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Totenschein reicht nicht

Zugriff auf iPhone ihres toten Mannes: Apple fordert Gerichtsbeschluss von Witwe

Zugriff auf iPhone ihres toten Manns: Apple fordert Gerichtsbeschluss von Witwe. Datenschutz kann man auch übertreiben? Mit Sicherheit. Zum Beispiel wenn Studierende Ihre Daten löschen können, und somit die Uni bei der Wahl der Sprachkurse austricksen. Aber muss ein Unternehmen unbedingt einen Gerichtsbeschluss haben, um der Ehefrau Zugang zu den Daten Ihres verstorbenen Mannes zu gewähren? Reicht nicht ein Totenschein? So geschehen aktuell in Großbritannien. Dort gab sich Apple mit den offiziellen Sterbeunterlagen nicht zufrieden.

Vor einiger Zeit ging ein Bericht in Großbritannien durch die Medien. Rachel Thompson erwirkte einen Gerichtsbeschluss, um Zugang zum iCloud-Account Ihres verstorbenen Mannes zu erhalten. Dieser beging 2015 Selbstmord. Doch es sollte vier Jahre dauern, eher seine Witwe und die gemeinsame Tochter wieder Zugriff auf tausende gemeinsame Fotos und Videos aus gemeinsamen Tagen bekommen sollten.

Toter hinterlässt kein Testament

Als Mark Thompson sich im Juli 2015 das Leben nimmt, hinterlässt er kein Testament. Aus irgendeinem Grund kannte seine Frau auch das Passwort für den iCloud-Account des Mannes nicht und auch sonst fand Sie keinen Weg, sich Zugang zu verschaffen.

Sie wandte sich an Apple, mit der Bitte, Ihr Zugang zu gewähren. Doch das Unternehmen verwies auf seine Regularien und ließ die Frau abblitzen. Ein Totenschein half der Witwe nicht weiter.

Wie weit muss Datenschutz gehen?

Apple hat sich in diesem, wie in anderen Situationen dazu entschieden, die Daten nur nach Gerichtsbeschluss herauszugeben. Das ist konsequent, stößt aber immer wieder auf Unverständnis bei den Betroffenen. Zurecht?

Wenn Sie nicht verheiratet oder direkt verwandt sind mit einer Person, erhalten Sie im Krankenhaus auch keine Auskünfte zu dieser. Wenn Sie keine Patientenverfügung haben, kann es sogar sein, dass Ärzte darüber entscheiden, was im Falle einer schweren Operation zu tun ist, selbst wenn Sie mit der Person verheiratet oder direkt verwandt sind. Ich wähle dieses Beispiel, um in der Diskussion zu zeigen, dass es noch andere Fälle gibt, in denen wir vermeintlich glauben, Kontrolle über unsere Daten/Entscheidungen zu haben, es dann aber doch nicht tun.

Apple geht mit der Forderung nach einem Gerichtsbeschluss in jedem Fall auf Nummer sicher. Denn entscheiden die Gerichte, ist Apple nicht mehr haftbar zu machen.

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Ich möchte Apple zustimmen. Wenn ein Ehemann bzw. Ehefrau etwas mitzuteilen hat, sollte das über das Testament gehen. Ich denke, dass das Handy eine sehr private Sache ist und nicht ohne Zustimmung über das Testament an die Hinterbliebene geöffnet werden sollte.

So ist es.
Meine Frau, hat den Zugang zu meinem iPhone, damit sie in der Not darauf zugreifen kann.
Im Alltag würde sie nie ohne nachzufragen an mein iPhone gehen, warum auch?
Wird schon seine Gründe gehabt haben, dass er ihr den Zugriff verwehrt hat.

Völlig Korrekt.

Ich finde, Apple übertreibt es hier mit dem Datenschutz!
Aber wozu auch auf den iCloud Account oder das Handy des Partners schauen? Die meisten Menschen posten doch eh alles auf Facebook und co...

Apple übertreibt nicht!
Die Frau übertreibt, weil sie die Zugangsdaten haben möchte.
Alles hat seine Gründe warum die Ehefrau nicht die Zugangsdaten hat.

Ich hoffe, dass keiner von den Apple Fürsprechern hier mal in so eine Lage kommt...