Die Leistung eines iPad Pro zum Preis eines Mittelklasse-Tablets: So in etwa muss Apple-intern die Vorgabe für das neue iPad Air gelautet haben. Das Design des iPad Air M3 bleibt dabei unverändert zum 2024er-Modell. Abmessungen, Gewicht, Gehäuse und Ausstattung sind nahezu identisch. Wie zuvor besteht das Gehäuse aus Aluminium und wirkt hochwertig, auf den ersten Blick ist somit kein Unterschied zu erkennen – den gibt es ohnehin nur zu sehen, wenn Apple einen neuen Formfaktor einführt. Touch ID sitzt weiterhin in der Power-Taste. Das heißt auch, dass Face ID nach wie vor fehlt – was in dieser Preisklasse langsam erwartet werden darf.
Schön, aber nicht Pro
Das iPad Air ist auch anno 2025 wieder in zwei Größen zu haben: 11 Zoll und 13 Zoll. Apple verbaut weiterhin das bekannte Liquid Retina LCD. Es gibt keine Display-Upgrades gegenüber dem Vorgänger – das Panel bietet 60 Hertz Bildwiederholrate, breite P3-Farbraumabdeckung, True Tone und 600 Nits Helligkeit (500 Nits im 11-Zoll-Modell).
Die Bildqualität an sich ist ausgezeichnet – scharf, farbkräftig und für die meisten Anwendungen absolut ausreichend. Für Medienkonsum, Spiele und Kreatives liefert das getestete 13-Zoll-Display eine hervorragende Darstellung. Es fehlt lediglich das „gewisse Extra“ an Technik, das die teureren Modelle bieten. HDR oder ProMotion (120 Hertz) etwa sucht man vergeblich, ebenso bleibt die Mini-LED-Technik den iPad-Pro-Geräten vorbehalten – langsam ist es an der Zeit, dass das iPad Air einen besseren Bildschirm bekommt.
Positiv beim 13-Zoll-Modell: Die große Fläche eignet sich gut für Multitasking und produktives Arbeiten. Allerdings geht dies naturgemäß zulasten der Mobilität – man merkt, dass Apple hier primär die Nutzer ansprechen will, die sich ein Laptop-ähnliches iPad wünschen. Die zahlen dafür dann aber im Gesamtpaket aus iPad Air und Magic Keyboard auch vergleichbar viel wie für ein aktuelles MacBook Air.
Mehr Power! Aber wofür?
Die eine große Neuerung im iPad Air ist im Jahr 2025 der in dieser Modelllinie neue M3-Chip. Apple verspricht circa 20 Prozent mehr Leistung gegenüber dem Vorgänger. Weiterhin bringt der M3 erstmals Hardware-beschleunigtes Raytracing auf das iPad Air. Letzteres sorgt theoretisch in Spielen für bessere Grafik, aktuell ist die Zahl entsprechender Titel aber an der sprichwörtlichen Hand abzuzählen und der Zugewinn an Grafikqualität gering.
In der Praxis bestätigen die Tests, was erwartet werden durfte: Das iPad Air M3 ist leistungsstark und spielt in derselben Liga wie die Pro-Modelle. Anspruchsvolle Apps – Bildbearbeitung, 4K-Videoschnitt, Musikproduktion mit vielen Spuren, 3D-Grafik in Spielen – laufen flüssig. Im direkten Vergleich allerdings mit dem iPad Air M2 aus dem Vorjahr fällt der Leistungssprung gering aus. Apps starten gleich schnell, Spiele sehen und spielen sich identisch, und selbst Pro-Apps wie Procreate oder Logic laufen nicht spürbar anders. Kurzum: Der M2 im Vorgänger war bereits überdimensioniert gut, sodass der M3 nur bei sehr speziellen, rechenintensiven Aufgaben seinen Vorsprung wird ausspielen können – wir zumindest haben im Testzeitraum keine identifizieren können.
Mehr Leistung, gleiche Laufzeit
Die Akkulaufzeit des iPad Air M3 zeigt sich unverändert zum Vorgänger. Apple verspricht weiterhin rund 10 Stunden im Web surfen oder Marathon-Videowiedergabe. Das sind Werte, die auch in der Praxis erreicht werden. In der Alltagsnutzung bedeutet dies: Ein typischer Arbeitstag (Schule/Uni, Mails, etwas Streaming am Abend) ist mit einer Ladung gut zu bewältigen.
Unter Dauerlast (etwa stundenlanges Spielen, Videoschnitt, etc.) entleert sich der Akku erwartungsgemäß deutlich schneller. Auffällig heiß wurde das iPad Air aber nie und auch ein übermäßiges von der Wärme herrührendes Abregeln der Geschwindigkeit, das sogenannte Throttling, konnten wir nicht feststellen.
Altbewährtes Zubehör, neues iPad
Apple liefert zum M3 iPad Air ein wichtiges Hardware-Update abseits des Tablets selbst: Das Magic Keyboard wurde deutlich verbessert (mehr dazu im Kasten auf der nächsten Seite). Ansonsten unterstützt das iPad Air weiterhin den Apple Pencil Pro als auch den Apple Pencil mit USB-C. Beim Pencil Pro werden dessen erweiterten Funktionen wie etwa die Schwebefunktion, Rotationserkennung und Druck unterstützt.
Die Kompatibilität zu bestehendem Air-Zubehör ist gegeben. Wer also vom Air M2 wechselt, kann Hüllen, Keyboard und Pencil weiter nutzen. Umgekehrt ist das neue Magic Keyboard auch abwärtskompatibel mit dem iPad Air M2.
Bei den Anschlüssen bleibt Apple konservativ: Es gibt einen einzelnen USB-C-Port zum Laden und für Datenübertragungen. Thunderbolt wird nicht unterstützt – das war schon beim M2-Air so. Das Air verfügt außerdem über den Smart Connector für das Tastatur-Cover. Einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss sucht man – wie seit Jahren – vergebens.
Für weitere Konnektivität sorgen Wi-Fi 6E und optional 5G im teureren Cellular-Modell. Auch GPS ist wie gewohnt in den Mobilfunk-Varianten an Bord.
Die Kameras (12 Megapixel hinten, 12 Megapixel in der Front) bleiben unverändert – für Fotos nutzt man ohnehin eher das iPhone, und für Videocalls ist die Qualität gut genug.
Schneller, aber nicht intelligenter: Das neue iPad 11 bringt einen Leistungsschub dank des A16-Chips und bietet mit 128 Gigabyte doppelt so viel Basisspeicher wie der Vorgänger. Das bewährte Liquid-Retina-Display mit 11 Zoll bleibt erhalten und sorgt für eine brillante Darstellung, das Design bleibt unverändert.
Die Kameras liefern gewohnt solide Ergebnisse. Die 12-Megapixel-Frontkamera mit Center-Stage-Funktion ist ideal für Videotelefonie, während die Rückkamera in 4K aufzeichnet. Stereo-Lautsprecher mit Spatial Audio und der praktische USB-C-Anschluss runden das Gesamtpaket ab. Das iPad 11 ist zudem mit Apple Pencil der 1. Generation und dem Apple Pencil (USB-C) sowie Magic Keyboard Folio kompatibel. Bis zu 10 Stunden Videowiedergabe stemmt das iPad-Basismodell, genug für ein alternatives On-Board-Entertainment auf einem Transatlantikflug.
Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass Apple Intelligence nicht unterstützt wird – der A16-Chip reicht nicht für die neuen KI-Funktionen aus. Wer auf Apples smarte Features setzen möchte, muss zum iPad Pro oder zum neuen iPad Air greifen.
Das iPad bleibt ein leistungsfähiges, vielseitiges Tablet, das vor allem für den Alltagseinsatz optimiert ist. Für die meisten Anwendenden leistet das Gerät genug, sein Preis mit ab 399 Euro für Apple-Verhältnisse attraktiv.
Ein bisschen KI, ein bisschen Laptop, aber immer noch ein iPad
Für den Alltag liefert iPadOS auf dem iPad Air ein vielseitiges Nutzererlebnis. Produktiv-Apps wie Microsoft Office, Google Workspace oder auch Apples iWork laufen flüssig, kreative Profisoftware wie Davinci Resolve, Adobe Lightroom, Affinity Designer oder auch Apples Final Cut Pro und Logic Pro profitieren vom Chip der M-Klasse.
Allerdings bleibt iPadOS ein Streitpunkt. Einen vollwertigen Laptop vermag ein iPad in nicht allen Fällen zu ersetzen. Die Dateiverwaltung oder der Zwang zu Touch-Eingaben sind in manchen Situationen Bremsklötze. Kurz: Die Hardware schreit nach Profi-Einsatz, aber die Software setzt Grenzen. Andererseits gilt: Für 95 Prozent der Anwendungsfälle eines Durchschnittsnutzers (Web, E-Mail, Videos, Games, Notizen, leichte Büroarbeit) ist iPadOS mittlerweile hervorragend und unterstützt sogar Maus/Tastatur-Bedienung – mit dem neuen Magic Keyboard hat man dann auch „fast“ einen schlanken Laptop.
Insgesamt betrachtet gilt: Die Einsatzmöglichkeiten des iPad Air M3 sind so breit gefächert wie eh und je. Vom digitalen Skizzenbuch mit Apple Pencil, über ein digitales Hochglanz-Fotoalbum und Netflix-Maschine, bis hin zur mobilen Arbeitsstation kann es fast alles – sofern man bereit ist, sich auf die Besonderheiten von iPadOS einzulassen.
Das Air unterstützt das neue Magic Keyboard (2025). Die Tastatur ist dünner und leichter als die alte, hat ein spürbar größeres Trackpad und erstmals eine Funktionstasten-Reihe mit insgesamt 14 Tasten für Helligkeit, Lautstärke und mehr. Die Tastatur erlaubt ein schnelles Tippen, der Hub der Tasten ist angenehm, und das Trackpad reagiert präzise. Ein paar Funktionen der Pro-Version wurden weggelassen: Das Air-Magic-Keyboard hat kein Alu-Topcase (sondern Kunststoff), keine Hintergrundbeleuchtung für die Tasten und das Trackpad klickt mechanisch statt via Haptik. Diese Abstriche sind zu verschmerzen, denn funktional bietet das neue Keyboard einen großen Mehrwert. Überraschend ist, dass das neue Magic Keyboard sogar etwas günstiger ist: Es kostet 329 respektive 349 Euro und ist damit 20 oder gar 50 Euro günstiger als das Vormodell. Damit ist ein Kritikpunkt – der hohe Preis – zumindest ein klein wenig entschärft. Gleichwohl bleiben originale Apple-Zubehörteile teuer.
Die goldene Mitte
Mit 699 Euro Startpreis für das 11-Zoll- und 949 Euro für das 13-Zoll-Modell bleibt Apple auf Vorjahresniveau. Im Kontext der Konkurrenz bleibt das Air M3 damit preislich attraktiv, da vergleichbare Android-Tablets mit ähnlicher Performance kaum existieren. Einzig Apple selbst macht sich mit dem „Standard-iPad“ ernsthaft Konkurrenz.
Alles in allem betrachtet, ist das iPad Air für uns das beste iPad für die meisten Anwendenden. Hier gibt es einen Großteil der Leistung und Funktionen des iPad Pro für deutlich weniger Geld. Wer jedoch ein knappes Budget hat und die M3-Leistung nicht benötigt, ist auch mit dem Basis-iPad gut bedient. Und wer unbedingt die Pro-Features will, muss eben bereit sein, mehr auszugeben. Genau in dieser Mitte sitzt das iPad Air – und füllt diese Lücke perfekt aus.
So ist das iPad Air ein ausgezeichnetes Tablet, wenn auch 2025 in Form reiner Produktpflege. So entfacht das neue Air zwar keine Begeisterungsstürme, aber bekommt Anerkennung dafür, dass Apple ein bereits hervorragendes Tablet noch ein klein wenig besser gemacht hat. Unsere Kritikpunkte sind so auch eher eine Wunschliste: Mit 120-Hertz-OLED-Display, Face ID und noch länger haltendem Akku wäre das Air perfekt – aber das iPad Air ist eben nicht für High-End-Features gedacht, sondern eine Mittelklasse-Alternative zum iPad Pro.
Fazit
Das iPad Air M3 bietet altbekannte Qualitäten mit minimalen Verbesserungen. Ein ideales Tablet für Neukäufe – wer den Vorgänger besitzt, kann das Upgrade aber getrost überspringen.
| Produktname | iPad Air (M3) |
|---|---|
| Hersteller | Apple |
| Preis | 699 € |
| Webseite | https://www.apple.com/de/ipad-air/ |
| Pro |
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| Contra |
|
| 1,3sehr gut |










Kommentar
»Das iPad Air M3 ist wie mein Lieblingsrestaurant, das die Speisekarte minimal verändert hat: vertraut, zuverlässig, aber keine großen Überraschungen. Der neue M3-Chip macht Spaß, doch der Schritt ist klein – die Geschwindigkeit war schon vorher kaum auszureizen. Dass Apple weiterhin kein Face ID bietet und das Display immer noch bei 60 Hertz festklebt, finde ich schade. Die Unterstützung des verbesserten Magic Keyboard hingegen könnte genau der Grund sein, warum das neue iPad Air dennoch einen Blick wert ist.«