Blick zurück: Der 15. Todestag von Steve Jobs
Steve Jobs kämpfte viele Jahre mit seiner Gesundheit und besonders mit einem Tumor an der Bauchspeicheldrüse. Bereits in den Jahren 2004 und 2009 gab es für den damaligen Apple-Chef eine Auszeit, um sich von den Folgen eines operativen Eingriffs und einer Hormonstörung zu erholen. Das Jahr 2011 begann mit einer ähnlichen Ankündigung. Steve Jobs würde sich erneut vom Tagesgeschäft als Apple-CEO freistellen lassen. Wieder einmal sollte Tim Cook diese Aufgaben übernehmen. Jobs ließ es sich dennoch nicht nehmen, bei wichtigen Unternehmensentscheidungen involviert zu bleiben. Bei der Produkteinführung des iPad 2 im März 2011 präsentierte er das neue Tablet persönlich in einer gemütlichen Wohnzimmer-Atmosphäre auf der Apple-Bühne. Im Sommer rahmte er die Eröffnungsveranstaltung der WWDC ein und präsentierte die neuen iCloud-Funktionen. Einen Tag später trat er vor dem Stadtrat Cupertinos auf, um Apples Pläne für einen neuen Firmensitz zu präsentieren. Für viele deshalb überraschend meldete sich Jobs am 24. August 2011 endgültig als CEO ab und übergab diese Rolle ohne zeitliche Einschränkung an Tim Cook. Jobs wollte diesen Übergang als Verwaltungsratsvorsitzender zwar begleiten. Doch am 5. Oktober 2011 erschütterte die Meldung um seinen Tod die Apple-Fangemeinde und den Rest der Welt.
Im Jahr 2022 eröffneten Jony Ive, Tim Cook und Laurene Powell Jobs (Steve Jobs’ Witwe) das „Steve Jobs Archive“. Der Zusammenschluss von Jobs’ engsten Weggefährten plant, das Jobs-Vermächtnis aufzuarbeiten und weiterzutragen. Dazu veröffentlicht das Kollektiv Bücher, wie das kostenfreie E-Book „Make Something Wonderful“, in dem Jobs-Zitate und Schriften zusammengetragen sind. Darüber hinaus vergibt das Steve Jobs Archive Stipendien für Menschen zwischen 21 und 26 Jahren, die Kunst und Technologie zusammenbringen. Auf dem eigenen YouTube-Kanal veröffentlicht das Archiv außerdem alte und teilweise ungesehene Interviews mit Steve Jobs.
Web: stevejobsarchive.com
Der 5. Oktober 2011 und die Reaktionen
Steve Jobs verstarb am 5. Oktober 2011 im Beisein seiner Familie. Am Tag zuvor präsentierte Apple noch das neue iPhone 4S und Siri auf der eigenen Bühne. Bemerkenswert an diesem Event: In der ersten Reihe befand sich ein reservierter, aber leerer Platz für Steve Jobs. Die Beerdigung fand am 7. Oktober 2011 im privaten Rahmen statt. Steve Jobs wurde im Beisein seiner Familie auf dem Friedhof im Alta Mesa Memorial Park in Palo Alto beigesetzt. Der Friedhof ist einer der wenigen ohne Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Die Grabstelle blieb auf Jobs’ eigenen Wunsch unmarkiert. Apple-Fans trauerten an verschiedenen Apple-Stores auf der ganzen Welt und hinterlegten Blumen sowie kurze Botschaften.
»Steve was among the greatest of American innovators – brave enough to think differently, bold enough to believe he could change the world, and talented enough to do it.«
Präsident Barack Obama, Mitteilung des Weißen Hauses, 05.10.2011
Die weltweiten Reaktionen auf Steve Jobs’ Tod waren umfang- und zahlreich. Apple und Pixar, die beiden Unternehmen, für die Steve Jobs als Mitbegründer und Wegbegleiter fungierte, veröffentlichten eigene Pressemitteilungen. Die Unternehmenszentralen von Apple, Microsoft und Disney setzten die Flaggen auf Halbmast. Apple stellte auf die Startseite der eigenen Webseite eine Gedenktafel. Darüber hinaus richtete der Konzern eine eigene E-Mail-Adresse für Erinnerungen und Beileidsbekundungen ein. Viele der an rememberingsteve@apple.com gesendeten E-Mails sind bis heute auf www.apple.com/stevejobs für alle öffentlich einsehbar.
Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, erklärte den 16. Oktober 2011 zum „Steve Jobs Day“. Am selben Tag gab es auf dem Campus der renommierten Stanford-Universität eine Trauerfeier für geladene Gäste.
»He was my closest and my most loyal friend. We worked together for nearly 15 years. And he still laughed at the way I say ‚aluminium’«
Jony Ive, Trauerrede, 19.10.2011
Am 19. Oktober 2011 richtete Apple selbst eine eigene Gedenkveranstaltung aus. Auf dem Firmencampus sprachen Wegbegleiter wie Tim Cook, Jony Ive und Al Gore zur versammelten Apple-Belegschaft. Die Veranstaltung wurde live in alle Apple-Stores gestreamt, damit die Belegschaft außerhalb Cupertinos ebenfalls teilhaben konnte. Apple veröffentlichte die Aufzeichnung später auf der eigenen Webseite.
Ehrungen und Erinnerungen
Steve Jobs erhielt nach seinem Tod Ehrungen und Auszeichnungen für sein Lebenswerk. Im Jahr 2012 erhielt er den Grammy Trustees Award als Auszeichnung für Menschen, die selbst keine Musiker waren, aber großen Einfluss auf die Musikindustrie ausübten. Im selben Jahr erhielt er den Edison Achievement Award für Innovationen. Jobs war nicht nur Apples Chef, sondern auch lange Zeit der Kopf des Animationsstudios Pixar. Im Jahr 1986 übernahm Jobs das Studio von Star-Wars-Erfinder George Lucas und machte Pixar zu einem der weltweit erfolgreichsten Animationsstudios. 20 Jahre später verkaufte Steve Jobs dann Pixar an Disney und wurde damit zum größten Einzelaktionär des Konzerns. Im Jahr 2013 erhielt Jobs daher posthum die Ehrung als „Disney Legend“, als Anerkennung für seine Bedeutung für den Disney-Konzern.
Apple ehrte Jobs im Jahr 2017 auf ganz besondere Weise. Im Rahmen der Produktpräsentation für das neue iPhone X eröffnete das „Steve Jobs Theater“ als Veranstaltungsort seine Türen für die versammelte Presse. Tim Cook startete die Präsentation mit einem Überblick zum neuen Apple-Campus und zum Steve Jobs Theater.
Zuletzt ehrte der damalige Präsident Joe Biden den verstorbenen Apple-Chef mit der höchsten zivilen Auszeichnung. Im Jahr 2022 erhielt Jobs posthum die „Presidential Medal of Freedom“. Tim Cook erinnert jedes Jahr am Todestag mit einem eigenen Tweet an seinen verstorbenen Chef, Freund und Wegbegleiter. Zum 10. Todestag veröffentlichte Apple am 5. Oktober 2021 ein Video mit Zitaten und Highlights aus Steves Leben und Karriere.
Steves Vermächtnis
Auch 15 Jahre nach seinem Tod prägt Steve Jobs weiterhin Apples Werdegang. Seine Entscheidungen und Produkte sind heute noch Grundlage für den anhaltenden Erfolg des Konzerns. Das iPhone macht mittlerweile die Hälfte von Apples Umsätzen aus. Das Betriebssystem Mac OS X erschien im Jahr 2001 und ist bis heute die Grundlage für alle modernen Apple-Plattformen wie iOS, iPadOS und visionOS. Und zu guter Letzt dürfte Apple Park, die moderne und von Jobs und Jony Ive mitgestaltete Firmenzentrale, das monumentalste Andenken an Steve Jobs und sein Schaffen darstellen.
Das unglaubliche Comeback des Steve Jobs
Autor: Alan Deutschman
Sprache: Deutsch
Erschienen: 19.02.2001
ISBN: 978-3-593-36780-4
Deutschman schreibt über Jobs’ Rückkehr zu Apple, noch bevor Produkte wie iPod und iPhone Jobs’ Comeback zu neuen Erfolgen führen sollten.
Steve Jobs
Autor: Walter Isaacson
Sprache: Deutsch
Erschienen: 24.10.2011
ISBN: 978-3-570-10124-7
Nur wenige Wochen nach Jobs’ Tod erschien diese Biografie, deren Autor Jobs selbst auswählte.
Small Fry
Autorin: Lisa Brennan-Jobs
Sprache: Englisch
Erschienen: 04.09.2018
ISBN: 978-0-8021-2823-2
Jobs’ Tochter schreibt über ihr Leben, ihren lange Zeit abwesenden Vater und das Silicon Valley der 80er und 90er Jahre.
Steve Jobs in Exile
Autor: Geoffrey Cain
Sprache: Englisch
Erschienen: 21.05.2026
ISBN: 978-1-837-73193-0
Das jüngste Buch über Steve Jobs und seine bisher wenig beachtete Zeit, als er mit NeXT einen Konkurrenten zu Apple aufbauen wollte.

Für Christian Steiner, derzeit in Wuppertal lebend, ist Apple-Geschichte kein Nostalgietrip, sondern Aufklärungsarbeit. In seiner Rubrik „Ein Blick zurück“ bei der Mac Life nimmt er die wichtigen Momente aus Apples Unternehmensgeschichte unter die Lupe, ordnet sie ein und erklärt, warum sie bis heute nachwirken. Als junger Familienvater interessiert ihn dabei auch, wie Apple-Produkte das Familienleben verbessern können.








