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Aus allen Wolken geholt?

Skua im Test: Google Docs als App – funktioniert das?

Die Online-Officesuite Google Docs kann viele berufliche wie private Anwender auf sich vereinen. Skua will daraus eine „Quasi-Mac-App“ machen. Ob das funktioniert?

Google Drive hat mittlerweile auf vielen Apple-Geräten die iCloud als Onlinedatenspeicher für Fotos und Dokumente ersetzt. Kein Wunder, glänzt dieser doch durch eine zeitgemäße Handhabung und üppige 15 GB Kapazität bereits in der kostenfreien Standardversion. Zudem beherbergt Drive mit der ebenfalls kostenlosen Officesuite Google Docs eine Geheimwaffe zum gemeinsamen Bearbeiten von Texten, Tabellen und Präsentationen.

Doch nicht jeder Anwender kann sich mit dem Webbrowser als Arbeitsumgebung anfreunden – auch wenn dies bei Google Docs dank iPadOS nun auch auf dem Apple-Tablet problemlos möglich ist. Viele vermissen auf dem Mac jedoch die Integration in das Betriebssystem, das sie von anderen Apps gewohnt sind. Hier will Skua Abhilfe leisten: Es verfrachtet das Google Drive nebst seinen Office-Anwendungen in diverse Mac-Fenster – inklusive Menüleiste.

Skua im Test: Gut gewrappt!

Nach der Installation verlangt Skua – na klar – zunächst den Zugriff auf das Google Drive des Anwenders. Nach der Eingabe der Zugangsdaten öffnet sich das vom Webbrowser gewohnte Verzeichnisfenster des Onlinespeichers. Die Entwickler setzen auf eine eigene Webengine, die als „Wrapper“ für die originalen Google-Anwendungen dient. Eine Umgewöhnungszeit entfällt somit. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass Skua bislang nicht in deutscher Sprache bereitsteht; sämtliche Menüeinträge sind beim Cloudspeicher als auch bei der Docs-Suite in Englisch.

Skua trägt sich einmalig ins Mac-Dock ein. Anders als bei Chrome OS sind die einzelnen Programme von Google Docs somit nicht mit eigenen Icons aus dem Dock aufrufbar – schade. Deren aus dem Web bekannten Startseiten (zum Beispiel „docs.google.com“) zur Auswahl und Verwaltung etwa von Textdokumenten verfrachtet Skua etwas sperrig ins „File“-Menü.

Schwerer wiegt, dass die von Docs angebotene Offline-Funktion mit Skua nicht funktioniert, da die dazu notwendige Erweiterung seitens Google zwingend den Chrome-Browser voraussetzt. Auch wenn in diesem das Add-on bereits installiert ist, kann der Wrapper es nicht nutzen. Dies ist natürlich nicht dessen Entwicklern anzulasten – trotzdem setzt Skua so eine bestehende Internetverbindung zur Arbeit voraus. Besteht diese nicht, verweigert etwa die Textverarbeitung aus Mangel an Onlinespeicher alle weiteren Eingaben.

Skua als Integrationsbeauftragter

Büroarbeiter mit Standleitung oder „Starbucks-Nomaden“ müssen sich von dieser Einschränkung nicht abschrecken lassen. Denn so lange Skua vollen Netzzugriff hat, weiß die Arbeit damit größtenteils zu gefallen. Die Darstellung von Google Drive und seinen Office-Apps in den Mac-Fenstern ist fehlerfrei, die Nutzung der internen Programmmenüs macht ebenfalls keine Probleme und Geschwindigkeitsunterschiede zum Weboriginal sind auch nicht festzustellen. Die zugrunde liegende Engine ist somit durchaus gelungen. Kurz: Google Docs macht sich als „Quasi-Mac-Applikation“ gut. Besonders auf großen Bildschirmen ist die Verteilung mehrerer geöffneter Text- oder Tabellenfenster tatsächlich sinnvoller als das Herumklicken zwischen verschiedenen Tabs oder gar Browserfenstern. Schön ist auch, dass sich Skua die Position und Größe eines Dokumentenfensters für einen Neustart merkt.

Mac-Puristen wird zudem gefallen, dass sich Dokumente direkt aus einem Finder-Fenster heraus öffnen lassen; ein Doppelklick zum Beispiel auf eine *.godoc-Datei stellt diese umgehend im entsprechenden Skua-(Google-Docs)-Textverarbeitungsfenster dar.

Skua ermöglicht einen Arbeitsfluss für die Google-Docs-Suite, die all die Zweifler etwas zufriedener stimmen wird, die den Webbrowser verschmähen und lieber mit „echten“ Programmen auf dem Desktop arbeiten. So lange der Suchmaschinenprofi seine Drive-Programme nicht alternativ als Progressive Web Apps (PWAs) anbietet, ist Skua ein recht sympathischer Weg für die Mac-Einbindung der Google-Officelösung.

Fazit

Fazit: Skua verhilft Google Docs zu etwas mehr Mac-Feeling – wenn auch mit Abstrichen.

Testergebnis
ProduktnameSkua for Google Docs
HerstellerMad Birdies
Preis5 €
Webseitemadbirdies.com
Pro
  • Mac-ähnliches Arbeitsgefühl
  • stabile Engine
  • Öffnen von Dokumenten vom Finder
Contra
  • kein Offline-Modus
  • keine Lokalisierung
Bewertung
3
befriedigend
 

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