Musik über den Schädelknochen hören

Trekz Titanium im Test: Musik im Knochen

In Sachen Musik hören geht die US-Firma AfterShokz mit dem Wireless Trekz Titanium einen ganz eigenen Weg: Gelauscht wird über den Schädelknochen, nicht über den Gehörgang. Der Vorteil? Freie Ohren – und trotzdem Sound im Kopf. So zumindest die Theorie.

Von   Uhr

Kopfhörer aufsetzen und abschalten. So sieht für viele der musikalische Alltag mit gängigen In-, On- und Over-Ear-Modellen aus. Man versinkt in Tönen und Klängen und bekommt von seiner Außenwelt nur noch bedingt etwas mit. So schön – und so gefährlich. Denn wer im Straßenverkehr mit Ohrenlauschern unterwegs ist, hört im Zweifelsfall nicht das heranrasende Auto oder das Quietschen der Straßenbahn. Eine Lösung könnten hier das neue kabellose Headset Trekz Titanium von AfterShokz sein. Dieses überträgt den Schall nämlich nicht wie üblich durch Luftschwingungen auf das Trommelfell, sondern regt den Schädelknochen über zwei seitlich vor der Ohrenmuschel sitzende Konduktoren an, so dass man seine Umgebung trotz laufender Musik komplett wahrnimmt. Ein spannendes Konzept.

Ideal für Sportler

Besonders für Sportler sind ei Trekz Titanium eine echte Alternative zum klassischen In-Ear-Hörer.
Besonders für Sportler sind ei Trekz Titanium eine echte Alternative zum klassischen In-Ear-Hörer. (Bild: AfterShokz)

Geliefert wird der US-Knochenhörer mit einem USB-Kabel, das den Akku mit Energie für maximal sechs Stunden auflädt. Weiterhin wird ein Gummiband beigelegt, um für einen besseren Sitz bei kleineren Köpfen zu sorgen – was in unserem Fall nicht nötig war. Der flexible Bügel des insgesamt sehr leichten Headsets sitzt angenehm auf den Ohren. Selbst nach längerer Tragezeit spüren wir nur einen dezenten, aber nicht unangenehmen Druck. Darüber hinaus sind die Trekz Titanium schweißresistent nach IP55, so dass sie sich auch fürs Joggen, Wandern oder Radfahren eignen. Weiterer Vorteil hier gegenüber Ohrstöpseln: Die Konduktoren sitzen fest am Kopf und können nicht aus der Ohrmuschel fallen – das nervige Zurückstecken der Kopfhörer ins Ohr während des Laufens entfällt somit.

Überraschend guter Klang

Zugegeben, wir waren skeptisch hinsichtlich der Knochenklangqualität – und wurden positiv überrascht. Das Hören über den Schädel klappt verblüffend gut. Insbesondere bei etwas lauter eingestelltem Pegel. Der Stereo-Sound liegt in etwa auf dem Niveau preislich vergleichbarer Kopfhörer. Mitten und Tiefen – gerade bei typischen Pop- und Rocknummern – kommen sauber an, nur bei filigranen Höhen (wie bei Jazz und Klassik) müssen wir mitunter leichte Abstriche in der Dynamik in Kauf nehmen. An die Klangqualität klassischer Over-Ear-Hörer kommt das Trekz Titanium indes nicht heran. Doch für den mobilen Musikgenuss reicht es allemal aus.

Praktisch für alle, die unterwegs mit ihrem Kopfhörer auch telefonieren wollen: Das Modell von AfterShokz besitzt ein integriertes Dual-Noise-Cancelling-Mikrofon und lässt sich auf Wunsch mit mehreren Bluetooth-Geräten koppeln.

Fazit

Der Wireless Trekz Titanium mit Knochenleitfähigkeit verspricht Musikgenuss ohne die Umwelt auszublenden – mit Erfolg. Die Ohren bleiben dank den modernen Knochen-Konduktoren komplett frei, während die Töne über den Schädel direkt zum Innenohr geleitet werden. Der Klang ist dabei überraschend gut und in etwa auf dem Niveau preislich vergleichbarer Kopfhörer. Pluspunkte gibt es für das geringe Gewicht, den angenehmen Tragekomfort und die Schweißresistenz. Die Akkulaufzeit könnte indes mit nur sechs Stunden insgesamt etwas großzügiger ausfallen.

Besonders für Sportler sind die Trekz Titanium eine echte Alternative zum klassischen In-Ear-Hörer.

Fazit

Spannende Kopfhöreralternative mit Knochenleitfähigkeit. Überraschend guter Klang und komfortabler Sitz. Akkulaufzeit fällt mit sechs Stunden etwas kurz aus.

Testergebnis
ProduktnameTrekz Titanium
HerstellerAfterShokz
Preis129,95 $
Webseitewww.aftershokz.com
Bewertung
1.4
sehr gut
 

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