Apple soll bei einem seiner ambitioniertesten Gesundheitsprojekte für die Apple Watch einen neuen organisatorischen Schritt gemacht haben. Laut Mark Gurman von Bloomberg wurde die Aufsicht über die Entwicklung einer nicht-invasiven Glukosemessung intern neu verteilt. Das Projekt soll künftig von Zongjian Chen betreut werden, einem leitenden Manager aus Apples Advanced Technologies Group.
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
- Apple soll die Entwicklung nicht-invasiver Glukosemessung neu organisiert haben.
- Laut Bloomberg übernimmt Zongjian Chen die Aufsicht über das Projekt.
- Der Wechsel wird intern offenbar als mögliches Fortschrittssignal gewertet.
- Eine Einführung in einer kommenden Apple Watch ist nicht bestätigt.
- Die Funktion dürfte weiterhin mehrere Jahre entfernt sein.
Die Funktion ist seit Jahren Gegenstand von Berichten und gilt als technisch besonders anspruchsvoll. Ziel wäre eine Messung erhöhter Blutzuckerwerte, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer Blut abnehmen oder sich in den Finger stechen müssen. Für die Apple Watch wäre das ein großer Ausbau der Gesundheitsfunktionen, bestätigt ist eine Einführung aber nicht.
Nicht-invasive Glukosemessung bedeutet, dass der Blutzucker ohne Blutentnahme erfasst werden soll. Statt eines Fingerstichs oder eines Sensors unter der Haut kämen optische oder andere Messverfahren zum Einsatz. Für Smartwatches ist das technisch schwierig, weil die Messung zuverlässig, klein genug und energieeffizient sein muss.
Neuer Verantwortlicher für Apples Langzeitprojekt
Dem Bericht zufolge lag die Verantwortung zuvor bei Tim Millet, Apples Chef für Plattformarchitektur. Nun soll Zongjian Chen das Projekt übernehmen. Chen verantwortet laut Bloomberg unter anderem die Advanced Technologies Group sowie Hardwarebereiche wie Modems.
Innerhalb von Apple werde dieser Wechsel offenbar von einigen als positives Signal gelesen. Der Schritt könne darauf hindeuten, dass die Entwicklung einen Punkt erreicht habe, an dem Apple sie stärker in Richtung eines möglichen Produkts vorantreiben wolle. Das bleibt allerdings eine Einordnung des Berichts – Apple selbst hat keine entsprechende Funktion angekündigt.
Kein Hinweis auf einen baldigen Marktstart
Trotz des Personalwechsels gibt es keinen konkreten Zeitplan für eine Apple Watch mit Glukosemessung. Bloomberg hatte bereits früher berichtet, dass die Technologie noch Jahre von einem Einsatz in einem Serienprodukt entfernt sein könnte. Auch der aktuelle Bericht spricht nicht dafür, dass die Funktion schon mit einer der nächsten Apple-Watch-Generationen startet.
Das liegt vor allem an den technischen Anforderungen. Eine nicht-invasive Messung müsste zuverlässig genug sein, um im Alltag belastbare Hinweise zu liefern. Gleichzeitig müsste Apple die dafür nötige Sensorik in ein kompaktes Wearable integrieren, das am Handgelenk getragen wird und im Akkubetrieb arbeitet.
Gesundheitsfunktionen bleiben ein zentraler Apple-Watch-Bereich
Apple hat die Watch in den vergangenen Jahren immer stärker als Gesundheitsgerät positioniert. Funktionen wie Herzfrequenzmessung, EKG, Blutsauerstoffmessung oder Zyklusprotokollierung zeigen, welche Rolle Sensorik und Auswertung inzwischen spielen. Eine Glukosemessung wäre jedoch deutlich komplexer als viele bisherige Funktionen.
Der Bericht ist deshalb eher als Fortschrittsanzeichen zu verstehen, nicht als Produktankündigung. Sollte Apple die Technik tatsächlich marktreif bekommen, könnte sie langfristig zu den wichtigsten Gesundheitsfunktionen der Apple Watch gehören. Vorerst bleibt es aber bei einem Projekt, das offenbar weiterläuft – und bei dem Apple intern neu sortiert hat.

Für Apple wäre eine nicht-invasive Lösung deshalb gleich aus mehreren Gründen interessant. Eine Apple Watch, die dauerhaft Hinweise auf Glukosewerte liefern kann, hätte nicht nur für Nutzerinnen und Nutzer einen hohen praktischen Wert. Auch für Krankenkassen und Gesundheitssysteme könnte eine solche Funktion langfristig relevant werden, wenn sie dabei hilft, Risiken früher zu erkennen oder bestehende Messsysteme zu ergänzen.
Genau deshalb liegt die Hürde aber hoch. Bei Herzfrequenz oder Sauerstoffsättigung lassen sich einzelne Ausreißer eher einordnen. Blutzuckerwerte sind sensibler, weil Menschen mit Diabetes daraus konkrete Entscheidungen ableiten – etwa zur Ernährung oder zur Insulindosis. Eine solche Funktion müsste deshalb extrem zuverlässig arbeiten und medizinisch sauber eingeordnet werden. Apple dürfte das wissen. Ein schneller Start wäre deshalb weniger wichtig als eine Lösung, der Nutzerinnen, Nutzer und Ärzte tatsächlich vertrauen können.







