Das Spiel des Jahres?

Test: BioShock Infinite für OS X

Das ging ja schneller als gedacht: Aspyr hat BioShock Infinite verhältnismäßig zügig für den Mac portiert, nur wenige Monate nach Veröffentlichung der Windows-Version darf auch unter OS X losgespielt werden. Doch wie gut ist das Spiel wirklich und ist die Mac-Version technisch gelungen? Unser Test klärt auf.

Von   Uhr

Peng, peng, bumm, bäng: Die Geschichte hinter vielen Egoshootern lässt sich meist lautmalerisch oder in nur einem knappen Satz zusammenfassen. BioShock Infinite hat deutlich mehr zu bieten: Hier wird zwar auch reichlich geschossen, nebenbei aber eine für ein Computerspiel erstaunlich komplexe Geschichte erzählt.

Auch der dritte Teil der BioShock-Serie begeistert durch sein ungewöhnliches Setting. Wo in den ersten beiden Serienteilen die im Art-déco-Stil gehaltene Unterwasserwelt Rapture als Schauplatz diente, spielt der Serien-Neuzugang in Columbia, einer wunderhübschen, schwebenden Stadt in einer alternativen Version der USA des frühen 20. Jahrhunderts. Hier gilt es, in der Haut des Protagonisten Booker DeWitt eine hübsche Unbekannte zu finden, um so eine mysteriöse Schuld zu begleichen. Das, so viel sei vorab verraten, gelingt DeWitt. Doch im weiteren Verlauf gerät das ungleiche Paar zwischen die Fronten, denn die zuvor auf den ersten Blick als schöne heile Welt wahrgenommene Wolkenstadt entpuppt sich nach und nach als Dystopie, der es zu entrinnen gilt – die Story wird hierbei durch Zwischensequenzen in Spielegrafik und durch zahlreiche in der Welt verteilten Sprachaufnahmen ausgemalt und vorangetrieben. Jedes weitere Wort zur Hintergrundgeschichte aber wäre ein Wort zu viel.

BioShock Infinite begeistert vor allem durch seine Geschichte und die äußerst stimmungsvolle Inszenierung. Schaut man aber auf das Gameplay an sich, hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel geändert. Neben den für Egoshooter typischen Schusswaffen aller Art stehen dem Protagonisten in BioShock Infinite im Spielverlauf immer mehr übermenschliche Kräfte zur Verfügung: So lassen sich beispielsweise ein todbringender Schwarm Raben oder tödliche Elektroschocks auf die Gegnerscharen loslassen – auch das kennt man so bereits aus den Vorgängern.

Zuwachs erhielt hingegen das Bewegungsrepertoire: Verschiedene Orte der fliegenden Stadt sind von Achterbahn-ähnlichen Schienen durchzogen, in die sich der Protagonist einklinken kann. So kommt man nicht nur schnell von A nach B, sondern bringt auch mehr Action in die Kämpfe. Übrigens: Wer mag, kann das neue BioShock auch mit einem Xbox-360- oder PS3-Gamepad spielen. Das bessere Spielgefühl bietet jedoch das Duo aus Tastatur und Maus.

Wer einen Mac mit Chipsatzgrafik besitzt, sei gewarnt – die Mindestanforderungen sind ernst zu nehmen: Auf einem nicht unterstützten MacBook Pro mit Intel HD-3000-Chip ließen sich die pro Sekunde dargestellten Bilder in der krümeligen Auflösung von 640x480 Pixeln an einer Hand abzählen. Doch auch aktuelle Topmodelle stoßen laut Aspyr aufgrund von OS-X-seitigen Limitierungen an Grenzen, Auflösungen jenseits der 1600x900 Bildpunkte sind deshalb in der Mac-Version gesperrt. Für den Test wurde Infinite über weite Strecken auf dem iMac-Spitzenmodell Mitte 2010 mit Core-i7-Prozessor und einem Radeon-HD-5750-Grafikchip gespielt. Subjektiv war der Spielablauf nur dann als „flüssig“ zu bezeichnen, wenn die Auflösung auf 1280x720 Bildpunkte reduziert wurde und man sich mit niedrigen Detaileinstellungen zufriedengab.

Fazit

In Bezug auf den Spielablauf bietet BioShock Infinite über weite Strecken klassische Egoshooter-Kost mit zarten Action-Rollenspiel-Anleihen und kombiniert dies mit einer erstaunlich tiefgründigen Geschichte. Spielwelt, Gameplay und Story gehen eine Symbiose ein, die das neue BioShock zu einem der aktuell beeindruckendsten Spiele macht. Trotz einiger Technik-Macken der Mac-Version kann BioShock Infinite vollauf begeistern und ist daher der bisher heißeste Kandidat für unsere Auszeichnung zum „Spiel des Jahres“.

Testergebnis
ProduktnameBioShock Infinite
HerstellerIrrational Games
Preis50 €
Webseitewww.bioshock.com
Pro
  • spannende Story
  • sehr gute Grafik
  • toller Sound
  • sehr gute deutsche Sprecher
Contra
  • unter WIndows deutlich bessere Performance
  • kein freies Speichern
Bewertung
1
sehr gut
 

Mehr zu diesen Themen:

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "Test: BioShock Infinite für OS X" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.