Der Clou: Brookes war während der Kartellverfahren gegen Microsoft als offizieller Sprecher des Redmonder Softwaregiganten tätig.
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
Mehr als vier Jahre lang arbeitete der 38-jährige Engländer für den Apple-Konkurrenten und verteidigte Microsoft vor Presse und EG-Wettbewerbshütern gleichermaßen mit beständigem Eifer. Nun jedoch legte er sein Amt bei der Agentur G-Plus nieder; aus Unternehmskreisen verlautet, Brookes werde seine Arbeit bei Apple in zwei Wochen antreten - und sich dort um "Regierungsangelegenheiten" zu kümmern, also die Kommunikation zwischen Apple und Regierungsbehörden vor allem auf EG-Ebene.
Welche Zusagen im Rahmen des Wechsels unter der Hand erfolgten, ist unbekannt: Microsoft bestätigte lediglich, dass man derzeit an einer Umstrukturierung arbeite. Apple indes wollte den Bericht auf unsere Nachfrage hin nicht kommentieren. Mag Brookes auch über tief greifende Kenntnisse von Microsoft-Interna verfügen, stellt sich doch die Frage, ob seine Beziehungen zur EG-Kommission (u.a. Wettbewerbsbehörde der EU) frei von Altlasten sind: Im Rahmen seiner Arbeit für Microsoft war er die Kommission wegen der Verhängung einer Rekord-Kartellstrafe gegen den Redmonder Softwarekonzern zuletzt wiederholt in der Öffentlichkeit scharf angegangen.
Dennoch: Durch die gelungene Abwerbung dürfte Apple einen guten Einblick in die Lobbyisten-Arbeit innerhalb der EG-Behörden erlangen. Ob Brookes für Apple entscheidenden Einfluss geltend machen kann, muss sich noch zeigen: Mit dem steigenden Marktanteil in Europa und Planungen zum Online-Filmverleih dürfte auch der iTunes-Betreiber anfälliger für Untersuchungen wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung werden. Daher kann es nicht schaden, den erfahrenen Lobbyisten Brookes künftig unter der Apfel-Flagge ins Rennen zu schicken.







