
Die Vision Pro ist seit Sommer 2024 auch in Deutschland erhältlich. Große Verbreitung fand sie nicht – was schade ist, denn sie ist wahrlich Apples fortschrittlichstes Produkt. (Bild: Stefan Molz) 
Die Vision Pro wird beim Kauf an die Kopfform des Kunden angepasst. Apple bietet die sogenannte Lichtdichtung und das Lichtdichtungspolster in verschiedenen Größen an, zudem gibt es verschiedene Kopfbänder. Brillenträger können sich Einsätze mit Zeiss-Gläsern anfertigen lassen. (Bild: Stefan Molz) 
Ein Problem hat die Vision Pro: Für Außenstehende sieht man dann doch eher… uncool aus. (Bild: Stefan Molz) 
Das M5-Modell bringt mehr Leistung, die beste Veränderung aber war das neue eingeführte Kopfband aus Strickgewebe mit einem über den Kopf verlaufenen „Bügel“. Es lässt sich auch separat kaufen, quasi als Upgrade für das M2-Modell. (Bild: Stefan Molz) 
Die Sense-Controller für Sonys PlayStation-5-Controller sind in Deutschland leider nicht separat erhältlich. (Bild: Stefan Molz) 
Apple selbst bietet recht wenig Zubehör für die Vision Pro an, das schicke Travel Case ist in Deutschland inzwischen auch nicht mehr erhältlich. Der Verlust hält sich in Grenzen: Das Apple-Case hat den Chic einer NASA-Mission, trägt aber dick auf und war mit 219 Euro auch recht teuer. Drittanbieter haben günstige, kompaktere und genauso gut die Brille samt Zubehör schützende Cases im Angebot. (Bild: Stefan Molz) 
Ich habe für das Team der Mac Life gleich zwei der Brillen in New York gekauft – der Apple Store an der 5th Avenue war zu diesem Zeitpunkt mit der Silhouette einer übergroßen Vision Pro geschmückt. (Bild: Stefan Molz)

Die Geschichte der Vision Pro: von der WWDC-Sensation zum M5-Update
Als Tim Cook die Vision Pro im Juni 2023 auf der WWDC vorstellte, war das Staunen groß – und die Skepsis auch: Ein an eine Skibrille erinnerndes Gerät zum Preis eines gebrauchten Kleinwagens, wie groß ist da das Potenzial? Im Februar 2024 startete dann der Verkauf in den USA, im Juli 2024 folgte dann der Start in Deutschland. Technisch setzte Apple Maßstäbe: zwei Micro-OLED-Displays, präzises Eye-Tracking, Handgesten statt Controller. Ende 2025 legte Apple dann nach: Die zweite Vision Pro tauschte den M2- gegen den M5-Chip und brachte mit dem Apple Vision Pro Dual Band aus Strickgewebe endlich ein Kopfband, das das Gewicht spürbar besser verteilt. Eine Revolution war das zwar nicht, eher eine gezielte Korrektur der größten Schwäche. Parallel reifte visionOS in großen Schritten – von der ersten Version bis zu visionOS 26 mit Widgets im Raum und dem Scrollen per Augenbewegung.
Welche Apple Vision Pro passt zu mir?
Die aktuelle Vision Pro mit M5-Chip kostet knapp 3.699 Euro und ist mit 256 oder 512 Gigabyte sowie 1 Terabyte SSD erhältlich – für die meisten Einsatzzwecke genügt die kleinste Ausstattung, da Filme gestreamt und Mac-Inhalte gespiegelt ankommen. Im Test der Vision Pro (M5) zeigte sich: Der Leistungssprung ist nett, der Komfortgewinn durch das neue Kopfband ein großer Pluspunkt. Wer ein Erstmodell besitzt, muss deshalb nicht wechseln – das „Dual Knit Band“ lässt sich einzeln zum Preis von 115 Euro nachrüsten. Brillenträger benötigen optische Zeiss-Einsätze, die sich beim Kauf gleich mitkonfigurieren lassen. Und Ehrlichkeit gehört dazu: Wer lediglich gelegentlich einen Film schauen möchte, bekommt für dasselbe Geld einen sehr guten Fernseher, Surround-Sound und ein Sofa. Die Vision Pro lohnt sich für alle, die den virtuellen Mac-Bildschirm, immersive Inhalte und räumliche Fotos wirklich ausreizen wollen. Das geht auch prima mit einem Gerät vom Gebrauchtmarkt – achten sie dabei aber auf die richtige Größe!
Die Vision Pro im Alltag: mehr als ein Kino auf der Nase
Im Dauereinsatz der Redaktion hat sich vor allem eine Funktion als Dauerbrenner erwiesen: als virtueller Bildschirm verwandelt sich das Headset in einen riesigen virtuellen Monitor für den Mac – auf Wunsch im Panoramaformat, das gleich mehrere physische Displays ersetzt.
Hinzu kommen Filme im virtuellen Kinosaal, insbesondere 3D-Produktionen und Apples immersive Videos – letztere lassen selbst abgebrühte Heimkino-Besitzer kurz verstummen, denn das Erlebnis ähnelt einer Privatvorstellung in einem echten Kino.
Räumliche Fotos und Videos, mit iPhone oder Vision Pro aufgenommen, entfalten auf dem Headset eine Tiefe, die kein Bildschirm erreicht. Der ausführliche Vision-Pro-Test benennt aber auch die Grenzen: Gut zwei Stunden Akkulaufzeit, das Gewicht und der externe Akku am Kabel erinnern daran, dass hier ein vollwertiger Computer auf dem Kopf sitzt. Für konzentrierte Sessions ist das verschmerzbar, für den kompletten Arbeitstag ist es… schwierig.
Zubehör für die Vision Pro: Was sich lohnt – und was nicht
Rund um die Vision Pro ist ein erstaunlich reiches Zubehör-Ökosystem entstanden. Die Übersicht der besten Vision-Pro-Accessoires zeigt, was die Redaktion nach eigenen Tests empfiehlt: Drittanbieter-Kopfbänder und -Polster, die den Tragekomfort günstiger verbessern als manches Original, Powerbanks für längere Sessions abseits der Steckdose sowie Cases für unterwegs. Apples eigenes Travel Case ist robust verarbeitet, taugt für 219 Euro aber eher zur repräsentativen Aufbewahrung als zum Reisen. In Deutschland ist es ohnehin Stand Juni 2026 nicht mehr erhältlich.
Spannend für Kreative: Mit dem Logitech Muse, den die Redaktion bereits im Hands-on getestet hat, existiert inzwischen ein räumlicher Eingabestift, der Zeichnen und 3D-Modellieren samt haptischem Feedback ermöglicht – eine echte Bereicherung für alle, denen Tippen in der Luft nicht genügt. Ein Praxisrat obendrauf: Sobald ernsthaft gearbeitet wird, gehören die Bluetooth-Tastatur und Trackpad von Apple mit dazu.
visionOS und Apps: Die Software entscheidet
Hardware altert, Software reift – bei der Vision Pro gilt das in besonderem Maße. visionOS 26 brachte Widgets, die dauerhaft im Raum verankert bleiben, Scrollen allein per Augenbewegung und Unterstützung für die Sense-Controller der PlayStation VR2 (die sich in Deutschland nicht separat kaufen lassen, der Griff zu einem kompletten PSVR2-Paket ist die Alternative, die Brille selbst lässt sich dann weiterverkaufen – wir kamen so für 130 Euro an einen brandneuen Satz der Sense-Controller).
Apple baut zudem das Angebot an Immersive Videos kontinuierlich aus, von Konzerten bis zu Sportproduktionen – und wer eine Spielebibliothek auf Mac oder PC besitzt, streamt diese per Steam Link auf die Vision Pro oder probiert sich am Streaming von VR-Spielen wie Half-Life: Alyx via ALVR.
Beim klassischen App-Angebot ist Ehrlichkeit angebracht: Viele Anwendungen sind angepasste iPad-Apps, native visionOS-Perlen bleiben rarer als erhofft. Wer den Mac einbindet, umgeht das Problem elegant – die gewohnte Software läuft dann schlicht auf dem virtuellen Großbildschirm. Praktisch für Vorführungen im Familien- und Freundeskreis ist außerdem der Gastmodus, der das Headset temporär für fremde Augen kalibriert. So bleibt das Aha-Erlebnis teilbar, ohne die eigene Einrichtung zu verstellen.

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.


























