Hintertür auf PowerPC-Rechnern

Linux-Virus auf Mac OS X portiert

Macs sehen gut aus, funktionieren ohne Murren und Knurren und werden nicht krank - jedenfalls, wenn man dem Volksmund glaubt. Doch gerade letzteres wird immer wieder in Frage gestellt: Unlängst mit einem Bericht des Internet Storm Centers, einer Sicherheitsabteilung des SANS-Institutes für Netzwerkverwaltung. Demzufolge ist der Linux-Virus RST.B nun auch in einer Mac-kompatiblen Fassung aufgetaucht.

Von   Uhr

Das aufgetauchte infizierte Programm ist ein automatischer Nachrichtenbeantworter für Internet-Chats (engl., "Bot") und zunächst harmlos: Zwar infiziert die enthaltene Schadsoftware ausführbare Dateien im unter Mac OS X üblicherweise unsichtbaren /bin-Verzeichnis, verbindet sich aber ansonsten nur mit einigen IRC-Internetchaträumen. Allerdings kann es auch im Hintergrund schlummernd auf weitere Befehle warten - um so von Übeltätern genutzt zu werden, die über das Internet Programmcode auf infizierte Rechner einschleusen. Eine klassische "Backdoor" (engl., "Hintertür") also.

Sommer-Angebot

"Das selbst wäre noch nicht interessant", berichtet Bojan Zdernja vom Internet Storm Center, "allerdings enthielt das [mir zugesandte] Paket auch eine ausführbare Datei für FreeBSD und Mac (Darwin, PPC)." Damit könnte die Hintertür auch auf PowerPC-Macs Angreifern die Pforten öffnen. Ein Test des SANS-Instituts ergab, dass derzeit kein Virenscanner den Mac-OS-X-Schädling zu erkennen vermag.

"Apple ist über das Problem informiert und will an einer Lösung arbeiten", erfuhren kurze Zeit später unsere Kollegen vom Heise-Verlag. Allerdings hat das Unternehmen aus Cupertino die von RST.B ausgenutzte Sicherheitslücke offenbar schon mehrere Monate auf seinem Radar: Bleibt zu hoffen, dass es in Bälde ein Sicherheitsupdate geben wird, welches das Problem behebt. Damit auch weiterhin kein Mac-Anwender Angst haben muss, dass sich sein Computer im Internet einen Schnupfen einfängt ...

Mehr zu diesen Themen: