Gericht entscheidet für Apple

Apple darf iPhone-Datenschutzfunktion in Frankreich weiter anbieten

Ein Pariser Gericht hat entschieden, dass Apple seine Datenschutzfunktion App Tracking Transparency in Frankreich weiter anbieten darf.

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Ein Pariser Gericht hat entschieden, dass Apple die umstrittene Datenschutzfunktion App Tracking Transparency in Frankreich weiterhin anbieten darf. Das berichtet die französische Zeitung La Tribune. Apple begrüßte die Entscheidung und bekräftigte, auch weiterhin starke Datenschutzmaßnahmen für seine Nutzerinnen und Nutzer zu unterstützen.

Quickread: Auf einen Blick
  • Ein Pariser Gericht erlaubt Apple, App Tracking Transparency in Frankreich weiterhin anzubieten.
  • Frankreich hatte Apple 2025 wegen der Funktion mit 150 Millionen Euro Strafe belegt.
  • Apple warnte zuvor, die Funktion in der EU möglicherweise einstellen zu müssen.

Hintergrund: Millionenstrafe wegen App Tracking Transparency

Die Entscheidung kommt etwas überraschend, nachdem Frankreichs Wettbewerbsbehörde Apple im vergangenen Jahr mit einer Geldstrafe von 150 Millionen Euro belegt hatte. Der Vorwurf: Die Implementierung von App Tracking Transparency stelle einen Missbrauch der Marktdominanz dar und benachteilige sowohl App-Entwickler als auch Werbetreibende.

App Tracking Transparency erklärt!

App Tracking Transparency ist eine Datenschutzfunktion von Apple, die seit iOS 14.5 verfügbar ist. Apps müssen Nutzerinnen und Nutzer um Erlaubnis fragen, bevor sie deren Aktivitäten über verschiedene Apps und Websites hinweg für personalisierte Werbung verfolgen dürfen. Wer ablehnt, verhindert den Zugriff auf die Werbe-Kennung des Geräts und schützt so seine Privatsphäre.

So funktioniert App Tracking Transparency

Seit der Veröffentlichung von iOS 14.5 im April 2021 müssen Apps um Erlaubnis fragen, bevor sie die Aktivitäten von Nutzerinnen und Nutzern über andere Apps und Websites hinweg für personalisierte Werbung verfolgen dürfen. Wer die Option „App bitten, nicht zu tracken“ auswählt, verhindert, dass die App auf die Werbe-Kennung des Geräts zugreifen kann. Die Funktion stärkt den Datenschutz erheblich, stieß jedoch bei Werbetreibenden auf massiven Widerstand, die über deutliche Umsatzeinbußen klagten.

Drohende Abschaltung in der EU

Im vergangenen Jahr warnte Apple, dass man aufgrund des regulatorischen Drucks in Ländern wie Frankreich, Italien, Deutschland und Polen sowie von Seiten der Europäischen Kommission möglicherweise gezwungen sein könnte, App Tracking Transparency in der EU einzustellen. Die Gerichtsentscheidung in Frankreich bedeutet jedoch, dass die Funktion dort vorerst weiter verfügbar bleibt.

Die Auseinandersetzung um App Tracking Transparency zeigt exemplarisch den Spagat zwischen Datenschutz und wirtschaftlichen Interessen der Werbeindustrie. Während Apple die Funktion als wichtigen Schutz für die Privatsphäre seiner Kundinnen und Kunden verteidigt, sehen Werbetreibende und einige Wettbewerbsbehörden darin eine wettbewerbsverzerrende Maßnahme. Das Pariser Gericht hat nun zumindest für Frankreich eine Entscheidung zugunsten des Datenschutzes getroffen.