Apple schickt einen Großteil seiner Siri-Entwicklerinnen und Entwickler in ein mehrwöchiges Coding-Bootcamp, um den Umgang mit KI-gestützten Programmierwerkzeugen zu erlernen. Dies berichtet The Information und markiert einen weiteren Schritt in Apples Bemühungen, die lang erwartete Überarbeitung von Siri voranzutreiben. Die Schulungsmaßnahme erfolgt nur zwei Monate vor der WWDC, auf der Apple voraussichtlich eine deutlich verbesserte Version des Sprachassistenten vorstellen wird.
- Apple schickt einen Großteil seiner Siri-Entwickler in ein mehrwöchiges KI-Coding-Bootcamp, um den Umgang mit KI-Tools zu verbessern.
- Das Siri-Team konnte die für iOS 18 versprochenen Apple-Intelligence-Funktionen nicht liefern, was zu einer umfassenden Führungsumstrukturierung führte.
- Unter neuer Leitung setzt Apple nun auf Googles Gemini-Modelle und will im Juni 2026 auf der WWDC eine überarbeitete Siri-Version präsentieren.
Bootcamp als Reaktion auf Entwicklungsrückstände
Während die Ingenieurinnen und Ingenieure an dem Bootcamp teilnehmen, bleiben rund 60 Mitarbeitende des Siri-Teams im Dienst, um die Entwicklung voranzutreiben. Weitere 60 Personen konzentrieren sich darauf, die Leistung von Siri zu evaluieren und sicherzustellen, dass der Assistent sowohl Sicherheitsstandards erfüllt als auch Nutzerbefehle korrekt interpretiert und ausführt.
Laut The Information nutzt das Siri-Team bislang nicht im vollen Umfang die Möglichkeiten KI-gestützter Coding-Tools. Während andere Teams bei Apple große Teile ihrer Budgets für Werkzeuge wie Claude Code bereitstellen, hat das Siri-Team intern den Ruf eines Nachzüglers erworben.
Organisatorische Umstrukturierung nach gescheiterten Versprechen
Das Siri-Team konnte die für iOS 18 angekündigte Apple-Intelligence-Version des Sprachassistenten nicht rechtzeitig liefern, was zu einer umfassenden Neuorganisation führte. Apple ersetzte KI-Chef John Giannandrea, der Ende 2025 von seiner Position zurücktrat und diese Woche nach der finalen Ausübung seiner Aktienoptionen am 15. April in den Ruhestand geht.
Claude Code ist ein KI-gestütztes Programmierwerkzeug des Unternehmens Anthropic, das Entwicklerinnen und Entwickler beim Schreiben von Code unterstützt. Das Tool kann Code-Vorschläge machen, Fehler erkennen und komplexe Programmieraufgaben automatisieren. Ähnlich wie andere KI-Coding-Assistenten beschleunigt es den Entwicklungsprozess erheblich und wird zunehmend zum Industriestandard.
Neue Führung unter Craig Federighi und Mike Rockwell
Software-Chef Craig Federighi übernahm die Verantwortung für die KI-Entwicklung, während Mike Rockwell, der zuvor die Vision Pro entwickelte, nun das Siri-Team leitet. Unter Federighis Führung schloss Apple eine Vereinbarung mit Google, die vorsieht, dass Siri und andere KI-Funktionen von Googles Gemini-Modellen unterstützt werden.
Die Entscheidung, externe KI-Modelle zu nutzen, markiert eine bedeutende strategische Neuausrichtung für Apple. Während das Unternehmen traditionell auf hauseigene Technologien setzt, scheint die Dringlichkeit, im KI-Bereich aufzuholen, nun Vorrang zu haben.
Ausblick auf die WWDC
Die WWDC im Juni 2026 wird zeigen, ob Apples Investitionen in die Weiterbildung seines Siri-Teams und die Partnerschaft mit Google die gewünschten Ergebnisse liefern. Die Erwartungen sind hoch, nachdem Apple bereits auf der WWDC 2024 umfangreiche Siri-Verbesserungen demonstriert hatte, die letztlich nicht wie versprochen umgesetzt werden konnten.







