Die unendliche Geschichte …

Apple gegen Epic: Supreme Court nimmt App-Store-Streit wieder auf

Der jahrelange Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games geht in die nächste Runde. Der Supreme Court der USA will Apples Berufung gegen eine Verachtungsentscheidung im App-Store-Verfahren anhören.

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Der Supreme Court der USA wird sich erneut mit dem Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games befassen. Laut Reuters hat das Gericht Apples Berufung gegen eine Verachtungsentscheidung angenommen, die den Konzern zu Änderungen an den App-Store-Regeln gezwungen hatte.

Quickread: Auf einen Blick
  • Der Supreme Court hört Apples Berufung im Streit mit Epic Games.
  • Im Mittelpunkt steht eine Verachtungsentscheidung gegen Apple.
  • Apple soll eine App-Store-Anordnung zu externen Bezahlmöglichkeiten nicht ausreichend umgesetzt haben.
  • Der Konzern argumentiert, die ursprüngliche Verfügung sei nicht eindeutig genug gewesen.
  • Der Fall könnte Apples Regeln für externe App-Store-Zahlungen in den USA beeinflussen.

Im Kern geht es nicht mehr um die ursprüngliche Frage, ob Apples App-Store-Modell insgesamt gegen US-Kartellrecht verstößt. Diese Auseinandersetzung hatte Apple weitgehend für sich entschieden. Streitpunkt ist nun, wie Apple eine gerichtliche Anordnung aus dem Jahr 2021 umgesetzt hat: Entwickler sollten Nutzerinnen und Nutzer in Apps auf alternative Bezahlmöglichkeiten außerhalb des App Stores hinweisen dürfen.

Anti-Steering als zentraler Streitpunkt

Anti-Steering erklärt!

Anti-Steering-Regeln verhindern, dass App-Entwickler ihre Nutzerinnen und Nutzer auf günstigere oder alternative Bezahlwege außerhalb einer Plattform hinweisen. Im App-Store-Streit geht es darum, wie weit Apple solche Hinweise beschränken oder mit Gebühren belegen darf.

Apple hatte seine Regeln nach der Anordnung zwar angepasst, für Käufe über externe Links aber weiterhin eine Gebühr verlangt. Diese lag je nach Fall zwischen 12 und 27 Prozent. Damit unterschied sich das Modell nur begrenzt von Apples regulären App-Store-Provisionen, die zuvor im Mittelpunkt der Kritik standen.

Epic Games warf Apple deshalb vor, die gerichtliche Vorgabe faktisch zu unterlaufen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers folgte dieser Argumentation im April 2025 und stellte fest, Apple habe gegen die Anordnung verstoßen. Apple musste daraufhin die Regeln für externe Links im US-App-Store ändern und durfte für entsprechende Käufe zunächst keine Gebühren mehr erheben.

Apple sieht unklare Vorgaben

Apple argumentiert dagegen, die ursprüngliche Anordnung habe nicht ausdrücklich verboten, Gebühren für Käufe über externe Links zu verlangen. Eine Verachtungsentscheidung dürfe sich nach Apples Ansicht nicht auf den „Geist“ einer gerichtlichen Verfügung stützen, sondern müsse auf einem klaren und eindeutigen Verstoß gegen den Wortlaut beruhen.

Genau diese Frage dürfte nun vor dem Supreme Court eine zentrale Rolle spielen. Für Apple geht es dabei nicht nur um den konkreten Konflikt mit Epic Games, sondern auch um die Frage, wie weit Gerichte Unternehmen bei der Umsetzung solcher Anordnungen binden können.

Mögliche Folgen für Entwickler

Für Entwickler in den USA bleibt die Lage damit vorerst rechtlich unsicher. Sollte Apple vor dem Supreme Court Erfolg haben, könnte der bisherige Druck auf die App-Store-Regeln wieder nachlassen. Bestätigt das Gericht dagegen die Entscheidung der unteren Instanzen, würde das Apples Spielraum bei externen Bezahloptionen weiter einschränken.

Parallel läuft der Streit um mögliche Gebühren weiter. Dieser Fall befindet sich auch wieder vor dem Bezirksgericht, weil dort über eine angemessene Gebühr entschieden werden soll, falls die Verachtungsentscheidung nicht aufgehoben wird.

Der Supreme Court nimmt den Fall in seiner nächsten Sitzungsperiode auf, die im Oktober beginnt. Eine Entscheidung dürfte damit nicht sofort fallen, könnte aber für Apples App-Store-Modell in den USA erhebliche Bedeutung bekommen.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Der Supreme Court verhandelt hier weniger die Grundsatzfrage „Apple gegen Epic“ neu, sondern einen deutlich technischeren Teil des Streits: Wie klar muss eine gerichtliche Anordnung sein, bevor ein Unternehmen wegen Missachtung belangt werden kann? Für Apple ist das ein wichtiger Hebel, um die bisherigen App-Store-Auflagen einzugrenzen. Für Entwickler wird wichtig zu sehen, ob externe Bezahlwege am Ende tatsächlich günstiger und praktikabler werden.

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