeblocker wie Pi-hole betreibt, deaktiviert die Hilfe genau dort – sonst umgeht das iPhone beim Wechsel auf Mobilfunk den eigenen Filter – und lässt sie in chronisch problematischen Hotel-WLANs aktiv.

Warum ältere iPhones jetzt schneller werden

Die auffälligste Neuerung von iOS 27 lässt sich nicht in Standbildern festhalten: Apple hat die Systemleistung zu einem Schwerpunkt erklärt und listet über 30 Stellen auf, an denen das System zulegt. Sichtbar wird das vor allem an drei Punkten. Erstens beim Tempo: Apps starten laut Apple bis zu 30 Prozent schneller – gemessen an einem iPhone 11 Pro Max unter iOS 26.4.2 –, AirDrop überträgt bis zu 80 Prozent flotter, und das Entsperren wie auch das Scrollen wirken geschmeidiger. Zweitens verteilt eine neue Steuerung die Prozessorlast anders. Davon profitieren ausdrücklich ältere Modelle, die zuletzt im Alltag doch zäh wirkten. Ein iPhone 12 fühlt sich in unseren Tests spürbar wacher an als unter iOS 26. Drittens hat Apple den Suchindex neu aufgebaut, was Spotlight, die Dateisuche und die Mail-Suche treffsicherer macht. Genau dieser Punkt sorgt übrigens für Irritation: Das Gerät indexiert die Inhalte zunächst neu, und das kostet je nach Datenmenge einige Tage lang Akkulaufzeit und produziert Abwärme. Wer am Abend des Updates am Ladekabel hängt und daraus schließt, das System sei misslungen, urteilt zu früh. Lassen Sie dem iPhone ein paar Nächte am Strom – erst danach lohnt der ehrliche Vorher-Nachher-Vergleich.

(Bild: Screenshot)

Sperrbildschirm nach Maß

(Bild: Screenshot)

Gleich drei Kleinigkeiten machen den Sperrbildschirm erwachsener: Das Widget „Aktuelle Wiedergabe“ lässt sich per Wischgeste entfernen, die Uhrzeit wandert auf Wunsch in die obere Widget-Reihe, und der Bildschirm bleibt wach, solange man durch die Mitteilungen scrollt. Letzteres klingt banal, beendet aber das hektische Tippen auf den Bildschirm mitten im Lesen einer längeren Nachricht.

Die Menüleiste bleibt stehen

(Bild: Screenshot)

Eine der praktischsten Neuerungen am iPad kostet Sie lediglich das Umlegen eines einzigen Schalters: Unter „Einstellungen > Multitasking & Gesten“ deaktivieren Sie „Menüleiste automatisch ein- und ausblenden“, und schon bleibt die Menüzeile dauerhaft sichtbar – ganz wie am Mac. Dazu zeigt die Statusleiste links oben stets den Namen der aktiven App. Wer mit einem Magic Keyboard oder einer anderen Tastatur arbeitet, weiß damit jederzeit, welche App das nächste Tastenkürzel entgegennimmt.

Tastatur dran, Fenster da

(Bild: Screenshot)

Noch eleganter wird es mit einer Automation: In der Kurzbefehle-App lässt sich unter „Automation“ die Bedingung „Tastatur verbunden“ auswählen und mit dem Multitasking-Modus „Fenster-Apps“ verknüpfen (und umgekehrt als zweiter Kurzbefehl beim Trennen mit dem Vollbild-Modus). Das iPad wechselt dann beim Andocken des Magic Keyboard selbsttätig in die Fensteransicht und kehrt nach dem Abnehmen zur Vollbilddarstellung zurück. Damit wird das iPad fast zu Tablet und Laptop in Personalunion.

Serien für die Bahnfahrt

(Bild: Screenshot)

Die TV-App bekommt den Schalter „Automatische Downloads“. Ist er aktiv, lädt sie die nächsten beiden Folgen aus dem Reiter „Weiterschauen“ im Hintergrund auf das Gerät und räumt sie nach dem Ansehen auch wieder weg. Das erspart die hektische Ladeaktion am Bahnsteig vor dem nächsten Funkloch und schont zugleich den Speicher, der sich sonst binnen weniger Wochen mit vergessenen Staffeln füllt.

AirPods – Umgebung nach Gefühl

(Bild: Screenshot)

Adaptives Audio regelte bisher nach eigenem Gutdünken. Die Schaltfläche zur Wahl von Adaptives Audio im Kontrollzentrum ist jetzt zugleich ein Schieberegler, der zwischen mehr Transparenz und mehr Geräuschunterdrückung vermittelt – also beispielsweise im Großraumbüro anders als beim Spaziergang. Dazu kommt ein eigener Equalizer für Höhen, Mitten und Tiefen. Voraussetzung sind aktuelle AirPods Pro, AirPods 4 oder AirPods Max samt frischer Firmware.

Wetter mit mehr Weitblick

(Bild: Screenshot)

Die Wetter-App zeigt Niederschlagsmenge und Windverhältnisse der kommenden Tage nun direkt über kleine Reiter im ersten Segment auf der Übersichtsseite, statt sie hinter vielen Tippgesten zu verstecken. Wer Urlaub auf Balkonien, eine Fahrradtour oder Gartenarbeit plant, spart sich damit das Durchklicken.

Aus Pappkarte wird Pass

Wallet erhält mit iOS 27 die neue Funktion „Pass erstellen“: Kinokarte, Vereinsausweis oder Stempelkarte des Bäckers lassen sich damit abfotografieren und als digitaler Pass ablegen, ganz ohne Apps von Dritten. Dazu einfach die Wallet-App öffnen, oben rechts auf das Plus-Symbol tippen und „Pass erstellen“ auswählen. Solange der Bar- oder QR-Code lesbar bleibt, funktioniert das erstaunlich gut. Karten, die per NFC arbeiten, bleiben allerdings außen vor. Ein zweiter Vorbehalt gehört dazu: Manche Anbieter schließen Vervielfältigungen von Tickets und Coupons vertraglich aus und erkennen Kopien an Einlass oder Kasse nicht an.

Wallet verfolgt Bestellungen

(Bild: Screenshot)

Bislang vermochte die Wallet-App nur Bestellungen aus Online-Shops zu verfolgen, die ihrerseits entsprechende Software einsetzten. Unter iOS 27 wirft die App auf Wunsch zusätzlich einen Blick in den Posteingang, um Bestellbestätigungen zu identifizieren und aus diesen alle zur Nachverfolgung notwendigen Informationen zu extrahieren – Updates gibt es dann aus der Wallet-App statt aus einer separaten Paketverfolgung.

Vorsicht, Beta: gekommen, um zu gehen

Wer bereits über den Sommer mitgetestet hat, kennt das Gefühl der Vorfreude auf eine Funktion, die es am Ende nicht ins fertige System schafft. Das prominenteste Beispiel dieses Zyklus: Die dritte iOS-27-Beta führte eine Animation ein, die beim Herunterziehen der Mitteilungszentrale das freigestellte Motiv des Hintergrundbildes in den Vordergrund hob – ein hübscher Effekt, der aber auch lediglich ein Bug gewesen sein könnte. In der vierten Beta war er jedenfalls wieder verschwunden. Solche Rücknahmen sind normal und kein Grund zur Beunruhigung, sie mahnen aber zur Gelassenheit: Was in einer Vorabversion auftaucht, ist lediglich ein Angebot und kein Versprechen. Hinzu kommt eine Terminverschiebung, die den üblichen Zweiwochenrhythmus durchbricht – die fünfte Entwickler-Beta ließ länger auf sich warten als erwartet. Bis zum „Release Candidate“ Anfang September rund um den Erscheinungstermin dieser Ausgabe wird sich also noch einiges bewegen.

iOS und iPadOS 27 in der Praxis

Dieser Artikel ist Teil unserer Vorstellung von iOS und iPadOS 27 und wie es sich in der Praxis schlägt. Hier finden Sie die anderen Artikel zum Thema:

  • iOS und iPadOS 27 in der Praxis
  • Kleine Kniffe, große Wirkung
  • Apple Intelligence – was kommt und was fehlt
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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