Marktanteile

Apple legt bei Mac-Auslieferungen zu – während der PC-Markt schrumpft

Der weltweite PC-Markt ist laut IDC im zweiten Quartal 2026 erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder geschrumpft. Apple konnte sich dem Trend entziehen: Die Mac-Auslieferungen sollen deutlich gestiegen sein.

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Der weltweite PC-Markt hat im zweiten Quartal 2026 wieder nachgegeben. Laut IDC sanken die Auslieferungen im Jahresvergleich um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Geräte. Im Vorjahresquartal waren es demnach noch 71,7 Millionen Geräte.

Quickread: Auf einen Blick

Die weltweiten PC-Auslieferungen sanken im zweiten Quartal 2026 laut IDC um 4,9 Prozent.

Apple steigerte die Mac-Auslieferungen demnach um 10,1 Prozent.

Lenovo blieb mit 24,4 Prozent Marktanteil der größte PC-Anbieter.

IDC nennt Speicherknappheit und steigende Preise als zentrale Belastungen.

Für 2026 erwartet IDC einen Rückgang der PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent.

Auffällig ist dabei vor allem Apples Entwicklung. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, war Apple unter den großen PC-Anbietern der einzige Hersteller mit einem klaren Wachstum. Die Mac-Auslieferungen sollen im Jahresvergleich um 10,1 Prozent gestiegen sein. Damit kam Apple laut den Zahlen auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

Apple gewinnt, Lenovo bleibt vorn

An der Reihenfolge der größten PC-Hersteller änderte sich laut IDC wenig. Lenovo blieb mit 24,4 Prozent Marktanteil an der Spitze, musste bei den Auslieferungen aber ein Minus von 2,1 Prozent hinnehmen. HP kam auf 19,1 Prozent Marktanteil und lag neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Dell folgte mit 13,6 Prozent Marktanteil und einem Rückgang von fünf Prozent.

Asus rundete die Top fünf ab und konnte laut den Zahlen leicht um 0,2 Prozent zulegen. Apple lag damit nicht an der Spitze des Marktes, wuchs aber deutlich stärker als die übrigen großen Anbieter.

Als ein Grund für Apples bessere Entwicklung gilt laut IDC die jüngste Produkteinführung rund um das MacBook Neo. Gleichzeitig habe Apple die Preise ebenfalls an das gestiegene Marktniveau angepasst. Der Konzern profitiere aber offenbar davon, dass Wettbewerber mit denselben Kostenproblemen zu kämpfen hätten.

Speicherknappheit belastet den PC-Markt

IDC verweist als zentrale Ursache für den Rückgang auf die anhaltende Knappheit bei Speicherkomponenten. Betroffen sind vor allem DRAM und NAND, die in PCs unter anderem für Arbeitsspeicher und SSD-Speicher benötigt werden.

DRAM erklärt!

DRAM ist Arbeitsspeicher, den PCs für laufende Programme und aktive Daten nutzen. Wird DRAM knapp oder teurer, steigen die Kosten für viele Notebook- und Desktop-Konfigurationen. Das kann sich direkt auf Endpreise und Verfügbarkeit auswirken.

Die Folge sind steigende Preise und ein schwierigeres Umfeld für Hersteller. IDC erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 11,3 Prozent. Zum Jahresende könnte sich die Lage demnach weiter verschärfen: Für das vierte Quartal rechnet IDC mit einem Minus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dabei geht es nicht nur um weniger verkaufte Geräte. Laut IDC steigen gleichzeitig die Umsätze, weil Hersteller höhere Preise durchsetzen. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das: Selbst wenn die Nachfrage nach neuen PCs sinkt, müssen Geräte nicht automatisch günstiger werden.

Upgrade-Zyklen könnten länger werden

IDC warnt zudem davor, dass die Preisentwicklung die üblichen Upgrade-Zyklen im PC-Markt verlängern könnte. Unternehmen und Privatkunden könnten neue Anschaffungen verschieben, wenn bestimmte Konfigurationen teurer oder schlechter verfügbar sind.

Gleichzeitig wächst das Interesse an PCs mit lokaler KI-Verarbeitung. Das reicht aber offenbar nicht aus, um die Belastungen durch höhere Komponentenpreise und unsichere Lieferketten auszugleichen. Für kleinere Hersteller könnte die Lage zusätzlich schwieriger werden, weil große Anbieter knappe Komponenten eher absichern können.

Für Apple ist das Quartal dennoch ein positives Signal. Der Mac bleibt im PC-Gesamtmarkt zwar ein vergleichsweise kleiner Anbieter, konnte sich aber in einem schwachen Marktumfeld besser behaupten als viele Konkurrenten.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apples Plus bei den Mac-Auslieferungen ist bemerkenswert, sollte aber nicht überbewertet werden. Der PC-Markt steht insgesamt unter Druck, und auch Apple ist von höheren Komponentenpreisen nicht unabhängig. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachfrage nach neuen Macs auch dann stabil bleibt, wenn Preissteigerungen länger anhalten.

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