Abfahrt!
Eine App, ganz Europa: Wer regelmäßig zwischen Städten pendelt oder verreist, kennt das Ritual: In jeder neuen Stadt wartet eine eigene Nahverkehrs-App, mit eigenem Kartenmaterial und eigenen Eigenheiten. „Abfahrt!“ räumt mit dieser Art von Zettelwirtschaft auf. Die App von Leonard Scharf bündelt über 100 offizielle Verkehrsdatenquellen aus 28 europäischen Ländern – von der Bremer BSAG bis zur Zürcher ZVV.
Öffnen, fertig: Per Standort findet die App Haltestellen im Umkreis und zeigt in Echtzeit, was als Nächstes fährt, samt Verspätungen und Ausfällen. Ganz ohne Konto, ohne Stadtwahl, ohne Suchen. Wer lieber gezielt plant, nutzt die Routensuche von A nach B mit Umsteigeverbindungen, die stets an der nächstgelegenen Haltestelle beginnt. Praktisch im Alltag sind die Live-Aktivität auf Sperrbildschirm und in der Dynamic Island sowie Widgets in zwei Größen, dazu Kurzbefehle und Farbkodierungen etwa für Bus, Tram, U- und S-Bahn.
Mit der aktuellen Version lassen sich Haltestellen auch ohne GPS per Name finden, etwa im Tunnel oder auch schon von zu Hause aus. Hinzu kam die Unterstützung für London und Manchester, ganz Belgien sowie Teile Nordfrankreichs. Überhaupt schreitet die Entwicklung zügig voran: Allein im April erschienen über zehn Updates, und im App Store fällt auf, wie flink auf Hinweise der Nutzenden reagiert wird. Werbung und Tracking fehlen vollständig, der Standort wird laut Datenschutzangaben nicht mit der Identität der Anwender verknüpft.
Fazit: Eine schicke und schlanke App für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr in ganz Europa statt vieler Insellösungen – schnell, werbefrei und mit einem erfreulich rührigen Entwicklungsteam.
Arti
Kinderkunst als Mengenproblem: Schubladen quellen über, das Wegwerfen löst Schuldgefühle aus. „Arti“ verlegt die Sammlung ins Digitale. Pro Kind entsteht ein Profil, dem sich abfotografierte Werke mit Beschreibungen und Tags zuordnen lassen. Großeltern oder Partner lassen sich mit abgestuften Rechten einladen. Die Daten bleiben laut Anbieter in der iCloud. Voraussetzung ist iOS 26.
Whispyr
Messenger für Menschen, die nebeneinanderstehen: Auf dem Campus, im Konzert oder im Flugzeug: Statt über Server läuft die Kommunikation hier per Bluetooth und lokalem WLAN direkt zwischen den Geräten, mittels Apples Multipeer-Connectivity. Es braucht weder Konto noch Mobilfunk, nur einen selbst gewählten Namen. Kein iMessage-Ersatz, aber clever für Orte ohne Netz.
Gegenrede
Faktenchecks per App: „Gegenrede“ prüft per KI-Recherche Behauptungen gegen eine Positivliste aus 75 Quellen deutscher und europäischer Behörden, statt frei zu formulieren. Gehostet wird nicht in den USA, sondern bei Mistral in Frankreich, IP-Adressen und Eingaben tauchen laut Anbieter in keinem Protokoll auf. Drei Versuche pro Tag sind frei. Dahinter steckt ein Solo-Projekt aus Berlin.
Die Vision Pro gilt manchen als teure Lösung für ein noch zu findendes Problem. Doch beim Spielen zeigt das Headset, was in ihm steckt. Drei Apps machen aus dem Raum um Sie herum eine Spielwiese.
Steam Link
Steam-Spiele streamen: Wer eine gut gefüllte Steam-Bibliothek besitzt, musste auf der Vision Pro bislang zu Bastellösungen greifen. Seit Frühjahr 2026 gibt es „Steam Link“ als native visionOS-App. Sie holt Spiele vom Windows-PC oder Mac per lokalem Netzwerk auf das Headset, mit bis zu 4K-Auflösung. Das Bild erscheint als großer, in der Krümmung anpassbarer Panorama-Bildschirm, der sich frei im Raum platzieren lässt. Die Rechenarbeit bleibt am Computer, die Vision Pro dient als hochauflösende Anzeige und schickt lediglich die Eingaben zurück. Stabil läuft das vor allem mit einem dedizierten und optimierten WLAN. Ein Haken bleibt: VR-Titel unterstützt die App nicht, dafür braucht es weiterhin mit deutlich mehr an Bastelei verbundene Werkzeuge wie ALVR. Für die riesige Auswahl an klassischen 2D-Spielen aber ist Steam Link ein willkommener Zugewinn, der das Headset zum kabellosen Spielemonitor in XXL-Größe verwandelt.
Asobi
PlayStation-Spiele streamen: „Asobi“ verwandelt die Vision Pro in ein privates Spielkino für die PlayStation. Die App streamt Titel von PS4 und PS5 per Remote Play oder, ein entsprechendes Abo vorausgesetzt, aus der PS-Cloud auf einen gewaltigen gebogenen Bildschirm, wahlweise im Fenster oder voll immersiv, mit bis zu 120 Hertz und räumlichem Klang. Das Besondere ist die Echtzeit-Umwandlung von 2D zu 3D: Eine maschinell erlernte Tiefenschätzung analysiert jedes Bild und rendert es stereoskopisch, sodass etwa „Spider-Man“ oder „God of War“ echte Tiefe gewinnen, ganz ohne jede Anpassung des Spiels. Hinzu kommen Hochskalierung bis 4K samt Bildschärfung. Wer alle Funktionen nutzen möchte, schaltet diese per einmaligem Kauf für 44,99 Euro frei – über alle Geräte hinweg, von der Vision Pro über iPhone und iPad bis zum Apple TV. Ein Tipp für alle, die ihre PlayStation-Spiele noch einmal neu erleben möchten.
Retro Flight 3D
Retro-Luftkampf: „Retro Flight 3D“ ist ein Luftkampf-Simulator, der eigens für die Vision Pro neu gebaut wurde – und ohne Controller auskommt. Gesteuert wird allein per Hand: Fingerzusammenführen zum Fliegen, Zeigen zum Zielen, Tippen zum Feuern. Das Schlachtfeld baut sich rund um den Spielenden auf, Gegner greifen aus allen Richtungen an. Inhaltlich steckt einiges drin: acht Fluggeräte, ein Sandbox-Modus, ein Karten-Editor, eine fordernde KI sowie Mehrspielerpartien über WLAN und Bluetooth. Die App blickt auf eine lange Geschichte zurück, ihre iOS-Wurzeln reichen bis ins Jahr 2009. Für das Headset wurde sie von Grund auf erneuert und liegt nun vollständig auf Deutsch vor. Erfreulich: Es gibt keine Werbung, keine Mikrotransaktionen und keine versteckten Kosten. So sieht ein kleines und unterhaltsames Spiel aus, das die Eigenheiten der Plattform ernst nimmt, statt nur einen Flachbildschirm nachzustellen!

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.
























