iPhone 18 Pro und iPhone Duo: Erst die Kür, dann die Pflicht
Es gab Tage im September, an denen Apple das komplette iPhone-Regal auf einmal auffüllte. Der 9. September 2026 gehörte nicht dazu. Federführend in der Präsentation der Herbst-Neuheiten stand erstmals der neue Apple-Chef John Ternus, seit dem 1. September Nachfolger von Tim Cook, und im Gepäck hatte er mit iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max gewissermaßen „die bessere Hälfte“ der iPhone-Modellfamilie – flankiert von einem ganz besonderen Neuzugang: dem iPhone Duo, Apples erstem faltbaren iPhone.
Die beiden Pro-Modelle sind seit dem 18. September zu Preisen ab 1.449 respektive 1.599 Euro zu haben. Neu sind der in 2-Nanometer-Technik gefertigte A20-Pro-Chip, eine deutlich geschrumpfte Dynamic Island, längere Laufzeiten, vor allem aber die neue Hauptkamera mit erstmals variabler Blende: Sechs mechanische Lamellen regeln die Öffnung, automatisch oder in vier Stufen gerastert.
Das iPhone Duo indes folgt am 23. Oktober – und kostet ab 2.299 Euro. Teuer, aber im Vergleich zu anderen sogenannten Foldables gleichauf. Aufgeklappt misst das innere Display 7,6 Zoll, geschlossen zeigt die Außenseite 5,4 Zoll. Die Touch ID sitzt in der Seitentaste, das Gehäuse besteht aus Titan, eine eSIM ist Pflicht. Bis zum Redaktionsschluss hatten wir keine Gelegenheit zum ausführlichen Test – was auf den kommenden Seiten folgt, ist deshalb ausdrücklich ein erster Eindruck und kein Test. So viel sei verraten: Die Vorfreude ist groß!
Und der Rest der iPhone-Familie? Der lässt auf sich warten. Ein iPhone 18 als neues Standardmodell, ein iPhone 18e für Business und Einsteiger und vielleicht auch ein iPhone Air der 2. Generation werden übereinstimmenden Berichten zufolge im Frühjahr 2027 erwartet – bestätigt hat das Apple freilich nicht. Stattdessen bleiben iPhone 17, iPhone 17e und iPhone Air im Sortiment – seit dem Event aber zu neuen und spürbar höheren Preisen. Das iPhone 17 in kleinster Konfiguration kostet 150 Euro mehr als zuvor – der Preis wird mit 1.099 Euro vierstellig. Wer kein Pro-Modell sucht, kauft in diesem Herbst also bereits erhältliche Hardware mit Aufschlag – oder aber wartet ab.
Das iPhone 18 Pro Max ist die klare Empfehlung für alle, die mit dem iPhone ernsthaft fotografieren. Die neue variable Blende der Hauptkamera erweitert die optische Kontrolle über Lichtmenge und Schärfentiefe. Dazu kommt die längste Laufzeit im Line-up und Speicher bis 2 Terabyte. Wer die hosentaschenfeindlichen 6,9 Zoll nicht bändigen mag, bekommt beim iPhone 18 Pro ab 1.449 Euro dieselbe Kamera und denselben Chip in handlicherem Format – der Unterschied zum größeren Modell: weniger Displayfläche und etwas geringere Laufzeit.
Das komplett neue iPhone Duo richtet sich an eine deutlich kleinere Gruppe: an alle, die unterwegs lesen, Dokumente prüfen, zwei Apps nebeneinander brauchen und dafür bislang vielleicht auch ein iPad in der Tasche hatten. Für diesen Zweck erscheint uns das aufgeklappte 7,6-Zoll-Display als echte Erleichterung. Wer sein Telefon dagegen vor allem als Telefon und Kamera nutzt, findet hier ein sehr teures Faszinosum und wenig Zugewinn im Alltag. Hinzu kommt: Die Langzeittauglichkeit von Scharnier und Faltdisplay lässt sich seriös erst nach Monaten beurteilen, nicht nach einem Nachmittag. Zudem gilt: Die erste Generation eines neuen Apple-Produkts ist oft auch „Versuchsküche“. Das ist spannend, aber beim Erscheinen des besseren Nachfolgemodells mitunter frustrierend.
Für alle anderen lautet die Empfehlung: abwarten. Ein Standard-iPhone 18 wird nach übereinstimmenden Berichten voraussichtlich im Frühjahr 2027 erwartet. Gleichzeitig kostet das iPhone 17 im Apple Store seit dem Keynote-Abend 1.099 statt 949 Euro, das iPhone Air beginnt bei 1.299 Euro. Im Fachhandel liegen die Preise leicht darunter. Wer jetzt ein solides iPhone sucht, aber keine Pro-Ambitionen oder Verwendung für ein Foldable hat, sucht dort – oder wartet schlicht ab: iOS 27 ist für ältere Modelle eine „Frischzellenkur“, die einen Neukauf im Kalender nach hinten zu verschieben vermag. Warten kostet in diesem Fall nichts außer Geduld, und die war bei Apple selten die schlechteste Investition.

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.










