EFF fordert mehr Verschlüsselung

Apple im Visier: Datenschutzorganisation startet „Encrypt It Already“-Kampagne

Die Electronic Frontier Foundation startet eine Kampagne, die Apple und andere Tech-Giganten zu mehr Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auffordert.

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Die gemeinnützige Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine neue Kampagne mit dem Titel „Encrypt It Already“ gestartet, die sich an Technologieunternehmen wie Apple, Google und Meta richtet. Die Initiative fordert diese Konzerne auf, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf ihren Plattformen zu implementieren oder auszuweiten – und Apple steht dabei besonders im Fokus.

Quickread: Auf einen Blick
  • Die EFF fordert Apple auf, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten umzusetzen und App-spezifische KI-Berechtigungen anzubieten.
  • Apple bietet bereits optionalen erweiterten Datenschutz für iCloud an, doch die Organisation will mehr Standardverschlüsselung sehen.
  • Mit iOS 26.3 Beta legt Apple die Grundlagen für verschlüsselte RCS-Kommunikation, ein konkreter Zeitplan fehlt aber weiterhin.

Apple bietet bereits umfangreiche Verschlüsselung – aber die EFF will mehr

Apple verschlüsselt bereits standardmäßig mehr als ein Dutzend Datenkategorien in iCloud mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Für Nutzende, die zusätzlichen Schutz wünschen, bietet das Unternehmen die optionale Funktion „Erweiterter Datenschutz“ an. Diese erweitert die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf iCloud-Backups, Notizen, Fotos, Sprachmemos und weitere Bereiche. Doch der EFF reicht das nicht aus.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erklärt!

Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werden Daten so verschlüsselt, dass nur Sender und Empfänger sie lesen können. Selbst der Dienstanbieter – in diesem Fall Apple – hat keinen Zugriff auf die unverschlüsselten Inhalte. Dies bietet maximalen Schutz vor unbefugtem Zugriff durch Dritte, Hacker oder Behörden.

Die Organisation kritisiert insbesondere, dass Apple und Google ihr Versprechen noch nicht eingelöst haben, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten zu implementieren. Im vergangenen Jahr kündigte Apple an, Unterstützung für verschlüsselte RCS-Nachrichten in zukünftigen Updates von iOS, iPadOS, macOS und watchOS hinzuzufügen – ohne jedoch einen konkreten Zeitrahmen zu nennen.

Mit der Beta-Version von iOS 26.3 scheint Apple die Grundlagen dafür zu schaffen, dass Mobilfunkanbieter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten unterstützen können. iMessage bietet bereits seit 2011 standardmäßig Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Forderung nach App-spezifischen KI-Berechtigungen

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der EFF: Apple und Google sollen Nutzenden die Möglichkeit geben, KI-Funktionen wie Apple Intelligence und Google Gemini für bestimmte Apps zu deaktivieren. Die Organisation fordert damit eine granularere Kontrolle über den Einsatz künstlicher Intelligenz auf den Geräten.

Transparenz bei der Kommunikation ist entscheidend

Die EFF betont auch, wie wichtig die Art und Weise ist, wie Technologieunternehmen neue Implementierungen von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kommunizieren. Die Organisation ermutigt die Firmen, Blogbeiträge zu veröffentlichen, die wichtige Details zusammenfassen, technische Dokumentationen und Nutzungsanleitungen bereitzustellen und bewährte Praktiken zur Datenminimierung zu befolgen.

Die gemeinnützige Organisation ruft Menschen dazu auf, Apples Feedback-Formular zu nutzen, um dem Unternehmen mitzuteilen, dass zusätzliche Unterstützung für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wichtig ist. Die Kampagne zeigt, dass selbst bei Unternehmen, die bereits viel in Sachen Privatsphäre und Sicherheit investieren, noch Luft nach oben besteht – zumindest aus Sicht von Datenschutzorganisationen.

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