Enthält Affiliate-Links [Was ist das?]PayPal stichelt mit

Wegen Apple Pay: Dicke Luft zwischen Apple und EU?

Bereits seit 2014 haben alle neuen iPhone-Modelle einen NFC-Chip integriert. Schon seit damals steht seine Nutzbarkeit für Drittanbieter immer wieder zur Debatte. Nun schaltete sich auch die Europäische Kommission ein. 

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Gemeinsam mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus führte Apple 2014 überraschend einen eigenen Zahlungsdienst ein. Dieser setzte den neuen NFC-Chip voraus, der mittlerweile in allen iPhone- und Apple-Watch-Modellen zu finden ist. Allerdings gibt es seither einen großen Haken: Apple gibt den Nahfeld-Chip nicht für andere Zahlungsdienstleister frei. Erst 2017 fühlte sich das Unternehmen bewogen, die Schnittstelle begrenzt für Drittanbieter freizugeben, sodass dein iPhone NFC-Tags lesen kann und sich für mehr und mehr öffentliche Verkehrsmittel als Fahrkarte verwenden lässt, aber Zahlungen lässt Apple weiterhin nicht zu. Mit Folgen.

EU fordert Apple zur Öffnung der NFC-Schnittstelle auf

Die Europäische Kommission kündigte an, dass sich die Dominanz von Apple Pay genauer angesehen werde und kündigte offizielle Untersuchungen der aktuellen Lage an. Laut einem Bloomberg-Bericht sollen die Begutachtungen auf Drängen verschiedener Mitbewerber erfolgt sein. Weiter heißt es, dass unter anderem PayPal einen Teil beigetragen hat und geholfen haben soll, eine formale Kartellbeschwerde gegen Apple zu verfassen. Dies wundert wenig, da PayPal auf Android-Geräten das NFC-basierte „Tap to Pay“ nutzen kann, während es auf dem iPhone nicht bereitsteht. Unterdessen kündigte Apple jedoch selbiges Feature für Apple Pay in den USA an, sodass dies einer der Gründe für die Beschwerde sein kann. Jedoch sollen noch weitere nicht genannte Unternehmen Anstrengungen bei der EU vorgetragen haben, sodass diese die Untersuchungen eingeleitet hat.

Jetzt ist die Kommission bemüht, herauszufinden, ob Apples eingeschränkte Freigabe der NFC-Schnittstelle eine unfaire Handlung darstellt und damit gegen das Kartellrecht verstößt. Immerhin erlaubt Apple weder Banken noch anderen Zahlungsdienstleistern den Zugriff auf den Chip für Zahlungen, sodass insbesondere Banken darauf angewiesen sind, Apple Pay zu unterstützen und entsprechende umsatzabhängige Zahlungen an Apple zu leisten, um Kund:innen eine einfache kontaktlose Zahlungsmöglichkeit mit dem iPhone (oder der Apple Watch) anbieten zu können. Einige Anbieter versuchten das System bereits mit QR-Codes oder Ähnlichem zu umgehen beziehungsweise auf den Einsatz der NFC-Technologie zu verzichten, scheiterten aber an den Hürden für Ladengeschäfte sowie den geringen Nutzerzahlen. 

In einem Tweet meldete sich auch die geschäftsführende Vizepräsidentin und EU-Kommissarin für Digitales, Margrethe Vestager, zu Wort. Darin teilte sie mit, dass Apple eine Mitteilung über die Beschwerde erhalten habe, da befürchtet werde, dass Apple den Wettbewerb für digitale Geldbörsen illegal verzerrt. Damit wird Apple jetzt aufgefordert, auf die Vorwürfe zu antworten, bevor weitere Schritte ergriffen oder Strafen verhängt werden können.

Wird es langsam eng für Apple? Immerhin stellte die EU erst kürzlich den „Digital Services Act“ vor, der für weitere Änderungen sorgen könnte. Noch muss er durch das Europäische Parlament sowie die EU-Kommission abgesegnet werden, aber er könnte dazu führen, dass Apple iMessage auf anderen Geräten anbieten oder auch unabhängige App Stores von Dritten erlauben muss. Letzteres umfasst auch das Sideloading, das zukünftig für viel Schadsoftware sorgen könnte, wenn beispielsweise Webseiten den Download von ungeprüften Apps anbieten können. Laut dem Apple-CEO Tim Cook könnte die Umsetzung des „Digital Services Act“ große und vor allem negative Folgen für iPhone-Nutzer:innen haben, da dies viele Funktionen „fundamental“ ändern würde und damit mehr Angriffsfläche für böswillige Absichten bieten wird. Schon jetzt im sehr geschlossenen System hat das Unternehmen stets damit zu tun, Sicherheitslücken zu schließen und Angriffspunkte zu minimieren, die im Laufe der Jahre durch die Öffnung für Drittanbieter entstanden sind. Ob Apple zukünftig die gewohnte Sicherheit und Privatsphäre weiterhin bieten kann, bleibt nach dem Erlass der Verordnung abzuwarten.

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Ja die Eu muss sich überall einmischen weil sie selber kein funktionierdes System hinbekommt ich mache online Banking nur über Apple ich traue denn anderen nicht

ich finde es auch erstaunlich, dass man ein Unternehmen das auf seiner eigenen Hardware auch Service betreibt zwingen will seine Hardware so zu öffnen dass auch andere Service-Anbieter auf der Hardware anbieten können. Würde man denn auch bei Anbietern von POS-Terminals ähnliches verlangen? SumUp baut z.B. ja auch seine eigene Hardware…
ich finde da wir mit zweierlei Maß gemessen. Aber es ist natürlich populär wenn man gegen Apple wettert und bringt wahrscheinlich Bonus-Punkte.
oder mal ganz einfach gefragt: darf ich dann auch Apple Pay auf Android-Handys nutzen :-)

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