Test: iPad Pro 2018 – Das iPad, das ein Mac sein möchte.

Quelle: https://www.maclife.de/test/test-ipad-pro-2018-ipad-mac-sein-moechte-1000.html

Autor: Sebastian Schack

Datum: 09.11.18 - 15:54 Uhr

Im Test: iPad Pro 2018 – Das iPad, das ein Mac sein möchte.

Als Apple mit der Präsentation des neuen iPad Pro begann, war nicht klar, dass dieses Gerät den ersten veritablen Angriff Apples auf Laptops als Geräteklasse darstellen würde. Apple will das iPad nun auch im Pro-Bereich nicht mehr nur als Tablet verstanden wissen, sondern als ernstzunehmendes Arbeitsgerät. Für die meisten Anwendungsfälle gelingt das. Für manch andere aber auch sehr deutlich nicht.

Schon seit dem ersten iPad Pro mache ich keinen Hehl daraus, dass ich diese Geräte liebe. Auf Reisen, gerade auch auf Dienstreisen, lasse ich immer öfter das MacBook Pro daheim und trage nur das iPad Pro mit mir herum. Gäbe sich Adobe einen Ruck und brächte eine Version von Incopy und Indesign, Werkzeuge, die für meine Redaktionsarbeit unerlässlich sind, in einer iOS-Variante, vermutlich wäre ich mit dem iPad Pro in meiner alltäglichen Arbeit sogar glücklicher als mit dem MacBook Pro.

Neues altes Display im neuen iPad Pro

Dieses Jahr hat Apple das iPad zum ersten Mal einem kompletten Redesign unterzogen. Alle anderen Generationen und Modelle ähnelten dem Original von 2010 sehr. Die neuen iPad-Pro-Geräte ähneln eher dem iPhone 5, was eins der bislang besten iPhone-Designs war. Vorder- und Hinterseite sind abgesehen von der rückwärtigen Kamera komplett eben und auch die Seiten des Geräts sind nicht angeschrägt. Es würde mich nicht wundern, wenn Apple in den kommenden Jahren das iPad-Pro-Design als Vorlage für weitere iPhone-Modell heranzöge.

Apple Pencil 2

Zwei externe Eingabegeräte lässt Apple beim iPad Pro aber doch zu: Tastaturen und Stifte. Gegen die meisten Eingabestifte kann sich Apple auch gar nicht wehren, da diese einfach das Touch-Display nutzen. Der eigene Stylus, der Apple Pencil, ist allerdings via Bluetooth mit dem Betriebssystem verbunden und bietet diverse Zusatzfunktionen. In der nun veröffentlichten zweiten Version bietet er sogar eine ganze Reihe neuer Tricks. Schon die erste Generation war grandios, hatte aber auch ein paar deutliche Schwachstellen, die Apple allesamt ausgebessert hat.

Der Apple Pencil 2 ist nun matt beschichtet und hat mehr „Grip“. Außerdem hat er nun eine flache Seite und rollt endlich nicht mehr weg. Um das zu verhindern hatte die Vorgängergeneration entsprechen angebrachte Gewichte – das hat allerdings eher leidlich funktioniert. Geladen wird er nicht länger über Lightning (oder jetzt eher: USB-C), sondern induktiv. Die Magneten an der rechten Gehäuseseite sind stark genug, dass der Apple Pencil in die richtige Position zum Laden gezogen wird. Sie sind sogar so stark, dass der Apple Pencil 2 die ganze Zeit über an der Gehäuseseite verweilen kann. Sie müssen Ihn also nie wieder suchen. Während mein alter Apple Pencil nie da war, wenn ich ihn brauchte und immer leer war, ist der neue immer da und immer geladen.

Das untere Drittel des Apple Pencil 2 ist eine einzige, umlaufende Touch-Oberfläche, die bislang auf genau ein Kommando reagiert: Doppel-Tap. In der Notizen-App können Sie so beispielsweise vom Schreibgerät zum Radiergummi wechseln. Das Verhalten beim Erkennen eines Doppel-Tap können Sie in den Einstellungen systemweit festlegen. Komplexere Mal- und Zeichen-Apps wie etwa Procreate können App-intern weitere Funktionen an den Doppel-Tap binden.

Für mich ist die neue Generation des Apple Pencil perfekt und ich habe absolut nichts daran auszusetzen. Volle Punktzahl!

Darüber hinaus spricht Apple wie auch schon beim iPhone X, XS und XR von einem „all screen design” das „from edge to edge“ reichen würde. Schon der erste Blick auf das iPad Pro lässt, wie auch schon bei den vorgenannten iPhone-Modellen, erkennen, dass zumindest die Bildfläche alles andere als „edge to edge“ ist. Der schwarze Rahmen ist zwar im Vergleich zu den vorherigen iPad- und iPad-Pro-Generationen merklich schmaler geworden, aber immer noch da. Der kleine sprachliche Trick, den ich Apple dabei unterstelle: die LEDs, die den Bildschirm beleuchten, gehören letztlich auch zum Display und sind unter eben diesem Rahmen beheimatet. Geschenkt.

Einen echten Pluspunkt erhält Apple für die abgerundeten Ecken des Displays. Was bei OLED-Bildschirmen keine große Kunst ist, stellt sich bei LC-Displays als echte Aufgabe dar, die niemand so ästhetisch löst wie Apple.

Abgesehen davon ist das 2018er-Display im Prinzip identisch zum Vorjahresmodell: True Tone, ProMotion, Unterstützung für „wide color“ – alles dabei.

Das iPad Pro 2018 in zwei neue Größen

Das iPad Pro gibt es in diesem Jahr in einer neuen Display- und einer neuen Gehäuse-Größe. Das neue kleine iPad Pro ist von den Außenmaßen her praktisch identisch zum vorherigen kleinen iPad Pro mit 10,5-Zoll-Display. Dadurch, dass Apple die Ränder rund um die Bildfläche schrumpfen konnte, misst diese nun aber 11 Zoll. Alternativ hätte man das Gerät mit dieser Technik insgesamt verkleinern und die Display-Diagonale von 10,5 Zoll beibehalten können. Damit hätte man aber die vollwertige Tastatur der eigenen Tastaturhülle opfern müssen.

Vor diesem Problem stand man beim großen iPad Pro nicht. Hier bleibt die Bildschirmfläche identisch, das Gerät ist aber signifikant kleiner.

Insgesamt schafft Apple es für meinen Geschmack zum ersten Mal, eine unmittelbar vorherige iPad-Generation auf einen Schlag uralt aussehen zu lassen.

Folio Keyboard

Apples eigene externe Tastatur ist ebenfalls völlig neu gestaltet und hört jetzt auf den Namen „Smart Keyboard Folio“. Der Name lässt schon auf den Umstand schließen, dass die Tastaturhülle nun Vorder- und Hinterseite des iPad Pro bedeckt. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, bietet sie so doch einen merklich größeren Schutz gegen äußere Einwirkungen.  

Während Nutzung können Sie - das ist ebenfalls neu – zwischen zwei Anstellwinkeln wählen. Während sich der steilere meines Erachtens besser für den Medienkonsum eignet, fühlt sich der flachere perfekt beim Tippen an. 

Auch bei der Tastatur hat Apple, ähnlich wie beim Apple Pencil, auf die Kritik der Nutzer gehört. Die „Bodenplatte“, also die Fläche, auf der das iPad Pro währen der Nutzung der Tastatur steht, besteht nun aus einem Stück. Das sorgt für deutlich mehr Stabilität, besonders wenn man das iPad Pro auf wackeligem oder weichem Untergrund, wie dem Schoß oder, ja, der Matratze im Bett verwendet.

Dadurch, dass das Smart Keyboard Folio nun beide Seiten des iPad Pro umschließt, trägt es mehr auf als sein Vorgänger. Nicht nur, weil das iPad Pro selbst gehörig abgespeckt hat, überwiegen die Vorteile des neuen Designs der Tastatur.

Die Tastatur selbst, also die Tasten, sind laut Apple indes völlig unverändert. Im direkten vergleich fühlt sich der Anschlag der Tasten des neuen Keyboards zwar deutlich fest und direkter an, das mag aber auch einfach daran liegen, dass ich die Tastatur an meinem nun alten iPad Pro in den vergangenen 12 Monaten wahrlich intensiv genutzt habe.

Power wie ein großer!

Bei aller gebotenen journalistischen Neutralität: vor Apples Chip-Team kann man einfach nur den Hut ziehen. Die Performance der neue iPad-Pro-Modelle ist verstörend gut. Als universeller Messwert dient uns wie vielen der Geekbench-Score. Hier erzielt das iPad Pro im Single-Core-Betrieb rund 5.000 Punkte, im Multi-Core-Betrieb knappe 18.200 Punkte. Das direkt daneben stehende MacBook Pro von 2017 mit 2,8-Gigahertz Intel-Core-i7-Prozessor kommt auf 4.300 und 14.700 Punkte. Ein i7-MacBookPro aus der 2018er-Baureihe zieht dem iPad Pro allerdings mit 4.800 und 19.800 Punkten zumindest im Multi-Core-Vergleich knapp davon.

Bei der Grafikleistung nach Geekbench-Wertung erzielt das iPad Pro knappe 41.000 Punkte („Metal-Score“) und das MacBook Pro mit seiner AMD-Radeon-Pro-555-GPU scheitert knapp an der 45.000-Punkte-Marke. 

Ja, man kann ein MacBook Pro mit noch besseren Komponenten ausstatten und das iPad Pro eben nicht. Das ist jedoch nicht der Punkt. Es geht vielmehr darum, dass das iPad Pro mit aktuellen MacBook-Pro-Modellen mithalten kann und einige Konfigurationen davon sogar in jedem Performance-Vergleich schlägt.

Außerdem darf man das Preisargument nicht vergessen. Das 12,9-zöllige iPad Pro bekommt man bereits für 879 Euro. Der Maximal-Preis liegt bei 2.100 Euro (mit LTE und 1 Terabyte Speicherplatz). Das von uns zum Vergleich herangezogene 15-Zoll-MacBook Pro kostet bereits in der Standardkonfiguration 3.300 Euro, mit 1 Terabytespeicherplatz (dafür ohne LTE, allerdings mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, wo das iPad Pro „nur“ 6 bietet) sogar knapp 3.800 Euro.

Wie jeder Vergleich hinkt natürlich auch dieser. Gewaltig sogar. Denn das MacBook Pro ist das deutlich vielseitigere Gerät. Für viele Aufgaben, das lässt sich in jedem Fall sagen, ist das iPad Pro aber eine mindestens genauso gute Wahl und das sogar zu einem günstigeren Preis. Für echte Pro-User, die auf Final Cut Pro X oder ähnliche Tools angewiesen sind, ist das iPad Pro natürlich weiterhin keine Option. Klar wird bei diesen Überlegungen allerdings, wohin die Reise geht.

Kameras und Face ID

Erstmals verkauft Apple nun auch ein iPad mit einem nicht zu versteckenden Kamera-„Buckel“ auf der Gehäuserückseite. Das iPad Pro verfügt über eine f/1,8-Linse mit einem dahinter liegenden 12-Megapixel-Sensor. Laut Apple liefert dieses komplett neue Kamerasystem vergleichbar gute Bilder wie das des 2017er-Modells, ist aber wesentlich kleiner. An die Qualität der Kamera des iPhone XS reicht sie allerdings deutlich nicht heran, profitiert aber ebenfalls von Apples Smart-HDR-Technologie, die durch den A12X-Prozessor, respektive dessen Machine-Learning-Komponenten, ermöglicht wird und Aufnahmen automatisch verbessert.

Die vorderseitige Kamera hingegen ist die, die wir schon vom iPhone XS und iPhone XR kennen. Sie erlaubt auch Fotos im Porträt-Modus, was mit der rückwärtigen iPad-Pro-Kamera nicht möglich ist.

Die tatsächlich große Neuerung im Zusammenhang mit den Kameras ist natürlich Face ID, das die Authentifizierung per Gesicht, statt wie bislang per Fingerabdruck ermöglicht. Anders als beim iPhone funktioniert Face ID beim iPad Pro unabhängig davon, wie man das Gerät hält, solange das Face-ID-System noch die Chance hat, das Gesicht zu erfassen. Also auch wenn man das iPad Pro um 90 oder gar 180 Grad dreht. Eine Funktion, die dem iPhone bislang verwehrt blieb, dort aber vielleicht auch nicht so dringend benötigt wird.

Da das Face-ID-Modul technisch identisch zu dem der aktuellen iPhone-Modell ist, gibt es auch hier ansonsten keine Überraschungen. Face ID funktioniert schnell und nachdem man das iPad auf diese Weise auch bei widrigen Lichtverhältnissen ein paar Mal entsperrt hat auch sehr zuverlässig. 

USB-C statt Lightning

Eine weitere große technische Neuerung ist der Wechsel von Lightning auf USB-C. Das iPad Pro ist das erste iOS-Gerät, das auf Apples hauseigenen Lightning-Port verzichtet und stattdessen auf den industrieweit akzeptierten USB-C-Standard setzt. Die Argumente für diesen Schritt liegen auf der Hand: Apple will das iPad als Laptop-Konkurrenz verstanden wissen und muss es daher anschlussfreudiger gestalten.

Tatsächlich funktionieren die meisten Geräte, die ich für den Test per USB-C angeschlossen haben tadellos: HDMI-Adapter, Kartenlesegeräte, Tastaturen, USB-Mikrofone und sogar ein Ethernet-Adapter. Außerdem natürlich Kopfhörer über den separat bei Apple erhältlichen USB-C-auf-Klinke-Adapter.

Externe Monitore am iPad Pro

Apple sieht darüber hinaus den direkten Anschluss von Bildschirmen als großen Vorteil. In der Realität wird sich diese Funktion wohl erst in den nächsten Jahren als wirklich sinnvoll erweisen. Die wenigsten Menschen dürften zum aktuellen Zeitpunkt einen USB-C-Monitor ihr Eigen nennen. Im Übrigen: Apple wirbt zwar damit, dass das iPad Pro ohne Probleme auch 5K-Displays ansteuern könne. De facto gibt es mit heutigem Stand kein 5K-USB-C-Display am Markt. Selbst die von Apple in Kooperation mit LG gefertigten „Ultra Fine“-Displays erwarten den Bild-Input via Thunderbolt und können mit der Ausgabe des iPad Pro nichts anfangen.

Aber selbst wenn man einen Monitor, egal ob nun via Adapter oder direkt mittels USB-C, mit dem iPad Pro verbunden hat, erweist sich der Nutzen dieser Operation als begrenzt. Denn der Monitor dient einzig und allein der Wiedergabe. Es fehlt einfach an Möglichkeiten, alternative Eingabegeräte anzuschließen. Zum Beispiel eine Maus. Ja, eine Maus am iPad. Natürlich nicht, um Software auf dem iPad-Bildschirm selbst zu steuern, wohl aber auf dem externen Monitor. Denn aktuell sieht die Arbeit so aus: ich bearbeite eine Video auf dem iPad Pro, gucke kurz hoch, um zu kontrollieren, wie das selbe Video auf dem großen Bildschirm aussieht, gucke wieder runter um weiterzuarbeiten. Und so weiter und so fort.

Unter dem Strich gibt es an dieser Stelle also überhaupt keine funktionale Neuerung. Was schon immer ging, geht jetzt auch mit USB-C.

Externer Speicher und iCloud Drive als Schwachstelle

Eine weitere Unzulänglichkeit des iPad Pro als MacBook-Ersatz offenbart sich, als ich versuche externe Speichermedien per USB-C mit dem Tablet zu verbinden. Es passiert nämlich einfach nichts. Speicherhersteller können eigene Apps anbieten, die den Zugriff auf die Daten des externen Mediums ermöglichen. Das klingt allerdings weder nach Apple noch nach 2018. Nach wie vor können lediglich Fotos von externen Medien geladen werden. Dann aber möchte Apple immer Teil der Kette sein. Fotos müssen in die Foto-Mediathek importiert werden und können nicht etwa direkt in Lightroom, Pixelmator oder ein sonstiges Bildbearbeitugnsprogramm der Wahl geladen werden. Das reicht schlicht und ergreifend nicht.

Mein Entsetzen über Apples Politik gegenüber externen Speichermedien begründet sich zu einem guten Teil auch in den Unzulänglichkeiten eines weiteren Apple-Angebots: iCloud Drive. Dass ich weder USB(-C)-Sticks noch -Platten mit dem iPad Pro sinnvoll nutzen kann, wäre halb so wild, wenn iCloud Drive mir mehr Funktionen böte, die für Dropbox Microsofts One Drive und das Google Drive schon seit Jahren selbstverständlich sind. Das einfache Teilen von Dateien oder das Freigeben ganzer Ordner beispielsweise. 

„Dann installier dir doch Dropbox!“, mögen Sie sich jetzt denken. Habe ich sogar. Zusätzlich. Obwohl ich in meinem iCloud Drive 2 Terabyte Speicherplatz habe, den ich nicht im Ansatz ausnutze. Das Schlimme daran ist aber: Dropbox allein macht auch nicht glücklich, weil sich an vielen Stellen iOS zu unflexibel, zu sperrig zeigt, als dass man Dropbox genau so schnell, einfach und umfassend nutzen könnte, wie am Mac.

Davon ganz abgesehen: die Existenz einer Alternative wie Dropbox ist keine Entschuldigung für die Schwachstellen des iCloud Drive. Im Gegenteil. Hier muss Apple dringend nachbessern.

An dieser Stelle bin ich sehr auf iOS 13 gespannt. Apple möchte, dass wir das iPad Pro als Laptop-Alternative, vielleicht sogar als die Zukunft des Mac sehen. Zumindest technisch gelingt das auch. Man scheint dabei aber vergessen zu haben, dass es bei Computern eben nicht nur um die Technik, sondern auch, vielleicht sogar vor allem, um Software geht. Und die ist auf dem iPad nach wie vor limitiert. Wenn Sie jetzt denken, dass das schon nicht so schlimm sei und dass ich mich über Gebühr anstelle, dann lade ich Sie zu folgendem Gedankenexperiment ein: Stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen von einer auf die nächste Sekunde macOS von Ihrem Mac löschen und Sie stattdessen mit iOS auf Ihrem Arbeitsgerät zurücklassen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, mal eben zwei PDFs, ein Foto und eine Zip-Datei an einen Kollegen oder Freund zu schicken. Und ich setze noch einen drauf: dieser Kollege oder Freund verfügt über einen Windows-PC und ein Android-Telefon. (Wenn Ihnen ein Weg einfällt, der ähnlich gangbar ist wie auf dem Mac, bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion und lassen mich daran teilhaben!)

Apple Pencil 2

Zwei externe Eingabegeräte lässt Apple beim iPad Pro aber doch zu: Tastaturen und Stifte. Gegen die meisten Eingabestifte kann sich Apple auch gar nicht wehren, da diese einfach das Touch-Display nutzen. Der eigene Stylus, der Apple Pencil, ist allerdings via Bluetooth mit dem Betriebssystem verbunden und bietet diverse Zusatzfunktionen. In der nun veröffentlichten zweiten Version bietet er sogar eine ganze Reihe neuer Tricks. Schon die erste Generation war grandios, hatte aber auch ein paar deutliche Schwachstellen, die Apple allesamt ausgebessert hat.

Der Apple Pencil 2 ist nun matt beschichtet und hat mehr „Grip“. Außerdem hat er nun eine flache Seite und rollt endlich nicht mehr weg. Um das zu verhindern hatte die Vorgängergeneration entsprechen angebrachte Gewichte – das hat allerdings eher leidlich funktioniert. Geladen wird er nicht länger über Lightning (oder jetzt eher: USB-C), sondern induktiv. Die Magneten an der rechten Gehäuseseite sind stark genug, dass der Apple Pencil in die richtige Position zum Laden gezogen wird. Sie sind sogar so stark, dass der Apple Pencil 2 die ganze Zeit über an der Gehäuseseite verweilen kann. Sie müssen Ihn also nie wieder suchen. Während mein alter Apple Pencil nie da war, wenn ich ihn brauchte und immer leer war, ist der neue immer da und immer geladen.

Das untere Drittel des Apple Pencil 2 ist eine einzige, umlaufende Touch-Oberfläche, die bislang auf genau ein Kommando reagiert: Doppel-Tap. In der Notizen-App können Sie so beispielsweise vom Schreibgerät zum Radiergummi wechseln. Das Verhalten beim Erkennen eines Doppel-Tap können Sie in den Einstellungen systemweit festlegen. Komplexere Mal- und Zeichen-Apps wie etwa Procreate können App-intern weitere Funktionen an den Doppel-Tap binden.

Für mich ist die neue Generation des Apple Pencil perfekt und ich habe absolut nichts daran auszusetzen. Volle Punktzahl!

iPad Pro (2018) kaufen

Fazit

Das neue iPad Pro ist ein Grenzgänger. Technisch ist es leicht und locker gleichauf mit den meisten Mobil-Macs, mit der Mehrheit mobiler PCs ohnehin. Das iPad Pro weiß in dieser Hinsicht vollständig zu begeistern. Mir ist kein Tablet bekannt, das leistungsmäßig auch nur ansatzweise mit dem iPad Pro Schritt halten kann. Und allzu viele Laptops, die dazu in der Lage wären, sehe ich auch nicht. Spätestens dann nicht mehr, wenn man nicht mehr als für ein iPad Pro ausgeben möchte. Gleichzeitig mangelt es softwareseitig an diversen Feinheiten, als dass man es als „echten Computer“ verstehen könnte. Frustrierend dabei ist, dass sämtliche Unzulänglichkeiten des iPad Pro in Sachen Software von Apple geplant sind und verhältnismäßig leicht zu ändern wären – wenn man denn wollte. Mit Zugriff auf externe Speichermedien über die Dateien-App, etwas mehr Flexibilität in der Nutzung externer Displays und einer anständigen Erweiterung des iCloud Drive wäre das iPad Pro für deutlich mehr Menschen der perfekte Computer. Zumindest für mich.

Produktdaten
ProduktnameiPad Pro 12,9"
HerstellerApple
Preis2099 €
Webseitewww.apple.de
Bewertung4.8/5 Sterne
Pro
  • Großartiges Display
  • Mehr Power als die meisten Macs und PCs
  • Sehr portabel
  • Apple Pencil 2
  • USB-C-Anschluss
Contra
  • iOS ist für viele Aufgaben zu limitiert
Bewertung
1.2
sehr gut