Apple erweitert sein Werbegeschäft und führt Anzeigen in Apple Maps ein. Unternehmen können ihre Standorte zunächst in den USA und Kanada bewerben. Apple bestätigt inzwischen auf seiner eigenen Werbeplattform, dass „Ads on Apple Maps“ in beiden Ländern verfügbar sind.
- Apple führt Anzeigen in Apple Maps ein
- Zum Start sind die USA und Kanada dabei
- Werbung erscheint unter anderem in Suchergebnissen und bei vorgeschlagenen Orten
- Apple setzt laut eigenen Angaben vor allem auf kontextbezogene Signale
- Für Deutschland gibt es noch keinen Starttermin
Die Anzeigen können unter anderem oberhalb vorgeschlagener Orte sowie an erster Stelle relevanter Suchergebnisse erscheinen. Je nach Suchanfrage kommen dabei reine Textanzeigen oder Formate mit einem beziehungsweise drei Bildern zum Einsatz. Welche Variante und Platzierung verwendet wird, legt Apple automatisch anhand der Unternehmenskategorie und der jeweiligen Suche fest.
Werbung passend zur Suche statt zum Nutzerprofil
Für die Auswahl relevanter Anzeigen greift Apple nach eigenen Angaben vor allem auf kontextbezogene Signale zurück. Dazu gehören die Suchanfrage, der ungefähr ermittelte Standort des Geräts oder der gerade sichtbare Kartenausschnitt. Alter und Geschlecht sollen für das Targeting in Maps dagegen nicht verwendet werden. Auch der exakte Standort und der bisherige Verlauf innerhalb von Apple Maps sollen nicht zur Personalisierung der Werbung herangezogen werden.
Bei kontextbezogener Werbung richtet sich die Auswahl einer Anzeige vor allem nach der aktuellen Situation statt nach einem umfassenden persönlichen Nutzerprofil. In Apple Maps können dafür beispielsweise die Suchanfrage, der ungefähre Standort oder der sichtbare Kartenausschnitt berücksichtigt werden.
Unternehmen können ihren Anzeigen Bilder, ein Logo und optional einen Werbetext hinzufügen. Nutzer können anschließend direkt aus einer Anzeige heraus beispielsweise eine Route zum Geschäft aufrufen oder Kontakt mit dem Unternehmen aufnehmen.
Für kleinere Unternehmen bietet Apple eine weitgehend automatisierte Einrichtung über Apple Business an. Dort lassen sich unter anderem die zu bewerbenden Standorte und ein monatliches Maximalbudget festlegen. Kampagnen können jederzeit pausiert und das Budget nachträglich angepasst werden.
Apple lockt mit Werbeguthaben
Zum Start versucht Apple, Unternehmen mit Aktionsguthaben auf die neue Plattform zu bringen. Berechtigte neue Werbekunden erhalten unter anderem einmalig ein Guthaben von 150 US-Dollar. Wer eine qualifizierte Maps-Kampagne spätestens am 11. Oktober 2026 startet, kann außerdem ein Jahr lang 15 Prozent der monatlichen Werbeausgaben als Guthaben zurückerhalten. Die Obergrenze liegt bei 1.000 US-Dollar pro Monat beziehungsweise 850 Euro bei entsprechenden Konten.
Nicht jedes Unternehmen darf allerdings Werbung in Apple Maps schalten. Apples Richtlinien schließen beispielsweise bestimmte Heimdienstleistungen wie Sanitär-, Elektro-, Schlüsseldienst-, Dachdecker- oder Schädlingsbekämpfungsangebote aus. Auch für weitere Bereiche wie Waffen, Glücksspiel oder bestimmte medizinische Angebote gelten Einschränkungen.
Vorerst nur in den USA und Kanada
Für deutsche Nutzer ändert sich damit zunächst nichts. Apple nennt aktuell ausschließlich die USA und Kanada als Märkte, in denen Anzeigen in Apple Maps verfügbar sind. Einen Termin für Deutschland oder weitere europäische Länder hat das Unternehmen bislang nicht genannt.
Mit dem Schritt erschließt Apple einen weiteren seiner Dienste für das eigene Werbegeschäft. Gerade die lokale Suche ist dafür interessant: Nach Unternehmensangaben finden in Apple Maps in den USA und Kanada monatlich mehr als eine Milliarde relevante Suchanfragen nach Unternehmen statt. Bei etwa jeder zweiten Unternehmenssuche folgt eine Aktion wie das Abrufen einer Route oder der Besuch einer Website.









