MS-Sprecher Tom Brookes wechselt die Seiten

Abgeworben: Microsoft-Lobbyist arbeitet jetzt für Apple

Über wichtiges Personal in Schlüsselpositionen hat sich schon so manches Problem lösen lassen. Ein Grundsatz, der offenbar auch Apple nicht unbekannt ist: Informationen der Computerzeitung zufolge steht seit neuestem Tom Brookes, Lobbyist bei der Brüsseler Agentur G-Plus, auf der Gehaltsliste des kalifornischen Computerherstellers.

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Der Clou: Brookes war während der Kartellverfahren gegen Microsoft als offizieller Sprecher des Redmonder Softwaregiganten tätig.

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Mehr als vier Jahre lang arbeitete der 38-jährige Engländer für den Apple-Konkurrenten und verteidigte Microsoft vor Presse und EG-Wettbewerbshütern gleichermaßen mit beständigem Eifer. Nun jedoch legte er sein Amt bei der Agentur G-Plus nieder; aus Unternehmskreisen verlautet, Brookes werde seine Arbeit bei Apple in zwei Wochen antreten - und sich dort um "Regierungsangelegenheiten" zu kümmern, also die Kommunikation zwischen Apple und Regierungsbehörden vor allem auf EG-Ebene.

Welche Zusagen im Rahmen des Wechsels unter der Hand erfolgten, ist unbekannt: Microsoft bestätigte lediglich, dass man derzeit an einer Umstrukturierung arbeite. Apple indes wollte den Bericht auf unsere Nachfrage hin nicht kommentieren. Mag Brookes auch über tief greifende Kenntnisse von Microsoft-Interna verfügen, stellt sich doch die Frage, ob seine Beziehungen zur EG-Kommission (u.a. Wettbewerbsbehörde der EU) frei von Altlasten sind: Im Rahmen seiner Arbeit für Microsoft war er die Kommission wegen der Verhängung einer Rekord-Kartellstrafe gegen den Redmonder Softwarekonzern zuletzt wiederholt in der Öffentlichkeit scharf angegangen.

Dennoch: Durch die gelungene Abwerbung dürfte Apple einen guten Einblick in die Lobbyisten-Arbeit innerhalb der EG-Behörden erlangen. Ob Brookes für Apple entscheidenden Einfluss geltend machen kann, muss sich noch zeigen: Mit dem steigenden Marktanteil in Europa und Planungen zum Online-Filmverleih dürfte auch der iTunes-Betreiber anfälliger für Untersuchungen wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung werden. Daher kann es nicht schaden, den erfahrenen Lobbyisten Brookes künftig unter der Apfel-Flagge ins Rennen zu schicken.

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