Steuer 2018, auch am Mac

Steuererklärung 2018 am Mac: So holen Sie Ihr Geld zurück!

Die Einkommensteuererklärung gilt gemeinhin als lästige Pflichtübung, die in der Regel jedoch viel Geld einbringt. Wir stellen Ihnen fünf Steuererklärungen vor, die Ihnen zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt zurückholen wollen. Welche Software Sie am besten für die Einkommensteuererklärung am Mac nutzen, wollen wir Ihnen verraten. Wir haben gleich mehrere Angebote getestet.

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Die Mühe der Einkommensteuererklärung lohnt sich, denn im Durchschnitt holen sich deutsche Arbeitnehmer über 900 Euro pro Jahr völlig legal und mit überschaubarem Aufwand vom Finanzamt zurück. In Berlin sind es nach Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen sogar durchschnittlich 985 Euro für das Steuerjahr 2016 – und das allein nur dafür, sich daheim an den Schreibtisch zu setzen, ein paar Belege zusammenzusuchen und seine Steuererklärung einzureichen.

Um Ihnen die Einkommensteuererklärung noch mehr zu erleichtern, hat der Gesetzgeber seit 2017 die Belegvorhaltepflicht eingeführt. Sie müssen zwar alle Quittungen und Belege wie Spendenbescheinigungen oder Mitgliedsbeiträge weiterhin sammeln, aber nicht mehr mit der Steuererklärung an das Finanzamt schicken. Allerdings sollten Sie die Unterlagen gut aufbewahren, denn das Finanzamt kann sie bei Bedarf jederzeit anfordern. Bei überraschend hohen Beträgen wie Umzugskosten, die üblicherweise nicht anfallen, empfiehlt es sich von vornherein, die Belege aus Nachweisgründen besser gleich mitzuschicken.

Webanwendungen haben gegenüber Software-Varianten einige Vorteile, da sie sich sofort ohne Installation auf jedem Mac oder iPad ausführen lassen. Auch der Leistungsumfang ist für den normalen Steuerpflichtigen völlig ausreichend. Dieser unterscheidet sich nur marginal von installationspflichtigen Varianten – ganz zu schweigen von der Speicherplatzersparnis auf der Festplatte für eine Anwendung, die nur einmal im Jahr benötigt wird. Die Entscheidung für oder gegen eine Webanwendung hängt damit wesentlich davon ab, ob Sie Ihre sensiblen Einkommensdaten lieber der Cloud oder dem heimischen Rechner anvertrauen möchten.

Steuerrechtliche Änderungen für 2018

  • Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag erhöht sich 2018 von 8.820 Euro um 180 Euro auf 9.000 Euro.
  • Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag erhöht sich 2018 von 4.716 Euro um 72 Euro auf 4.788 Euro.
  • Kindergeld: Das monatlich ausgezahlte Kindergeld wird 2018 von 192 Euro auf 194 Euro für das erste und zweite Kind, von 198 Euro auf 200 Euro für das dritte Kind und von 223 Euro auf 225 Euro für das vierte Kind erhöht.
  • Künstlersozialkasse: Der Abgabesatz zur Künstlersozialkasse sinkt von 4,8 auf 4,2 Prozent.
  • Rentner: Wer 2018 in Rente geht, muss 76 Prozent der Rente versteuern. Im letzten Jahr waren es noch 74 Prozent.

Lohnsteuer Kompakt

Lohnsteuer Kompakt
Lohnsteuer Kompakt (Bild: Screenshot)

Lohnsteuer Kompakt gibt es neben einer kostenlosen Testversion ohne Abgabemöglichkeit in drei verschiedenen Preisklassen, die sich im Leistungsumfang – wie dem Steuerbescheid-Prüfer oder der Anzahl an Steuererklärungen – für ein Steuerjahr abgrenzen. Darüber hinaus bietet der Hersteller seit diesem Jahr mit „steuererklaerung-student.de“ eine Version für die Zielgruppe der Studenten an. Sie zeigt auf, wie Semestergebühren, Fahrten zur Uni, Fachliteratur oder Auslandssemester von der Steuer abgesetzt werden können.

Nicht ganz alltäglich: die Geld-zurück-Garantie. Lohnsteuer Kompakt erstattet den kompletten Kaufpreis, wenn Sie mit einer anderen Anwendung bei Ihrer Steuererklärung eine höhere Rückzahlung oder geringere Nachzahlung erhalten. Ferner werden Strafen oder Zinsen erstattet, wenn Ihnen das Finanzamt diese auf Grund eines Berechnungsfehlers auferlegt. Damit wird beim Anwender natürlich die Erwartungshaltung geweckt, dass Lohnsteuer Kompakt hundertprozentige Rechenergebnisse abliefert.

Eine weitere Neuerung betrifft den Einreichungsweg der Steuererklärung beim Finanzamt. Seit diesem Jahr können die Steuererklärungen vollelektronisch mit dem persönlichen Elster-Zertifikat an das Finanzamt geschickt werden. Damit können Sie auf die papierhafte Versandalternative komplett verzichten.

Wertung zu Lohnsteuer Kompakt

Version: Deluxe
Hersteller: Forium
Preis: 24,99 Euro
Web: www.lohnsteuer-kompakt.de
System: Webbrowser
Pro: vollelektronische Steuereinreichung mit Elster-Zertifikat, Geld-zurück-Garantie, anwendungsspezifische Hilfevideos
Contra: nicht für alle Steuersituationen geeignet, keine iOS-App für die Datenerfassung
Bedienung (30 %): 2,2
Leistung (40 %): 2,4
Dokumentation (30 %): 2,2
Note: 2,3
Fazit: Gute Webanwendung, die Anwendern mit der Geld-zurück-Garantie eine hohe Sicherheit für die Steuerberechnung gibt.

Smartsteuer

Smartsteuer
Smartsteuer (Bild: Screenshot)

Die Online-Anwendung Smartsteuer überzeugt durch eine angenehme Benutzeroberfläche, eine dezente Farbgestaltung und einen hervorragend strukturierten Eingabeprozess. Die dabei eingesetzte leicht verständlichen Schritt-für-Schritt- Interview-Technik löst sich von den typischen Finanzamtsformularen und lehnt den Eingabeprozess stattdessen an der Lebenswelt des Steuerpflichtigen an. Die ohnehin bereits umfangreiche Unterstützung des Anwenders durch Hilfetexte, Beispielrechnungen oder Lexikonartikel wird nun mit Videokursen angereichert, die gemeinsam mit dem Partner Fingym entwickelt wurden.

Smartsteuer übernimmt nun auch die Daten vom Finanzamt im Wege der vorausgefüllten Steuererklärung. Demnächst sollen auch Kontoumsatzdaten aus dem Online-Banking in die Steuererklärung mit einfließen. Wer die Steuererklärung vom Sofa aus erledigen möchte, kann dies nun mittels Sprachsteuerung mithilfe des den Amazon-Alexa-Skills versuchen. An steuerlichen Neuerungen wurden die Steuerermäßigung nach Paragraph 35b bei der Erbschaftsteuer, die Firmenwagennutzung bei Arbeitnehmern sowie die Abgeordnetenbezüge implementiert. Bei Studenten wurde zudem der Schritt-für-Schritt-Interview-Bereich vereinfacht. Zudem gibt es zahlreiche Steuertipps und Musterbriefe für die Kommunikation mit dem Finanzamt.

Wertung zu Smartsteuer

Version: 2017
Hersteller: Smartsteuer
Preis: 24,99 Euro
Web: smartsteuer.de
System: Webbrowser
Pro: gute Benutzeroberfläche, Eingabe orientiert sich an der Lebenswelt des Steuerpflichtigen, neue Videokurse
Contra: Online-Banking-Funktionalität zum Testzeitpunkt noch nicht implementiert
Bedienung (30 %): 2,1
Leistung (40 %): 2,3
Dokumentation (30 %): 2,2
Note: 2,2
Fazit: Gute Steuererklärung, die ihr Interview an der persönlichen Lebenswelt des Steuerpflichtigen anlehnt.

Steuer Go Plus

Steuer Go Plus
Steuer Go Plus (Bild: Screenshot)

Die Software Steuer Go kommt wie Lohnsteuer Kompakt vom gleichen Entwickler, richtet sich jedoch aufgrund der Mehrsprachigkeit bewusst an eine andere Zielgruppe. Wer mit Deutsch als Muttersprache nicht groß geworden ist und Schwierigkeiten mit dem steuerlichen Vokabular hat, kann als Alternative auf die englische, polnische, kroatische, bosnische oder serbische Sprachführung ausweichen. Die angenehme Benutzeroberfläche sorgt zudem für eine flüssige Bedienung, was die Erstellung der Steuererklärung beschleunigt.

Steuer Go hat den Leistungsumfang in diesem Jahr erheblich erweitert. Die Steuererklärung kann nun online und vollelektronisch mit dem Elster-Zertifikat des Steuerpflichtigen beim Finanzamt eingereicht werden. Darüber hinaus wurden zahlreiche Hilfetexte optimiert und die Übersetzungsqualitäten gesteigert. Steuer Go unterstützt die vorausgefüllte Steuererklärung, holt die Bescheiddaten vom Finanzamt ab und vergleicht diese mit der Vorausberechnung. Sofern Abweichungen festgestellt werden, bietet die Anwendung eine Fülle von Tipps und Vorlagen für das Einlegen von Widersprüchen beim Finanzamt. Das Programm erleichtert die Dateneingabe mit Interviews mit einfachen Infotexten und Sofort-Berechnung der Rückerstattung und prüft Daten bei der Eingabe auf Richtig- und Vollständigkeit.

Wertung zu Steuer Go Plus

Version: Plus
Hersteller: Forium
Preis: 24,95 Euro
Web: www.steuergo.de
System: Webbrowser
Pro: angenehmer Benutzeroberfläche, Sprachversionen in Englisch, Polnisch, Kroatisch, Bosnisch und Serbisch
Contra: nicht für alle Steuersituationen geeignet, keine iOS-App für die Datenerfassung
Bedienung (30 %): 2,3
Leistung (40 %): 2,5
Dokumentation (30 %): 2,4
Note: 2,4
Fazit: Interessante Alternative für die Steuererklärung durch die Unterstützung von mehreren Sprachen.

Steuersparerklärung Plus

Steuererklärung Plus
Steuererklärung Plus (Bild: Screenshot)

Die Steuersparerklärung hebt sich gegenüber den Mitbewerbern durch unterschiedliche Programmfassungen für spezielle Berufsgruppen ab. Die Lehrer-Ausgabe fokussiert sich auf Schwerpunkte wie Klassenfahrt oder Fortbildungsmaßnahmen. Die Version für Senioren verfügt über einen digitalen Ratgeber, der alle Fragen rund um die Rentenbesteuerung beantwortet. Die Steuererklärung für die Photovoltaik-Anlage ermöglicht die Plus-Version, die zusätzlich eine große Steuerdatenbank beinhaltet.

Die Steuersparerklärung bietet einen hervorragenden Leistungsumfang, unterstützt alle sieben Einkunftsarten und hilft professionell bei der Erstellung der Steuererklärung. Diese kann auf Papier, via Elster-Übermittlung und postalische Autorisierung oder vollelektronisch mithilfe des digitale Elster-Zertifikats erfolgen. Mit der kostenlosen Belegmanager-App fürs iPhone können Sie Kassenzettel, Rechnungen oder Quittungen abfotografieren. Alternativ gibt es einen Scan-Service des Herstellers. Mithilfe des kostenlosen Benutzerkontos von „steuertipps.de“ gelangen die digitalisierten Belege anschließend in die Steuererklärung. Am Ende überprüft der elektronische Steuerprüfer die eingegebenen Daten und macht Optimierungsvorschläge. Liegt der Bescheid dann vor, deckt der Bescheidprüfer auf, was das Finanzamt nicht anerkannt hat.

Wertung zu Steuererklärung Plus

Version: 23.22
Hersteller: Wolters Kluwer Deutschland
Preis: 49,95 Euro
Web: steuertipps.de
System: ab macOS 10.11
Pro: zielgruppenspezifische Varianten, Belegmanager-App fürs iPhone, elektronischer Versand von Einsprüchen
Contra: gedruckter Steuerratgeber muss separat bestellt werden
Bedienung (30 %): 2,0
Leistung (40 %): 2,0
Dokumentation (30 %): 1,6
Note: 1,9
Fazit: Sehr gute Steuererklärung mit zielgruppenspezifischem Zuschnitt und iPhone-App fürs Digitalisieren von Belegen.

Wiso Steuer Mac 2018

Wiso Steuer Mac 2018
Wiso Steuer Mac 2018 (Bild: Screenshot)

Buhl Data Service hat es wunderbar verstanden, die klassischen Grenzen zwischen einer Offline- und einer Online-Anwendung aufzuweichen. Sie können Ihre Steuererklärung zum Beispiel auf dem Mac beginnen, anschließend in der iOS-App auf dem iPad oder iPhone weiterbearbeiten und schlussendlich im Webbrowser finalisieren. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Plattformen ist ohne Zusatzkosten beliebig oft möglich. Der letzte Arbeitsstand Ihrer Steuererklärung bleibt immer erhalten.

Der Leistungsumfang der Anwendung ist hervorragend. Alle sieben Einkunftsarten und alle erforderlichen Steuerformulare werden unterstützt. Die neue Steuerautomatik versucht dem Steuerpflichtigen viel Erfassungsarbeit abzunehmen. Dazu gehört der Import der Steuerdaten aus dem Vorjahr, der Abruf von Steuerdaten zu Renten oder Versicherungen beim Finanzamt oder die automatische Berücksichtigung von Kontoumsätzen durch Online-Abruf bei Ihrer Bank.

Die Steuererklärung lässt sich dank der strukturierten Benutzeroberfläche und dem dreigeteilten Hauptfenster gut handhaben. Die linke Spalte dient der Navigation, in der Mitte füllen Sie das jeweilige Eingabeformular aus und die rechte Spalte hilft mit kontextbezogenen Hinweisen. Steuerlich unerfahrenen Anwendern hilft das Steuer-Interview, bei dem das Programm schrittweise die Einnahmen und die dazu passenden Ausgaben abfragt und auf Plausibilität überprüft. Darüber hinaus stehen 126 Ratgebervideos zur Seite, um die eine oder andere steuerliche Klippe zu umschiffen. Sie erhalten ein Programmhandbuch und einen praktischen Steuerratgeber. Wenn Sie sich für ein Abo entscheiden, erhalten Sie neben dem Preisvorteil für die neue Jahresversion zahlreiche Zusatzleistungen wie den monatlichen Newsletter oder den Zugriff auf praktische Online-Seminare.

Wertung zu WISO Steuer Mac

Version: 8.02
Hersteller: Buhl Data
Preis: 39,95 Euro
Web: www.buhl.de
System: ab macOS 10.9
Pro: gute Handhabung, Web- und App-Nutzung inklusive, Übermittlung von Einsprüchen mithilfe von Elster
Contra: etwas umständlicher Datenaustausch zwischen den Plattformen
Bedienung (30 %): 1,9
Leistung (40 %): 1,5
Dokumentation (30 %): 1,7
Note: 1,7
Fazit: Die Steuererklärung überzeugt durch hervorragenden Leistungsumfang und plattformübergreifenden Bearbeitungsmöglichkeiten.

Der Testsieger

Wiso Steuer Mac 2018 überzeugt durch einen hervorragenden Leistungsumfang und ermöglicht die Erfassung der Steuerdaten unabhängig vom Gerät an jedem Ort. Die neue Steuerautomatik erleichtert dem Steuerpflichtigen die Datenerfassung durch Import der Steuerdaten aus dem Vorjahr sowie durch Abruf der Steuerdaten vom Finanzamt und Import der Kontoumsätze von der Bank. Wenn Sie eher eine zielgruppenspezifische Steuererklärung bevorzugen, finden Sie mit der Steuersparerklärung eine überzeugende Alternative für Ihre Steuererklärung.

Steuern sparen beim Computerkauf

Als Arbeitnehmer können Sie Computer, Software oder Möbel als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn Sie dem Finanzamt den Nachweis der beruflichen Nutzung erbringen. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 952 Euro brutto (2017 noch 487,90 Euro brutto), die Sie 2018 tätigen, können Sie hierbei anstatt über die Nutzungsdauer verteilt auf einen Schlag direkt von Ihrem zu versteuerndem Einkommen abziehen und damit Ihre Steuerlast senken.

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Habt ihr auch mal Steuerfuchs.de getestet? Meiner Meinung nach sehr komfortabel und die Berechnung für 2016 war ein Volltreffer. Lediglich Hilfestellungen für Steuerersparnisse bzw. weiteren Abschreibungsmöglichkeiten muss man sich extra beschaffen.

Hier kann ich mich nur Thomas anschließen. Ich nutze Steuerfuchs.de seit vielen Jahren und die Kalkulationen waren immer sehr genau. Auch das Übernehmen der Vorjahresdaten, zwecks Vereinfachung bei der Eingabe von Neudaten (damit man nicht wichtige Angaben vergisst), geht relativ leicht von der Hand.

Schade zu sehen, dass oftmals lediglich die große Konkurrenz wie Buhl getestet wird. Kleiner Nachtrag zu WISO: jahrelang hatte ich Buhl angeschrieben sie möchten doch auch für den Mac eine Version schreiben ... vergeblich. „Lohnt sich nicht“, „nutzen zu wenige“ usw. waren die noch die freundlicheren Kommentaren vom Support. Mittlerweile bin ich denen dankbar, dass sie seinerzeit nichts geliefert haben. Das ist ein Kommentar zum Verhalten von den „Großen“ und hat nichts mit der überquellenden Leistungsfähigkeit oder Qualität der Software zu tun.

Ein Testsieger, bei welchem Onlineregistrierungszwang herrscht?!? Alleine aus diesem Grund halte ich den Test für nicht gelungen und denke mir, dass hier sicherlich "andere Bewertungsgründe" (Werbung etc.) im Vordergrund stehen, oder...?

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