Bilderdienst mit Turbo-Suche

Adobe Stock: Mehr aus dem Bilderdienst herausholen - so geht's!

Die Suche nach Bildmaterial kann oft langwierig und mühsam sein. Adobe hat seinen Bilderdienst Stock mit künstlicher Intelligenz, mehr Vielfalt und direkter Anbindung an die Creative Cloud ausgerüstet. Das soll viel Zeit sparen. Wir zeigen Ihnen, wie und leiten Sie in ein paar kleinen Workshops an, wie Sie beispielsweise Ihre eigenen Fotos über die Plattform verkaufen.

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Jeder Kreative kennt das: Die Idee und das Grundlayout stehen eigentlich, es muss „nur“ noch das passende Bild her. Das kann in der Praxis aber schwieriger als gedacht ausfallen – das weiß jeder, der schon einmal bei einem Stock-Anbieter nach einem bestimmten Motiv gesucht hat. Zum Beispiel ist es ganz leicht, ein Bild von einem Mann mit Hund zu finden. Wenn aber der Mann links und der Hund rechts stehen soll, wird es schnell schwierig und die Bildsuche zur Geduldsprobe oder zum Glücksspiel. Hier wird schnell klar, dass Texte und Beschreibungen nicht unbedingt der beste Weg sein können, um ein Bild zu suchen. Spaß macht es den meisten Kreativen auch nicht unbedingt. „Bilder suchen ist wie den Abwasch erledigen,“ betont Scott Braut, Head of Content bei Adobe. Wir sprachen mit ihm in New York, als Adobe mit einem großen Update die „nächste Generation der Bildsuche“ einläuten will. „Es ist einfach sehr schwierig, Bilder mit Worten auszudrücken. Wir suchen daher nach natürlicheren, intuitiveren Wegen, um Bilder zu suchen.“ Das Geheimrezept soll dabei künstliche Intelligenz sein. Dabei kommt wieder eine übergreifende Technologie von Adobe namens Sensei ins Spiel.

90 Millionen Bilder bringen mehr Vielfalt

Adobe Sensei wurde schon im letzten Jahr auf der Hausmesse Adobe MAX vorgestellt – wir berichteten. Das übergreifende Framework will mit Intelligenz den Kreativen lästige Arbeit abnehmen und soll jetzt auch den Bilderdienst verbessern. Vielfalt ist eine Stärke bei Adobe Stock, kann aber bei der Suche auch zum Problem werden. Inzwischen finden sich 90 Millionen Assets im Programm, darunter nicht nur Bilder, sondern auch Videos, 3D-Inhalte wie Modelle und Texturen, Vektorgrafiken und Design-Vorlagen. Der Content-Berg wächst mit dem Update noch deutlich: So kommen jetzt Inhalte von Nachrichtenanbietern durch Kooperationen zum bisherigen Stock-Bildmaterial dazu. Eine Kooperation mit Reuters spült 12 Millionen redaktionelle Bilder ins Programm von Adobe Stock. In Kürze sollen USA Today und weitere folgen. Im Premium-Bereich liefert Stocksy anspruchsvolles Bildmaterial für Designer. „Es geht uns dabei aber nicht um die Zahlen, sondern rein um die Qualität“, betont Scott Braut. „Stocksy ist zum Beispiel bekannt für sein lebendiges, sehr nützliches Bildmaterial.“

Creative Cloud Bibliothek

Die persönliche Creative-Cloud-Bibliothek ist als Platz gedacht, wo der Kreative alle Materialien wie Farben, Schriften und Grafiken sammelt – und überall, egal ob Desktop-Programm oder mobile App, griffbereit hat. Vorschau-Bilder aus Adobe Stock werden im „Downloads“-Unterordner der Bibliothek gespeichert.

Adobe Stock entstand ursprünglich aus dem Bilderdienst Fotolia. Als Adobe vor zwei Jahren den Bilderdienst Fotolia kaufte, war das für viele auf den ersten Blick eine Überraschung – auf den zweiten aber sicher ein logischer Schritt: Aus dem Stand sicherte sich Adobe damit einen großen Anteil am weltweiten Markt für Bilddatenbanken – und noch mehr: Nach eigenen Angaben arbeiten rund 85 Prozent der Kreativen, die Stock-Bilder kaufen, sowieso mit Software von Adobe. Welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, zeigt der Blick in die Vergangenheit: Schon zuvor hat Adobe mit Typekit einen Anbieter von Schriften gekauft und den Online-Dienst dann in die Creative-Cloud-Programme und damit die ganze Kreativ-Plattform integriert. InDesign-Anwender können dank Typekit mit einem Klick fehlende Schriften vor dem Öffnen eines Dokuments installieren. Genau so einfach sollte es im nächsten Schritt mit Stock-Bildmaterial werden. Also wurde der hauseigene Bilderdienst Adobe Stock ins Leben gerufen, während bis heute der ursprüngliche Dienst Fotolia weiter existiert. Adobe Stock hat aber einen Vorteil, den sonst kein Bilderdienst hat: Die direkte Anbindung an die hauseigenen Kreativ-Programme. „Adobe Stock ist keine weitere Stock-Website oder eine weitere Bildagentur,“ betont Murat Erimel, früher Chef von Fotolia, jetzt Head of Marketing für Adobe Stock. „Adobe Stock ist ein Ökosystem, der führende und umfassende Marktplatz für Stock-Medien. Adobe Stock ist im Herzen der Creative Cloud und kommt mit der Power von Adobe Sensei.“

Adobe Market

Die kostenfreie Alternative

Neben den kostenpflichtigen Bildern in Adobe Stock bekommt jeder Creative-Cloud-Abonnent im sogenannten Market massig kostenlose Grafiken (bis zu 500 Elemente pro Monat) und Vorlagen geliefert. Market können Sie direkt über die Desktop-App der Creative Cloud unter „Elemente > Market“ aufrufen. Dort können Sie Grafiken, Vektorformen, Muster, Symbole, Pinsel und Vorlagen nach Stichworten suchen und die Ergebnisse kostenlos in Ihre Creative-Cloud-Bibliothek laden.

Intelligente Suche

In Hamburg zeigte Adobe kurz nach dem Launch in New York die neue Plattform mit Sensei-Unterstützung in Aktion. „Sensei ist der Innovationsmotor bei Adobe,“ sagt Lars Trieloff, Manager für die Adobe Cloud Platform und der Spezialist für künstliche Intelligenz. Laut Trieloff soll Sensei bei Adobe Stock helfen, schneller Entscheidungen zu treffen und Informationen schneller zu finden. In der Praxis kommt es oft vor, dass es schon ein passendes Bild für ein kreatives Projekt gibt, das zum Beispiel von einem Bekannten oder einfach von Googles Bildsuche stammt und bei dem die Rechtslage unklar ist. Mit Adobe Stock lässt es sich leicht durch ein rechtlich sicheres Stock-Bild ersetzen. Mit der Bildsuche können Kreative einfach das Ursprungsbild in den Webbrowser ziehen. Stock findet treffsicher ähnliche Bilder. Dabei analysiert Sensei den Bildinhalt sehr präzise und erkennt auch Personen, Gegenstände und ermittelt, in welchem Verhältnis sie auf dem Bild zueinander stehen. So  findet die Bildsuche schnell passende Gegenstücke zum Original aus dem Fundus.

Zweitens hilft Sensei, die Ergebnisse besser zu filtern. Mit neuen Filtern wie „Tiefenschärfe“ oder „lebhafte Farbe“ können zum Beispiel in Sekunden Bilder mit unscharfem Hintergrund oder Bilder, die knallbunt oder in dezenter Sepia-Optik daherkommen, herausgesucht werden. Das klappt schon in der noch als „Beta“ gekennzeichneten aktuellen Version sehr gut – wie es jeder unter stock.adobe.com ausprobieren kann – wird aber künftig immer treffsicherer ausfallen. „Dadurch, dass Adobe Stock schnell wächst, können wir mehr lernen, je öfter die Funktionen genutzt und je mehr Bilder bei uns landen. Wir können coole Algorithmen mit coolen Daten kombinieren und so in Zukunft noch besser beschreiben, was wirklich auf den Bildern drauf ist“ verspricht Lars Trieloff.

Aus Programmen suchen und kaufen

Neben den Suchfunktionen ist die Eigenschaft, mit der sich Stock von allen anderen Anbietern unterscheiden will, die direkte Integration in die Creative Cloud. Kreative können aus den Creative-Cloud-Programmen wie zum Beispiel Photoshop, InDesign und Illustrator, sowie den mobilen Apps die Suchanfragen starten, gefundene Assets mit Creative-Cloud-Bibliotheken transportieren und direkt in den Programmen mit kostenlosen Vorschaudateien von Adobe Stock arbeiten. Hat sich dann das Team oder der Kunde für einen Entwurf entschieden, ist das Lizenzieren praktisch mit ein paar Klicks in Minuten erledigt. „Durch die Integration können Kreative bis zu zehn mal schneller arbeiten,“ kommentiert Murat Erimel den Unterschied.

Adobe Stock auf iPhone und iPad

In den mobilen Apps, wie zum Beispiel dem Layout-Tool Adobe Comp, können Sie auch vom iPhone oder iPad aus auf den Bilderdienst Stock zugreifen. Die gefundenen Bilder laden Sie dann als Vorschau direkt mit Wasserzeichen in die App. Wenn Sie ein Bild von der App aus kaufen, verschwindet das Wasserzeichen.

Adobe Stock auf dem iPhone
Adobe Stock auf dem iPhone (Bild: Apple, Adobe, Montage)

Einfacher selbst verkaufen

Dank Adobe Stock soll auch jeder ganz einfach selbst zum Stock-Anbieter werden können. Die Hürde beim Anbieten vom Bildmaterial war bisher oft der zeitliche Aufwand: Bilder müssen nicht nur hochgeladen, sondern mit Schlagwörtern versehen werden. Das kann aufwändig sein, so dass sich viele scheuen, ihre Bilder zu verkaufen.

Hier kommt wieder die künstliche Intelligenz ins Spiel: Mit dem gleichen Algorithmus wie bei der Bildsuche kann Adobe Stock die Bilder „lesen“ und so die Information, die in den Bildern steckt, erfassen. Dabei geht es nicht nur um Gegenstände wie Gebäude, Bäume oder Personen. Sensei kann auch lesen, wie viel Schärfe und Farbe in den Motiven steckt oder wo Transparenz auftritt. Die Analyse kann genutzt werden, um das hochgeladene Bild dann automatisch zu verschlagworten. Adobe verspricht, dass in Zukunft mit der Masse der Bilder die Qualität der Bilderkennung immer besser wird.

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