DJI packt einen neuen 1-Zoll-Sensor, Aufnahmen in bis zu 4K mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde sowie 107 GB integrierten Speicher in seine 190-Gramm-Kamera. Schon nach kurzem Ausprobieren zeigt sich, dass die Pocket eine jener seltenen Kameras ist, bei denen man sich fragt, warum man je etwas anderes eingepackt hat. Während eines Kurzurlaubs in Dänemark war sie vom ersten Strandspaziergang bis zum abendlichen Hafenbummel unser Begleiter – und zwar ohne jenes schlechte Gewissen, das schwere Kameraausrüstung gelegentlich begleitet. Aufklappen, Bildschirm drehen, filmen: Die Pocket 4 ist in unter zwei Sekunden einsatzbereit. Der neue analoge Joystick ermöglicht dabei eine Gimbal-Steuerung, die sich so geschmeidig anfühlt wie Butter auf warmem Toast. Die neuen Tasten unter dem Touchscreen bieten schnellen Zugriff auf Zoom und frei belegbare Funktionen. Im Selfie-Modus hielt ActiveTrack 7.0 uns zuverlässig im Bild, auch beim Vlog-Dreh beim „Durch-die-Dünen-Stolpern“. Besonders praktisch: die Gestensteuerung, die per Handzeichen Aufnahme und Tracking startet oder stoppt, wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Am Mac überzeugte die Pocket 4 als Webcam via USB-C. Die Bildqualität übertrifft Mac-Webcams mühelos.
Weiter verbesserte Technik
Herzstück ist der neue 1-Zoll-CMOS-Sensor mit satten 14 Blendenstufen Dynamikumfang und 10-Bit-D-Log-Farbprofil. Die Zeitlupenaufnahmen in 4K bei 240 Bildern pro Sekunde sind ein Statement: Schlichte Wellengischt an der dänischen Küste erhält eine kinematografische Qualität, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet. Fotos lösen jetzt mit 37 Megapixeln auf, was einen enormen Sprung von den rund 9 Megapixeln des Vorgängers bedeutet.
Der interne Speicher von 107 GB befreit vom Ärger einer vergessenen SD-Karte, und per USB 3.1 Gen 2 landen die Daten mit bis zu 800 Megabyte pro Sekunde auf dem Rechner. Wer kabellos arbeitet, profitiert von Wi-Fi 6 mit Transfers von bis zu 90 Megabyte pro Sekunde. Die sechs eingebauten Filmfarbtöne machen eine Nachbearbeitung in vielen Fällen überflüssig. Der neue Slow-Shutter-Videomodus etwa erzeugt künstlerische Bewegungsunschärfe, die abendliche Straßenszenen spielend in Lichtgemälde verwandelt.
Der Akku bietet mit 1.545 Milliamperestunden nur wenig mehr Ausdauer als der Vorgänger: bis zu 240 Minuten unter Laborbedingungen. Im Alltag reichte das für einen kompletten Drehtag, optional gibt es einen Zusatzakku, der zudem als Griffverlängerung dient.
Für wen lohnt sie sich?
Die Pocket 4 richtet sich an Vloggende, Reisende und alle, die deutlich mehr Bildqualität als vom Smartphone wollen, ohne aber eine „richtige“ Kamera mitschleppen zu müssen. Dank Gestensteuerung, ActiveTrack und Filtern ist sie die ideale Solo-Cam, die schnell tolle Ergebnisse liefert. Auch als Zweitkamera für Profis macht sie eine gute Figur.
Gibt es Alternativen? Das iPhone etwa stabilisiert ordentlich, beschneidet das Bild dabei aber deutlich. Die Pocket 4 hat hier mit ihrem mechanischen Drei-Achsen-Gimbal einen konzeptionellen Vorteil: null Crop und butterweich ausgeglichene Bewegungen. Dazu kommt der ausgewiesene 1-Zoll-Sensor, der bei wenig Licht mehr Reserven bietet als aktuelle Smartphone-Kameras. Wer den Vorgänger Osmo Pocket 3 besitzt, bekommt spürbare Upgrades bei Bildqualität, Slow Motion, Speicher und Bedienung – ob der Umstieg lohnt, hängt vom „Leidensdruck“ ab.
Die DJI Osmo Pocket 4 setzt Maßstäbe in der Kategorie der „Gimbal-Kameras für die Hosentasche“. Mit ihrem guten Sensor, in der Praxis durchgängig überzeugender Bildstabilisierung und dem durchdachten Bedienkonzept ist sie die Empfehlung für alle, die professionelle Videos ohne schwere Ausrüstung aufnehmen möchten.
Fazit
Die Osmo Pocket 4 ist die derzeit beste Taschen-Gimbal-Kamera. Bildqualität, clevere Bedienung und die üppige Ausstattung der „Creator Combo“ lassen kaum Wünsche offen.
| Produktname | Osmo Pocket 4 |
|---|---|
| Hersteller | DJI |
| Preis | 479 € |
| Webseite | www.dji.com |
| Pro |
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| Contra |
|
| 1,3sehr gut |







