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Steigende Chipkosten

Qualcomm erhöht die Preise – Apples eigenes Modem wird zum Vorteil

Qualcomm hebt die Preise für seine Chips im zweistelligen Prozentbereich an. Apple könnte davon inzwischen deutlich weniger abhängig sein als noch vor wenigen Jahren – denn mit C1X hat der Konzern bereits ein eigenes 5G-Modem zur Marktreife gebracht. Bei den kommenden iPhone-Modellen ist die Lage allerdings noch nicht eindeutig.

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Qualcomm hebt zum 1. September die Preise für seine Chips an. Wie MacRumors berichtet, sollen die Aufschläge im zweistelligen Prozentbereich liegen. Qualcomm begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten bei seinen eigenen Zulieferern, die der Konzern nicht länger vollständig auffangen wolle.

Sommer-Angebot

Für Apple kommt diese Entwicklung zu einem interessanten Zeitpunkt. Der iPhone-Hersteller arbeitet seit Jahren daran, die Abhängigkeit von Qualcomm bei Mobilfunkmodems zu reduzieren – und hat diesen Schritt inzwischen zumindest bei einem Teil seines Portfolios vollzogen.

Quickread: Auf einen Blick
  • Qualcomm erhöht seine Chippreise im zweistelligen Prozentbereich
  • Die neuen Preise gelten für Chips, die ab dem 1. September ausgeliefert werden
  • Apple setzt mit dem C1X bereits ein eigenes 5G-Modem in mehreren iPhones ein
  • Für kommende iPhone-Modelle wird ein neuer Apple-C2-Chip gehandelt
  • Ein weiterer Einsatz von Qualcomm-Modems in einzelnen Modellen ist nicht ausgeschlossen

Mit dem C1X hat Apple ein eigenes 5G-Modem im Einsatz

Das iPhone Air sowie das im März vorgestellte iPhone 17e verwenden bereits Apples eigenes C1X-Modem. Apple bezeichnet den C1X als Weiterentwicklung des zuvor eingeführten C1 und gibt an, dass der Chip bei vergleichbaren Mobilfunktechnologien schneller und zugleich effizienter arbeiten soll als das zuvor im iPhone 16 Pro eingesetzte Modem.

Damit hat Apple inzwischen eine marktreife Alternative zu Qualcomm im eigenen Haus. Gerade angesichts steigender Komponentenpreise dürfte sich diese Unabhängigkeit strategisch auszahlen. Apple ist damit zwar nicht vollständig von Qualcomm losgelöst, kann aber zumindest bei geeigneten Modellen auf eigene Hardware zurückgreifen.

5G-Modem erklärt!

Das Mobilfunkmodem verbindet ein Smartphone mit dem Netz des Mobilfunkanbieters und verarbeitet unter anderem LTE- und 5G-Verbindungen. Apple bezog diese zentrale Komponente lange von Qualcomm. Mit der C1-Familie entwickelt der Konzern inzwischen eigene Modems und kann die Technik enger mit seinen übrigen Chips und dem iPhone abstimmen.

Noch offen ist allerdings, wie weit Apple diesen Wechsel mit der nächsten iPhone-Generation treiben wird. Das Unternehmen hat für den 9. September ein neues Produkt-Event angekündigt, bei dem unter anderem neue iPhone-Modelle erwartet werden.

Welche Modems Apple dort einsetzen wird, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Gerüchten zufolge könnte ein neuer Apple-Chip mit der Bezeichnung C2 in Teilen der kommenden iPhone-Generation zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Apple zumindest bei bestimmten Varianten der neuen Pro-Modelle weiterhin Qualcomm-Hardware verwenden könnte. Frühere Berichte über mutmaßliche Produktionsunterlagen deuteten etwa darauf hin, dass US-Versionen des iPhone 18 Pro weiterhin Qualcomm-Komponenten enthalten könnten. Bestätigt ist das nicht.

Qualcomm rechnet selbst mit weniger Apple-Geschäft

Dass Apples Umstieg bereits Auswirkungen auf Qualcomm hat, lässt sich auch an Aussagen des Chipkonzerns ablesen. Qualcomm-Chef Cristiano Amon hatte im Juli erklärt, dass die mit Apple erzielten Umsätze schneller zurückgehen könnten als zuvor erwartet.

Für Apple verschiebt sich damit die Ausgangslage. Steigende Qualcomm-Preise treffen den Konzern zwar weiterhin, solange entsprechende Modems in bestehenden oder kommenden iPhones verbaut werden. Gleichzeitig besitzt Apple inzwischen die technische Möglichkeit, einen wachsenden Teil dieses Geschäfts mit eigenen Chips abzudecken.

Die Preiserhöhung bei Qualcomm zeigt damit auch, weshalb Apple seit Jahren beträchtlichen Aufwand in eigene Halbleiter investiert: Je mehr zentrale Komponenten aus eigener Entwicklung stammen, desto geringer wird die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern und deren Preisgestaltung.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Qualcomms Preiserhöhung macht sichtbar, warum Apples jahrelanger Aufbau einer eigenen Modem-Entwicklung strategisch wichtig ist. Kurzfristig dürfte der Konzern Qualcomm noch nicht vollständig ersetzen können – insbesondere bei den unmittelbar bevorstehenden Pro-Modellen ist der verwendete Chip noch nicht offiziell bekannt. Langfristig verschafft ein konkurrenzfähiges eigenes Modem Apple aber mehr Kontrolle über Kosten, Energieeffizienz und die technische Abstimmung seiner Geräte.

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