Großer Klang zum kleinen Preis

Test: TL Audio Fat Track

Auch im Computerstudio benötigt man die eine oder andere analoge Komponente wie Channel Strip, Mischpult oder Summierer, die der Fat Track mit sattem Röhrenklang kombinieren möchte. Wird er den hohen Erwartungen gerecht?Bereits auf den ersten Blick fällt die erstklassige Verarbeitung des Multitalents auf, das auf der Fläche eines DIN-A3-Blattes die wichtigsten Recording-Komponenten mit großzügigen Anschlussmöglichkeiten und optional erhältlicher ADAT- beziehungsweise FireWire-Erweiterung kombiniert.

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Kanalzüge

Die beiden Aufnahmekanalzüge bieten jeweils einen symmetrischen Mikrofoneingang mit Phantomspeisung sowie einen Line- und einen hochohmigen Instrumenteneingang. Die maximal einstellbare Verstärkung der Vorverstärker liegt bei +60 dB, während das Signal mithilfe eines Pad-Schalters um -30 dB abgesenkt werden kann. Insbesondere wenn man zwei Mikrofone parallel an einem akustischen Instrument verwendet, erweist sich die Möglichkeit, die Phasen der beiden Kanäle zu drehen, als sehr hilfreich. Zur Klanggestaltung ist neben einem Hochpassfilter zur Dämpfung von Trittschall ein dreibandiger Equalizer mit einem semi-parametrischen Glocken-/Kerbfilter im Mittenband und Kuhschwanzfiltern für die Bässe und Höhen an Bord. Mit großzügig dimensionierten und angenehm griffigen Reglern lassen sich der Pegel, die Verstärkung und die Panoramaposition der Kanäle einstellen.

Stereo-Kanäle

Neben den beiden Aufnahmekanalzügen ist der Fat Track mit vier weiteren Stereo-Returns mit einstellbarer Impedanz ausgestattet, deren Eingänge als symmetrische Klinkenbuchsenpaare ausgelegt sind. Diese Kanäle lassen sich beispielsweise mit den Signalen externer Klangerzeuger oder auch mit Gruppensignalen aus der DAW füttern, sodass das Gerät auch als analoger Summierer mit insgesamt zwölf Kanälen fungieren kann. Für jedes Stereopaar steht ein eigener Pegelregler mit einer maximalen Verstärkung von +10 dB bereit.

Monitor-Sektion

Erstaunlich flexibel präsentiert sich auch die Master-/Monitor-Sektion, die Anschlussoptionen für zwei Lautsprecherpaare und zwei diskrete, stufenlos regelbare Kopfhörerwege bietet. Die Lautstärke des Stereoausgangs lässt sich über einen angenehm großen Drehregler einstellen, wobei der Main-Bus bei Bedarf stumm geschaltet werden kann. An dieser Stelle hätten wir uns noch einen Mono-Schalter gewünscht. Zur Kontrolle des Kanalpegels wurden dem Klangveredler ein VU-Meter und drei LEDs spendiert, während zwei LEDs in den Eingangskanälen Pegelspitzen sowie die Intensität der Röhrensättigung anzeigen.

Praxis

Seine kompakten Abmessungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hinter dem Fat Track ein leistungsfähiges kleines Mischpult verbirgt. Auch wenn man auf typische Ausstattungsmerkmale wie eine Talkback-Funktion verzichten muss, wird das Gerät allen grundlegenden Anforderungen an eine analoge

Kommandozentrale im digitalen Studio gerecht. So bietet es vielfältige Möglichkeiten zur Einbindung externer Dynamik- und Effektprozessoren. Reichen die regulären Kanäle nicht aus, können Sie den Return-Effektweg auch als weiteren Stereo-Eingang verwenden. In der Master-Sektion gibt es ferner einen weiteren Stereo-Insert-Weg, der das Einschleifen eines Kompressors oder Limiters erlaubt. Die Ausstattung wird durch einen 2Track-Ausgang vervollständigt.

Klang

Kommen wir nun zum Wesentlichen: dem Klang des Fat Track. Seine Mikrofonvorverstärker wissen ebenso zu überzeugen wie die sehr musikalisch klingenden Equalizer, die kräftig zupacken können, ohne jedoch unangenehm zu klingen. Bei genügend Pegel sorgen die Röhrenvorstufe sowie die Röhrenschaltung im Main-Bus zudem für eine angenehme Färbung, sodass man einzelnen Signalen aber auch Instrumentengruppen oder Stereo-Mixen mehr Präsenz, Wärme und Durchsetzungsfähigkeit verleihen kann.

Fazit

Der innovative TL Audio Fat Track erfüllt alle Voraussetzungen, die man an ein analoges Herzstück von Projekt-, Heim, aber auch kleinen professionellen Studios stellt. Ob Stereo-Channel Strip, kompaktes Mischpult, analoger Summierer oder Monitor-Controller: Der robuste Allrounder macht dank seiner Vielseitigkeit und seines hervorragenden Klangs in allen genannten Disziplinen eine gute Figur. Damit ist er in diesem Preisbereich nahezu konkurrenzlos. Trotz der Anschlussvielfalt zeigt sich das durchdachte Gerät erstaunlich leicht bedienbar, was nicht zuletzt der durchdachten Anordnung seiner Bedienelemente zu verdanken ist.

Testergebnis
ProduktnameFat Track
HerstellerTL Audio
Vertrieb: sound-service.eu
Preis1367 €
Webseitetlaudio.co.uk
Pro
  • hervorragender, warmer Klang
  • flexible Anschluss- und Routingmöglichkeiten
  • stimmiges, vielseitiges Konzept
  • gutes Preisleitungsverhältnis
  • kompakte Maße
  • Digitaloptionen
Contra
  • kein Talkback
  • kein Monitor-Mono-Schalter
Bewertung
1,5sehr gut

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