Bericht: Apple-Chef Ternus mischt sich stärker ins Design ein
John Ternus soll dem Design bei Apple unter seiner Führung wieder mehr Gewicht geben. Wie Bloomberg-Journalist Mark Gurman berichtet, beschäftigt sich der neue Apple-Chef inzwischen intensiv mit den Teams für Industrie- und Interface-Design und arbeitet regelmäßig direkt mit ihnen zusammen.
- John Ternus soll mehrmals pro Woche direkt mit Apples Designteams arbeiten.
- Unter Tim Cook waren Besuche im Designstudio laut Bericht deutlich seltener.
- Apple will offene Stellen im Designbereich durch Beförderungen und Neueinstellungen besetzen.
- Ein direkter Nachfolger für Jony Ive soll derzeit nicht gesucht werden.
- Die übergreifenden Designentscheidungen sollen bei Ternus liegen.
Dem Bericht zufolge ist Ternus mehrmals pro Woche persönlich im Designstudio. Teilweise soll er die Teams sogar mehrfach an einem einzelnen Tag besuchen. Unter seinem Vorgänger Tim Cook seien solche Besuche deutlich seltener gewesen und ungefähr einmal im Monat erfolgt.
Design wird wieder stärker zur Chefsache
Ternus hatte bereits vor seiner Ernennung zum CEO zusätzliche Verantwortung für Apples Designorganisation übernommen. Nachdem der frühere Chief Operating Officer Jeff Williams das Unternehmen verlassen hatte, erklärte Apple zunächst, die entsprechenden Teams würden an den damaligen CEO Tim Cook berichten. Laut Bloomberg übernahm intern jedoch bereits Ternus eine zentrale Rolle.
Industrial Design beschäftigt sich mit der physischen Gestaltung eines Produkts. Bei Apple gehören dazu beispielsweise Form, Materialien, Abmessungen und die grundsätzliche Konstruktion von Geräten wie iPhone, Mac oder Apple Watch.
Dass sich Ternus intensiv mit dem Thema beschäftigt, wäre angesichts seiner bisherigen Laufbahn nicht völlig überraschend. Vor seinem Wechsel an die Unternehmensspitze verantwortete er Apples Hardware Engineering. Einen klassischen Hintergrund als Designer besitzt er allerdings nicht.
Apple soll Designteams neu aufstellen
Parallel dazu soll Apple versuchen, Lücken innerhalb seiner Designorganisation zu schließen. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mehrere erfahrene Mitarbeiter verloren. Unter anderem wechselte der langjährige Interface-Designchef Alan Dye zu Meta. Auch andere Technologieunternehmen wie OpenAI sollen Designer und Ingenieure von Apple abgeworben haben.
Laut Gurman reagiert Apple unter anderem mit internen Beförderungen und externen Neueinstellungen. Einen direkten Nachfolger für den früheren Designchef Jony Ive soll das Unternehmen derzeit dennoch nicht suchen.
Stattdessen sollen Molly Anderson im Bereich Industrial Design und Steve Lemay beim Human Interface Design stärker als verantwortliche Führungskräfte auftreten. Die übergreifenden Entscheidungen beim Design sollen dem Bericht zufolge jedoch bei Ternus liegen.
Damit würde sich die interne Gewichtung bei Apple zumindest teilweise verändern. In den Jahren nach Jony Ives Rückzug verlor die Designorganisation laut früheren Berichten an Einfluss, während Bereiche wie Operations, Engineering und Finanzen bei Produktentscheidungen stärker ins Gewicht fielen.
Ob sich Ternus’ stärkeres Engagement langfristig auch sichtbar auf neue Apple-Produkte auswirkt, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Der Bloomberg-Bericht deutet jedoch darauf hin, dass der CEO Designfragen stärker in seine unmittelbare Arbeit einbeziehen will.









