Mac-Spiele im Test

Thimbleweed Park im Test: Lucasarts trifft Akte X

Thimbleweed Park für Mac im Test: Wir schreiben das Jahr 1987. Nachdem die örtliche Kissenfabrik niederbrannte, geht es mit dem zuvor beschaulichen Örtchen Thimbleweed Park steil bergab. Und dann geschieht auch noch ein Mord …

Von   Uhr

Die späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre waren die Ära der Point-and-Click-Adventures. Wem es beim Schwelgen in Erinnerungen an Klassiker wie Maniac Mansion, Zak McKracken und Monkey Island zumindest ein klein wenig warm ums Herz wird, darf sich auf Thimbleweed Park freuen, einem neuen Adventure im Stil der Lucasarts-Klassiker. Hinter dem neuen „alten“ Spiel steckt dabei niemand geringer als Ron Gilbert, unter dessen Leitung unter anderem eben Maniac Mansion und Monkey Island entstanden sind – ein Mann also, der weiß, was er tut.

Die Zeit steht still

Jetzt endlich ist Thimbleweed Park zu haben – und die Zeit steht still. Wer die Klassiker des Genres gespielt hat, kann gleich loslegen. Und alle anderen auch, denn das Interface ist selbsterklärend. Gesteuert wird Thimbleweed Park via Maus und Tastatur mithilfe einer am unteren Bildschirmrand eingeblendete Liste an Verben, dem über Piktogramme dargestellten Inventar und interaktiven Elementen in der in charmanter Pixelgrafik dargestellten Umgebung. Sämtliche Aktionen, etwa „Nutze Hamster mit Mikrowelle“, lassen sich schlicht per Maus zusammenklicken. Langweilig wird es dabei nur selten, denn man schlüpft in die Haut ganz verschiedener Charaktere. Zwischen diesen darf im weiteren Spielverlauf immer wieder hin- und hergeschaltet werden, etwa um gemeinsam ein Rätsel zu lösen. Die Besetzung rekrutiert sich aus einem Agenten-Duo in bester „Akte X“-Manier, einem übellaunigen Clown, einem Geist und einer angehenden Spieleentwicklerin. Und das in einer Stadt mit einer guten Handvoll weiterer schräger Typen, auf die selbst die Fortsetzung von „Twin Peaks“ neidisch wäre. Hinzu kommen geheimnisvolle Orte, etwa ein verwunschenes Hotel und ein verlassener Zirkus – passende Bühnen für ein Spiel, das sich selbst als „Neo-Noir-Krimi“ bezeichnet. Die zu Beginn des Abenteuers gefundene Leiche ist dabei natürlich nur die Spitze des Eisbergs und im Rahmen der zwischen zehn und zwölf Stunden langen Story erlebt man so manche Überraschung, derer wir nichts vorwegnehmen wollen.

(Bild: Screenshot)

So viel aber sei gesagt: Auch in Thimbleweed Park dreht sich einmal mehr alles um die vielen witzigen Dialoge und natürlich die Genre-typischen Kombinationsrätsel. Die Aufgaben sind dabei vor allem im späteren Spielverlauf gewohnt schräg und nur mit einer gehörigen Portion Hirnschmalz zu knacken. Wer sich längere Grübelei ersparen will, startet das Spiel deshalb einfach im „gemütlichen Modus“, der vereinfachte Versionen der Puzzles bereithält. Und der Witz? Auch hier hat Ron Gilbert nichts verlernt: So richtig ernst nimmt sich Thimbleweed Park als Spiel nämlich nie und geizt infolgedessen nicht mit Anspielungen etwa auf die Einschränkungen des Genres – schön, wenn man über sich selbst lachen kann! Wer nicht ganz sattelfest in der mehr als 30 Jahre langen Historie der Adventurespiele ist, dürfte einige der Anspielungen jedoch nur schwer verstehen.

Fazit

Wer die Adventure-Spiele der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre verschlungen hat, findet in Thimbleweed Park den lang ersehnten Nachschub. Prima: Das Spiel läuft auch auf betagteren Rechnern flüssig und ohne Probleme; als Minimalvoraussetzung seinen ein Mac mit OS X ab Version 10.7 und Intel-Chipsatzgrafik genannt. Eine Version für iOS ist angekündigt.

Testergebnis
ProduktnameThimbleweed Park (Mac-Version)
HerstellerTerrible Toybox
Preis19,99 €
Webseitethimbleweedpark.com
Pro
  • charmante Pixelgrafik
  • schräger Humor
  • gute deutsche Bildschirmtexte
Contra
  • Sprachausgabe nur auf Englisch
SystemvoraussetzungenOS X 10.7, Intel-CPU ab 2 GHz, 4 GB RAM, Intel HD 3000 oder besser
Bewertung
2.2
gut
 

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