Geld zurück für 2015

Test: SteuerSparErklärung Plus 2016, Steuersoftware für Mac-Anwender

Steuersoftware für Mac-Anwender im Test. Arbeitnehmer haben sich in den vergangenen Jahren durchschnittlich 900 Euro pro Jahr vom Finanzamt zurückgeholt. Mit der SteuerSparErklärung erhält man die notwendige Motivation, die Steuererklärung aktiv anzugehen. Wir haben die Mac-Version des Steuerprogramms getestet.

Von   Uhr

Annähernd die Hälfte der Deutschen versteht ihren Steuerbescheid nicht. Zu diesem eher alarmierenden Ergebnis kommt eine Meinungsumfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der „Welt am Sonntag“ unter rund 1.000 Teilnehmern. Demnach sagen knapp 45% der Interviewten, dass sie mit der Post vom Finanzamt nur wenig anfangen können. Vor allem Frauen geben mit 48% zu, den Steuerbescheid nicht zu verstehen. Doch auch unter Männern liegt die Quote mit 42% nur geringfügig besser. Ein Armutszeugnis für den Fiskus und die Politik, die mit der digitalen Steuererklärung in den kommenden Jahren eigentlich für mehr Transparenz sorgen will. Bis es aber tatsächlich soweit ist, kommt man an einem digitalen Helfer wie der SteuerSparErklärung nicht vorbei. Diese leistet die notwendige Unterstützung, um die Einkommensteuererklärung pünktlich bis zum 31. Mai beim Finanzamt einzureichen.

Versionsvielfalt

Die SteuerSparErklärung ist für den Mac nicht nur in einer Basis-Variante, sondern auch in einer Plus-Ausgabe für Selbstständige, für Lehrer, für Rentner und Pensionäre erhältlich. Im Gegensatz zur Basis-Variante sind die vier anderen Versionen jedoch ausschließlich als Download verfügbar. Die Plus-Variante bietet gegenüber der Basis-Version zusätzlich einen Online-Zugriff auf eine Datenbank mit umfangreichen Tipps und Spar-Strategien. Die Version für Selbstständige fokussiert sich hierbei auf alle wichtigen Steuerthemen für Selbstständige. Der digitale SteuerKompass bietet zahlreiche Informationen zu Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug oder Abschreibungsmöglichkeiten. Die Ausgabe für Lehrer setzt hierbei den Schwerpunkt auf alle Themenfelder, die für Lehrer und Pädagogen wissenswert sind. Die Steuertipps-Datenbank enthält viele spezialisierte Expertenbeiträge, zudem wird ein Steuer-Ratgeber für Lehrer mitgeliefert. Für Rentner und Pensionäre gibt es ebenfalls eine Spezial-Ausgabe, der ein Steuerratgeber rund um das Thema Rentenbesteuerung beiliegt.

Alle fünf Varianten enthalten die digitale Version eines umfangreichen Steuerratgebers. Eine Print-Version kann man kostenlos mittels der beigefügten Bestellkarte anfordern. Als Mittel zur Kundenbindung bietet der Hersteller ein Spar-Abonnement an, mit dem man im November die Folgeversion zu einem vergünstigten Preis erhält und den SteuerKompass parallel auf dem iPad mitlesen kann.

Mit dem Roten Faden der SteuerSparErklärung wird man gezielt zu den relevanten Eingabefeldern geleitet.
Mit dem Roten Faden der SteuerSparErklärung wird man gezielt zu den relevanten Eingabefeldern geleitet. (Bild: Hersteller)

Datenübernahme und -erfassung

Nach dem Programmstart gelangt man in das Start-Center, von wo aus man in der Regel einen bereits bestehenden oder neuen Steuerfall öffnet. Alternativ kann man im Start-Center eine Steuerprognose für 2016 berechnen, eine Lohnsteuer-Ermäßigung für 2016 beantragen sowie die Gewinnermittlung 2015, die Gewinnerfassung 2016 und die Feststellungserklärung 2015 durchführen. Darüber hinaus kann man nicht nur die Daten aus dem letzten Jahr, sondern auch aus ElsterFormular oder anderen Programmen per PDF übernehmen.

Wesentlich eleganter erhält man seine Steuerdaten direkt von der Finanzverwaltung im Wege der vorausgefüllten Steuererklärung. Dazu gehören die vom Arbeitgeber bescheinigten Lohnsteuerdaten, Bescheinigungen über den Bezug von Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen und Altersvorsorgeaufwendungen. Bevor man die Daten jedoch final in die Steuererklärung übernimmt, sollte man sie auf Richtigkeit prüfen, denn nicht immer liegen dem Finanzamt diese Daten richtig vor.

Der überarbeitete Rote Faden ist ein Eingabeassistent, der mittels einer verbesserten Dialogtechnik den Steuerlaien durch die Steuererklärung und die komplexen Formulare führt. Die Eingaben werden hierbei sofort auf Fehler überprüft, zudem bietet der Assistent viele automatische Tipps, welche Ausgaben abgesetzt werden können. Der Anwender hat damit das gute Gefühl, dass nichts Wesentliches vergessen wurde.

Das ist neu: Steuerrechtliche Änderungen

Kapitalerträge: Für Kapitalerträge ab Januar 2015 erfolgt der Kirchensteuerabzug automatisch.
Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag erhöht sich für alle Steuerpflichtigen von 8.472 Euro auf 8.652 Euro.
Kindergeld: Das Kindergeld für das erste und zweite Kind steigt von 188 Euro auf 190 Euro je Kind.
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Der bisherige Freibetrag von 1.308 Euro wird um 600 Euro auf 1.908 Euro erhöht.

Digitalisierung von Belegen

Der BelegManager ermöglicht es, Belege zu digitalisieren, zu ordnen und in das Programm zu übernehmen. Alternativ kann man die digitalisierten Daten in der Cloud sichern. Hierfür muss man ein kostenloses Benutzerkonto auf steuertipps.de anlegen. Gegen Aufpreis bietet der Hersteller allen Vielbeschäftigten einen Scan-Service an. Die digitalisierten Belege werden dann in der Cloud auf dem Benutzerkonto hinterlegt. Am Ende überprüft der elektronische Steuerprüfer die eingegebenen Daten auf Fehler und Vollständigkeit und macht Optimierungsvorschläge. Man hat hier auch die Möglichkeit, automatisch die optimalste Veranlagungsart berechnen zu lassen.

Expertenfunktionen

Mit der Modifizierung des Reisekostenrechts zum Januar 2014 hat das Programm einen Tätigkeitsstätten-Experten erhalten. Dieser hilft dem Anwender, einfach und schnell herauszufinden, ob eine erste Tätigkeitsstätte besteht, wo diese liegt und welche damit verbundenen Kosten erfassbar sind.

Fällt die Steuerrückerstattung durch das Finanzamt nicht in der gewünschten Höhe aus, kann man mit einem weiteren Experten die Prüfung des Steuerbescheids anstoßen. Zunächst vergleicht der Bescheidprüfer die Daten aus dem Steuerbescheid mit der Steuererklärung. Abweichungen werden aufgezeigt und mit entsprechenden Erläuterungen versehen. Möchte man gegen die Entscheidung des Finanzamts Einspruch einlegen, hilft der überarbeitete Einspruchsgenerator bei der Erstellung individueller Einspruchsschreiben.

Fazit

Die SteuerSparErklärung ist ein leistungsfähiger Helfer für die Steuererklärung, die nahezu keine Wünsche offen lässt. Die Steuererklärung kann auf Papier, via Elster-Übermittlung und postalischer Autorisierung oder vollelektronisch über das digitale Elster-Zertifikat erfolgen. Die Benutzeroberfläche wirkt dabei angenehm luftig, auch wenn einige Menüstrukturen und Abfrageschritte verschachtelt erscheinen. Musterfälle löst das Programm vorbildlich mit hoher Rechengenauigkeit. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend.

Fazit

Eine sehr gute Steuererklärung mit einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis.

Testergebnis
ProduktnameSteuersparerklärung Plus 2016
HerstellerAkademische Arbeitsgemeinschaft
Webseitewww.steuertipps.de
Pro
  • gute Benutzeroberfläche, zielgruppengerechte Programmversionen, BelegManager mit OCR-Funktionalität, vorausgefüllte Steuererklärung
Contra
  • Menüfunktionen und Abfrageschritte teilweise zu verschachtelt
Bewertung
1.4
sehr gut
 

Mehr zu diesen Themen:

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "Test: SteuerSparErklärung Plus 2016, Steuersoftware für Mac-Anwender" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.