Erweiterung für World of Warcraft

World of Warcraft: The Burning Crusade

Die brennende Legion fällt mit ihrem Kreuzzug auch auf die Macintoshs dieser Welt ein. Klar, dass wir uns sofort, mit einem PowerMac G5 und einem MacBook Pro bewaffnet, den dämonischen Truppen Kil’jaedens entgegenstellen. Nach mehr als 100 Stunden Spielzeit können wir Ihnen nun verraten, ob sich das Erweiterungspaket für Sie lohnt …

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World of Warcraft ist ein MMORPG, zu deutsch: ein Onlinerollenspiel. Ihre Aufgabe? Einen Avatar durch das Abarbeiten von Aufträgen und dem Töten von Monstern stufenweise um Fähigkeiten und Stärke aufzuwerten. Genauso wie ihr Avatar an Stärke gewinnt, tun dies auch ihre Gegner – ein beständiges Wettrüsten, das bisher auf Erfahrungsstufe 60 ein Ende fand und Sie je nach Spielweise zwischen wenigen Wochen bis zu vielen Monaten an die virtuelle Welt bindet. Vor allem nach Erreichen der höchsten Erfahrungsstufe gibt es in World of Warcraft kaum mehr Spielinhalte, die von Gelegenheitsspielern zu lösen sind. Bessere Ausrüstung ist fast ausschließlich denjenigen vorbehalten, die es nicht scheuen, mehrmals in der Woche in einer Schlachtzuggruppe mit 39 anderen Spielern ganz besonders gemeine Gegner zu bezwingen, um epische Beute einzusacken. Man könnte auch sagen: Die Rendite steigt proportional zur aufgewendeten Zeit.

Halbtags-Drachentöter

Burning Crusade bietet einen neuen Kontinent, der mit sechs neuen Gebieten abenteuerlustige Helden ab Stufe 58 anlockt. Wie in den Zonen des Hauptspiels, sammeln Sie in den neuen Gebieten erneut Erfahrungspunkte durch das Lösen von Aufgaben („Quests“) und durch das Töten von Monstern. Zudem wurde die Maximalstufe auf 70 angehoben – ihr virtueller Drachentöter kann also noch stärker werden und neue, mächtige Fähigkeiten erlernen. Als besondere Belohnung können Sie sich mit Stufe 70 ein Flugtier kaufen.

Gelegenheitsspieler investieren unregelmäßig Zeit in das Spiel. Für sie sind Inhalte wichtig, die sich alleine oder in kleinen Gruppen lösen lassen. Der Weg bis auf Stufe 70 ist auch für Wenigspieler gangbar, bei einer durchschnittliche Spielzeit von drei bis sechs Stunden in der Woche, wird die höchste Stufe in wenigen Wochen bis etwa einem halben Jahr erreicht. Neben dem Abarbeiten von Quests, kann auch in speziellen Dungeons auf Beutezug gegangen werden. Diese instanzierten Gebiete sind in kleinere Flügel unterteilt, wobei 14 dieser Dungeons in Gruppen von fünf Spielern gelöst werden können. Die durchschnittliche Spielzeit beträgt dabei Abendprogramm-kompatible 60 bis 90 Minuten. Des einen Freud, des anderen Leid: Vormals tolle Gegenstände, allen voran die Tier-1 und -2-Rüstungssets vieler WoW-Spieler, sind mit dem Erscheinen des Erweiterungspakets nahezu wertlos. Schon erste Beutestücke sind nicht nur gleichwertig, sondern besser. Eine Chance zum Aufholen.

Vollzeit-Helden

Vielspieler scheuen nicht davor zurück, mehrmals in der Woche für mehr als nur zwei Stunden in die virtuelle Welt Azeroths abzutauchen. Neben den Inhalten für Gelegenheitsspieler, steht hier insbesondere die Planung und Durchführung von Überfallkommandos auf eine der Raid-Instanzen auf der Agenda. Dort lassen sich, wie „damals“ im geschmolzenen Kern, Pechschwingenhort, Naxxramas oder bei Drachendame Onyxia, besonders hochwertige Gegenstände erbeuten. Auffällig: Die neuen Raid-Instanzen sind auf 25 Spieler begrenzt, während in der Vergangenheit häufig 40 Spieler benötigt wurden. Raids werden überschaubarer und sind leichter zu planen.

Spieler-gegen-Spieler

Neben dem Kampf gegen Monster, können auch Mitspieler als Zielscheibe herhalten. Player-vs-Player kann auf speziellen Schlachtfeldern gespielt werden – Burning Crusade führt mit „Auge des Sturms“ ein neues dieser Battlegrounds ein. Aber auch an den PvP-Kämpfen im freien Feld wurde gearbeitet. Hier treten die beiden Fraktionen Allianz und Horde in drei Zonen des neuen Kontinents gegeneinander an. Als Belohnung für einen Sieg springt dabei unter anderem ein mächtiger Buff in der jeweiligen Zone für alle Mitglieder einer Fraktion heraus. Neu ist der von Guildwars inspirierte Arena-Kampf: Hier können Teams 2vs2, 3vs3 und 5vs5 antreten, um sich in Übungs- und Ranglistenkämpfen aneinander zu messen. Auch hier kann man hochwertige Belohnungen erkämpfen, die in ihren Eigenschaften mit denen der hochstufigen Tier-Klassen-Sets vergleichbar sind.

Technik

Blizzard ist für die technisch gelungenen Mac-Versionen ihrer Spiele bekannt. Die Mac-Versionen werden zeitgleich zur Windows-Version in ein und dem gleichen Paket als Hybrid-CD- oder -DVD veröffentlicht und über lange Zeit hinweg gepflegt. Selbst das in die Jahre gekommene Strategiespiel Warcraft 3 bekam kürzlich eine Universal-Binary-Version spendiert.

The Burning Crusade befindet sich auf dem von Blizzard gewohnt hohem Niveau. Neue Technologien, etwa Multi-Threaded-OpenGL (derzeit noch Mac-Pro-exklusiv), werden zeitnah implementiert. Die Performance von TBC orientiert sich in etwa an der des Hauptprogramms: Wenn WoW bei Ihnen funktioniert, werden Sie auch mit dem Add-on keine Probleme haben. Insbesondere die Verkleinerung der Raids auf nur 25 Spieler dürfte sich bei leistungsschwächeren Geräten mit Chipsatz-Grafik positiv auf den Spielfluss auswirken.

Fazit

Aufgrund des Umfangs haben wir trotz immensen Zeiteinsatzes noch nicht alle Inhalte der finalen Version auf Herz und Nieren getestet. Von dem, was wir bereits gesehen haben, sind wir aber begeistert. Blizzard hat in den neuen Gebieten viel Liebe zum Detail walten lassen – selbst stumpfsinnige Aufträge wurden aufgepeppt und auch die Hintergrundgeschichte wird spannend weiter erzählt. Insbesondere Gelegenheitsspieler werden bis zum Erreichen der neuen Maximalstufe viel Spaß an TBC haben, aber auch Raid- und PvP-Inhalte dürften für dutzende Stunden an Kurzweil sorgen. Burning Crusade macht vieles besser als das Hauptprogramm, aber im Wesentlichen ist es noch immer World of Warcraft. Es liegt in der Natur eines Add-ons: Wer mehr vom bereits bewährten will und kein grundlegend neues Spiel erwartet, der kann bedenkenlos zugreifen – auch als Mac-User.

Kommentar

Auch wenn andere Testberichte nahezu ohne Kritik auskommen, gibt es einige Dinge, die negativ auffielen. Während der Client hervorragend funktioniert, kämpfen einige der virtuellen Spielewelten („Realms“) insbesondere zur Primetime, also bei hoher Spielerdichte nach Feierabend und am Wochenende, mit merklichen Verzögerungen im Spielfluss und mit Verbindungsabbrüchen. Zwar reagiert Blizzard als Server-Betreiber meist recht schnell und schafft temporär Abhilfe, doch oft bestehen solche Probleme über Wochen hinweg. Erwähnenswert, aber kein World-of-Warcraft-exklusives Problem: MMORPGs besitzen ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotenzial. Dieses wird nicht zuletzt dadurch erzeugt, das nur der, der viel Zeit investiert, die „besten“ Gegenstände sein Eigen nennen kann. In kaum einem anderen Genre ist die aufgewendete Spielzeit wichtiger, als in den virtuellen Welten eines Onlinerollenspiels …

Testergebnis
ProduktnameWorld of Warcraft: The Burning Crusade
HerstellerBlizzard
PreisAdd-on: 34,99 Euro, Hauptspiel: 19,99 Euro
Webseitewww.wow-europe.com
Pro
  • verbesserte Quests mit einigen Highlights …
Contra
  • keine neuen Klassen-Installation: vier CDs statt einer DVD
SystemvoraussetzungenMac OS X 10.3.9 oder höher, G4/G5-CPU mit 933 MHz, 512 MB RAM, NVIDIA- oder ATI-Grafikkarte mit 32 MB VRAM
Bewertung
1.5
sehr gut
 

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