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Philips 27E3U7903 im Test: Offen für beide Welten

5K-Monitore siedelten sich lange über der magischen 1.000-Euro-Grenze an. Der Philips 27E3U7903 findet sich hingegen zu einem Straßenpreis ab 800 Euro. Taugt er was?

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Dass 5K bisher primär ein Mac-Thema ist, scheint auch Philips klar zu sein. Denn die puristische Formsprache des 27E3U7903 zielt unverkennbar darauf ab, Interessenten des Apple Studio Display anzusprechen, und lehnt sich schon in seiner „space-grauen“ Farbgebung optisch an dieses an. Ein signifikanter Mehrwert gegenüber dem Original zeigt sich bereits beim Aufstellen: Der Standfuß lässt sich in der Höhe verstellen – bei Apple ist selbst das beim ohnehin 550 Euro teureren Einstiegsmodell mit einem absurden Aufpreis verbunden.

Herbst-Angebot

Der hochwertige Eindruck relativiert sich haptisch allerdings etwas. Während die Bodenplatte des massiven Standfußes aus stabilem Aluminium gefertigt ist, bestehen große Teile der Rückseite aus Kunststoff, der im Metall-Look veredelt ist – klar, irgendwo musste Philips den Rotstift schließlich ansetzen. Weniger wertig wirkt der Monitor deshalb nicht, und mit gut 8 Kilogramm steht er sicher auf dem Schreibtisch.

Schnittstellen satt

Die Betrachtung des schmucken Rückens offenbart eine Schnittstellenauswahl, die den 27E3U7903 ganz bewusst aus dem Apple-Kontext heraushebt. Der in dieser Geräteklasse präferierte Thunderbolt-4-Anschluss liefert bis zu 96 Watt Ladeleistung an das Notebook, dient gleichzeitig der Verbindung per USB-C und lässt sich im DisplayPort-Protokoll 1.4 ansprechen. Hinzu kommt ein – noch wenig verbreiteter – HDMI-2.1-Port mit bis zu 48 Gbit pro Sekunde. Ein RJ45-Gigabit-Ethernet-Anschluss bindet das MacBook an das kabelgebundene Firmennetzwerk an, ein Hub aus zwei USB-A- und einem USB-C-Port nimmt weitere Peripherie auf.

Seltener Luxus in dieser Preisklasse ist der dedizierte Thunderbolt-Ausgang. Er ermöglicht das sogenannte Daisy-Chaining: Sie können einen zweiten hochauflösenden Monitor in Reihe anschließen, ohne ein separates, zweites Kabel zurück zum Computer führen zu müssen. Zusätzlich stellt der Port 15 Watt zum Laden von Smartphones oder Tablets bereit. Auffällig ist dagegen das Fehlen eines vollwertigen DisplayPort-Eingangs – ein bidirektionales Adapterkabel von DisplayPort auf USB-C steht damit eventuell an.

Der dezente Rücken verbirgt eine üppige Anschlussleiste mit Thunderbolt-Ausgang.
Der dezente Rücken verbirgt eine üppige Anschlussleiste mit Thunderbolt-Ausgang. (Bild: Philips)

Satte Farben, tiefes Schwarz

Über jeden Zweifel erhaben ist die Bildqualität. Wer den 27E3U7903 anschließt, weiß sofort, warum die Pixeldichte von 218 PPI bei Apple als optimal gilt: Texte und Grafiken sind gestochen scharf. Vorbildlich zeigt sich der Philips auch bei der Farbwiedergabe. Alle wichtigen Farbräume wie DCI-P3, Adobe RGB und sRGB deckt er nahezu vollständig ab. Dank einer annähernden Verdopplung der Schwarztiefe kommt er auf einen Kontrast von 2.000:1 – für ein klassisches, LED-hintergrundbeleuchtetes LCD-Panel Werte auf dem Niveau hochpreisiger Referenzmonitore. Nicht vermeiden kann das Gerät die für IPS-Bildschirme typischen Lichthöfe in den Displayecken.

Ungewöhnlich ist die maximale Bildwiederholfrequenz von 70 Hertz, etwas mehr als die üblichen 60 Hertz; für schnelle E-Sports-Titel reicht das aber nicht – Gamer bevorzugen 120 oder 144 Hertz.

Philips spezifiziert die typische Helligkeit mit 500 Candela pro Quadratmeter – bei einer derart feinen Pixelmatrix schon beachtlich. In der empirischen Überprüfung offenbart der 27E3U7903 jedoch enorme Reserven: Messungen im Zentrum des Bildschirms ergaben maximale Leuchtdichten von 610 Nits bei vollständig aufgeregelter Helligkeit im SDR-Betrieb. Damit eignet er sich exzellent für taghelle Arbeitsumgebungen.

Apropos Licht: Um Reflexionen von Fenstern oder Deckenleuchten zu bändigen, ist die durchgängige Glasfront des Philips 27E3U7903 mit einer chemischen Antireflexionsbeschichtung bedampft. Über dem oberen Rand ragt eine nicht versenkbare Webcam mit 5 Megapixeln hervor, die Windows Hello zur Identifikation unterstützt. Denn 5K ist eben nicht gleich Mac.

Thomas Raukamp // Redakteur
Thomas Raukamp

Neugier, Technikoptimismus und eine Offenheit für die verschiedensten Themen haben Thomas Raukamp seit jeher angetrieben. Dabei fühlt er sich nicht einer bestimmten Plattform verbunden, sondern der Idee dahinter – und den Menschen, die sie prägen. Wie Microsoft-Chef Satya Nadella Empathie zu seiner Triebfeder macht, warum die Philosophie des Zen das Design von Laptops beeinflussen kann und ob Maschinen so etwas wie Gefühle entwickeln: Thomas spürt gern den großen und kleinen Impulsen nach, die hinter den Menschen und ihren Produkten stecken.

Seine journalistischen Stationen lesen sich wie eine Landkarte dieser Neugier. Angefangen beim Atari-Magazin „st-computer“ über das Musikproduktionsmagazin „Beat“ und die Sportzeitschrift „Sportsfreund“ bis hin zu seiner gegenwärtigen Interessensplattform „CHIP“, der Traditionsmarke im deutschen IT-Journalismus – Thomas war und ist stets mit Leidenschaft für seine Themen dabei.

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Fazit

Wer den Philips zu seinem Straßenpreis ergattert, erhält eine hervorragende Alternative zu Apples Studio Display mit einer reichen Schnittstellenvielfalt.

Testergebnis
Produktname27E3U7903
HerstellerPhilips
Preis1.160 €
Webseitewww.philips.de
Pro
  • + reiche Schnittstellenauswahl
  • + Abdeckung von DCI-P3
  • + Adobe RGB und sRGB
  • + Thunderbolt-Ausgang
  • + Apple-Designsprache
Contra
  • - kein DisplayPort-Eingang
Bewertung
1,2sehr gut

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