Pro muss reichen

Apple beerdigt iPad Ultra – iPad Pro verkauft sich zu schlecht

Apple verzichtet auf ein iPad Ultra. Nach enttäuschenden iPad Pro Verkäufen sieht das Unternehmen keine Zukunft für ein noch teureres Tablet-Modell.

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Apple hat die Entwicklung eines faltbaren iPad Ultra offenbar eingestellt. Nach Jahren enttäuschender Verkaufszahlen für das iPad Pro sieht das Unternehmen keine Zukunft für ein noch teureres iPad-Modell. Die Entscheidung wirft Fragen über Apples Strategie im Tablet-Segment auf. Das sagt der Leaker „Instant Digital“ auf der chinesischen Plattform Weibo.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple hat Pläne für ein faltbares iPad Ultra aufgegeben, nachdem das iPad Pro drei Jahre in Folge sinkende Umsätze verzeichnete.
  • Das M4 iPad Pro verfehlte 2024 die Verkaufsziele deutlich, die Lieferprognosen wurden von 10 Millionen auf 6,7 Millionen Einheiten gesenkt.
  • Ein faltbares 20-Zoll-iPad hätte rund 3.900 US-Dollar gekostet und 3,5 Pfund gewogen – schwerer als ein 14-Zoll MacBook Pro.

iPad Pro kämpft mit schwachen Verkaufszahlen

Die Probleme des iPad Pro sind gut dokumentiert. Im Oktober 2024 mussten die Lieferprognosen für das M4 iPad Pro drastisch nach unten korrigiert werden, nachdem die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Analyst Ross Young senkte seine Jahresprognose für 2024 von bis zu 10 Millionen Einheiten auf nur noch 6,7 Millionen. Besonders dramatisch: Die Auslieferungen des 13-Zoll-Modells brachen im dritten und vierten Quartal um mehr als 50 Prozent beziehungsweise 90 Prozent ein.

Young führte die schwache Resonanz teilweise auf die hohen Preise zurück. Das 11-Zoll-Modell startet bei 1.099 Euro, das 13-Zoll-Modell bei 1.449 Euro – Preispunkte, die Käuferinnen und Käufer abschrecken, die Tablets als Zweitgeräte neben Smartphone oder Laptop betrachten. Die iPad-Umsätze sind drei Jahre in Folge gesunken, und die Kategorie machte 2025 nur noch 6,73 Prozent von Apples Gesamtumsatz aus.

Faltbares iPad mit langer Entwicklungsgeschichte

Laut Bloomberg-Journalist Mark Gurman arbeitet Apple an einem 20-Zoll-faltbaren iPad, das als Prioritätsprojekt für John Ternus gilt, Senior Vice President of Hardware Engineering und zukünftiger Apple-CEO. Gurman merkte jedoch an, dass das Gerät „möglicherweise ein verrücktes Experiment bleibt, das nie das Licht der Welt erblickt“.

Das faltbare iPad hat eine lange und problematische Entwicklungsgeschichte. Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass technische Herausforderungen im Zusammenhang mit Gewicht, Funktionen und Display-Technologie den geplanten Launch von 2028 auf 2029 oder später verschoben haben. Das Gerät sollte mit einem großen Samsung-OLED-Display entwickelt werden, wobei Apple sich darauf konzentrierte, die sichtbare Falte zu minimieren.

Ultra-Branding erklärt!

Apple verwendet die Bezeichnung 'Ultra' für besonders hochwertige und teure Produkte am oberen Ende der jeweiligen Produktlinie. Beispiele sind die Apple Watch Ultra, M-Serie-Ultra-Chips oder das geplante iPhone Ultra. Die Ultra-Modelle bieten erweiterte Funktionen und Premium-Features, die über die Pro-Versionen hinausgehen, kosten aber deutlich mehr.

Prototypen sollen rund 1,6 kg wiegen und damit schwerer sein als ein 14-Zoll MacBook Pro und fast dreimal so viel wie ein 13-Zoll iPad Pro. Der Preis könnte bis zu 3.900 US-Dollar betragen – etwa das Dreifache des Einstiegspreises des 13-Zoll iPad Pro.

Unklarheit über Produktkategorisierung

Es herrschte auch Unsicherheit darüber, wie das Produkt kategorisiert werden sollte. Im März bemerkte Gurman, dass ein „gigantisches“ faltbares iPad Apples Tradition herausfordern würde, Mac und iPad als separate Produktlinien zu führen. Einige beschrieben es intern als faltbares iPad, andere als Mac mit Display auf allen Seiten. Im geschlossenen Zustand soll das Gerät einem Mac ähneln, mit einem Aluminiumgehäuse und ohne Außendisplay. Das Design ähnelt angeblich dem Huawei MateBook Fold, einem 18-Zoll-Faltgerät, das derzeit für 3.400 US-Dollar verkauft wird.

Apple erweitert „Ultra“-Branding

Die Berichte kommen vor dem Hintergrund von Apples Plänen, die „Ultra“-Marke über mehrere Produktlinien hinweg auszuweiten. Mindestens drei Ultra-Geräte sollen allein in diesem Jahr auf den Markt kommen: ein faltbares iPhone Ultra für rund 2.000 US-Dollar, AirPods Ultra mit Kameras für Visual Intelligence und ein MacBook Ultra mit berührungsempfindlichem OLED-Display, das bis zu 20 Prozent über dem aktuellen MacBook Pro liegt.

Apple verwendet bereits die „Ultra“-Bezeichnung für Apple Watch Ultra, M-Serie-Ultra-Chips und CarPlay Ultra. Ein „iPhone Ultra“, das sich aufklappen lässt, soll ebenfalls folgen.

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