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Apple geht einkaufen

Apple kauft Sonera – die Technik könnte Körpersignale ohne Hautkontakt messen

Apple hat das kalifornische Startup Sonera übernommen. Das Unternehmen arbeitet an Chips, die biomagnetische Signale des Körpers ohne direkten Hautkontakt erfassen sollen – eine Technik mit möglichen Anwendungen für Wearables, Gesundheit und Bedienhilfen.

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Apple hat das kalifornische Sensor-Startup Sonera übernommen. Bekannt wurde der Kauf durch einen Eintrag der Europäischen Kommission. Demnach erfolgte die Übernahme bereits im Laufe dieses Jahres. Zu Apples konkreten Plänen mit der Technologie liegen bislang keine Angaben vor.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Apple hat das kalifornische Startup Sonera übernommen.
  • Sonera entwickelt Sensoren zur Messung biomagnetischer Körpersignale.
  • Die Technik soll ohne direkten Hautkontakt funktionieren.
  • Mögliche Anwendungen reichen von Wearables bis zur Prothesensteuerung.
  • Konkrete Pläne Apples für die Technologie sind bislang nicht bekannt.

Sensoren für magnetische Signale des Körpers

Sonera arbeitet an einer Sensortechnik, die schwache Magnetfelder erfassen soll, die durch elektrische Ströme im menschlichen Körper entstehen. Anders als verbreitete elektrische Messverfahren soll das System dafür keinen direkten Kontakt mit der Haut benötigen.

Biomagnetische Signale erklärt!

Elektrische Vorgänge in Nerven und Muskeln erzeugen auch sehr schwache Magnetfelder. Sensoren können versuchen, diese biomagnetischen Signale zu erfassen und daraus Informationen über Muskel- oder neurale Aktivität abzuleiten. Soneras Ansatz soll solche Messungen mit kompakten Chips und ohne direkten Hautkontakt ermöglichen.

Das Unternehmen hatte seine Technik 2023 ausführlicher vorgestellt. Sonera zufolge könnten damit unter anderem Signale erfasst werden, die aus Muskelbewegungen und neuraler Aktivität entstehen. Ziel sei es, solche Daten mit kompakten Sensoren zugänglicher zu machen.

Im Mittelpunkt stand damals der S1-Chip. Dieser wurde zunächst für die Erfassung von Muskelaktivität entwickelt und sollte laut Sonera hochauflösende Signale ohne direkten Hautkontakt liefern.

Von Prothesen bis Sport-Tracking

Sonera nannte für die Technik mehrere mögliche Einsatzbereiche. Dazu zählen die Steuerung fortschrittlicher Prothesen, die kontinuierliche Beobachtung neuromuskulärer Erkrankungen, die Suche nach möglichen Krankheitsmarkern sowie die Analyse sportlicher Leistung.

Auch Anwendungen in Consumer-Wearables hatte das Unternehmen ausdrücklich vorgesehen. Damit passt die Technologie grundsätzlich zu Produktbereichen, in denen Apple bereits aktiv ist – etwa der Apple Watch und anderen tragbaren Geräten.

Ob Apple Soneras Technik tatsächlich in einer künftigen Apple Watch oder einem anderen Produkt einsetzen wird, ist allerdings nicht bekannt. Ebenso ist unklar, welchen Entwicklungsstand die 2023 vorgestellten Sensoren inzwischen erreicht haben.

Potenzial über klassische Wearable-Sensoren hinaus

Interessant ist vor allem der Ansatz, biomagnetische statt ausschließlich elektrische Signale zu erfassen. Aktuelle Wearables nutzen je nach Funktion beispielsweise optische, elektrische oder bewegungsbasierte Sensoren.

Eine ausreichend kompakte und zuverlässige Messung magnetischer Körpersignale könnte zusätzliche Messverfahren ermöglichen. Sonera hatte dabei auch die Erfassung neuraler Aktivität als langfristiges Anwendungsfeld genannt.

Wie Apple das übernommene Know-how einsetzen will, geht aus der öffentlich gewordenen Übernahme nicht hervor. Entsprechend lässt sich derzeit auch nicht sagen, ob daraus eine konkrete Funktion für ein kommendes Apple-Produkt entstehen wird.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Die Übernahme passt zu Apples langfristigem Interesse an Gesundheitsfunktionen, Wearables und neuen Bedienmethoden. Soneras Technologie ist dabei vor allem als Forschungs- und Entwicklungsbaustein interessant. Ob daraus tatsächlich ein neuer Sensor für die Apple Watch oder ein anderes Produkt entsteht, lässt sich derzeit nicht seriös ableiten. Gerade bei Übernahmen kleiner Technologieunternehmen vergehen zudem häufig Jahre, bevor deren Entwicklungen überhaupt in einem Apple-Produkt sichtbar werden.