Nachgefragt

Carrier IQ: Deutsche Datenschützer haben Fragen an Apple

Deutsche Datenschützer haben Fragen an Apple und bitten um Antwort. Es geht um den Einsatz der Software Carrier IQ zur Nutzungsverfolgung im iPhone und eine damit möglicherweise zusammenhängende Verletzung des Datenschutzes. Apple hat reagiert.

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Die bayerische Datenschutzbehörde hat sich an Apple gewandt und um Information über die Software Carrier IQ und deren Einsatz in Apple-Geräten gebeten. Carrier IQ ist ein so genanntes Rootkit, das auf Wunsch der Provider auf vielen mobilen Telefonen – auch auf dem iPhone – installiert wird und im Hintergrund läuft, um Nutzer-Aktivitäten zu protokollieren. Dies soll dazu dienen, die Serviceleistungen der Provider zu verbessern.

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Allerdings wird Carrier IQ vorgeworfen, dabei sensible Handy-User-Informationen zu protokollieren. US-Senator Al Franken hatte das Unternehmen bereits aufgefordert, darüber zu informieren, ob die Software sensible Daten an Dritte überträgt.

Apple hat schnell reagiert und gestern angekündigt, dass es Carrier IQ nicht weiter unterstützen werde. Man habe bereits mit iOS 5 aufgehört, Carrier IQ in den meisten Produkten zu unterstützen und werde es zukünftig ganz entfernen, so Apple Sprecherin Natalie Harrison.

Wie sie weiterhin ausführte, müssen Anwender bei Apple-Geräten explizit genehmigen, dass Diagnose-Daten an Apple gesendet werden; erst wenn sie dies getan haben, werden diese Daten, die keinerlei persönliche Informationen enthalten, in anonymisierter und verschlüsselter Form verschickt.

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Sie lernen es nicht. Irgendwie alle nicht. Oder sind wir so blöd? Die Daten des Nutzerverhaltens haben die Provider bereits über die Daten die direkt bei ihnen anfallen. Wieso dann noch ein Rootkit? Man sollte sie alle in einen Sack stecken und einen Knüppel holen.

Die Sammeln doch jetzt noch konkretere Daten. Irgendwie müssen sie ja beweisen können, das die Abschaffung der Netzneutralität "alternativlos" ist. Ja, steckt sie in den Sack!

Ich will als erster schlagen!

Die Daten flossen auf einen Server von Carrier IQ und nicht auf den Server von Providern. Hier wurde im Großen Daten von so vielen wie möglich gesammelt...
Witzig dabei ist eigentlich, dass Apple jetzt sagt "Man habe bereits mit iOS 5 aufgehört, Carrier IQ in den meisten Produkten zu unterstützen und werde es zukünftig ganz entfernen" ... Das ist der eigentliche Hammer! Während man bei HTC und Co in Europa wohl weniger Sammelte als un den USA, sammelte Apple Global.

Ein Witz ist, dass sie sagen, man müsse die Übermittlung ja genehmigen. Da sie das "Diagnose" nennen, möchte ich nicht wissen wieviele Nutzer es aktivieren, weil sie denken da würden nur Fehler des Gerätes und ähnliches übermittelt und man könnte dadurch helfen das Produkt zu verbessern. Schliesslich ist nicht jeder Nutzer gut informiert oder super skeptisch bei sowas.

In den Einstellungen unter Info, Diagnose & Nutzung kann man in iOS 5.x "Nicht senden" einstellen und man kann die Diagnose & Nutzungsdaten einsehen und das ist sehr perfide: dort tauchen nur Fehlerprotokolle vom System oder Apps auf, zB bei wenig Speicher oder Crash einer App, aber kein Hinweis auf das Rootkit.

Ob es wirklich die Provider sind die dieses Rootkit fordern oder andere Stellen?

Wieso fragt man immer erst Apple? Machen andere doch - da dann aber nicht abschaltbar.

Es wird hier lediglich nicht geschrieben, damit Apple als "Opfer" dasteht. Tatsächlich ist bereits eine Klage gegen HTC eingereicht worden!

In iOS 3 und iOS 4 war es eben NICHT abschaltbar!

Und selbst wenn es in iOS 5 abschaltbar ist, wer sagt, dass es auch wirklich geschieht und nicht "nur angezeigt" wird? Erinnern wir uns an das Location-Problem, wo die Position auch dann mitgeloggt wurde, wenn der Location-Service explizit ausgeschaltet war!

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