Apple-Chef John Ternus verrät, worauf es ihm besonders ankommt
Mit John Ternus hat Apple seit September 2026 einen neuen CEO. Der frühere Hardware-Chef hat bereits mehrere Produktvorstellungen verantwortet, darunter das kürzlich präsentierte MacBook Pro mit PROLED XDR. In einem Interview mit dem US-Magazin Wired hat Ternus nun darüber gesprochen, wie er seine neue Aufgabe versteht und welche Prioritäten er setzt.
- John Ternus ist seit September 2026 CEO von Apple
- Im Wired-Interview betont er seine Leidenschaft für Produkte
- KI soll konkrete Verbesserungen für Nutzer ermöglichen
- Auch bei KI-Agenten hält er an menschlicher Produktentwicklung fest
- Ternus setzt auf Kontinuität statt grundlegender Veränderungen
Produkte stehen für Ternus im Mittelpunkt
Im Gespräch mit Journalist Steven Levy wurde Ternus gefragt, wie er mit der deutlich größeren Verantwortung als CEO umgeht. Schließlich muss er sich inzwischen nicht mehr nur um die Hardware-Entwicklung kümmern, sondern das gesamte Unternehmen führen.
Ternus bezeichnete es als Privileg, in seiner neuen Position zahlreiche zusätzliche Bereiche kennenzulernen. Er wolle sich weiterhin intensiv mit unterschiedlichen Themen beschäftigen und dazulernen.
Gleichzeitig machte er deutlich, wo seine persönliche Leidenschaft liegt: bei den Produkten. Er liebe es, Produkte zu entwickeln, und sei mit großer Begeisterung bei der Sache.
Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Interview. Statt über grundlegende Veränderungen in der Unternehmensführung zu sprechen, lenkt Ternus den Blick immer wieder auf das, was Apple entwickelt und seinen Kunden anbietet.
Auch andere Apple-Manager unterstreichen diese Ausrichtung. Hardware-Chef Johny Srouji beschreibt Ternus als jemanden, der im Herzen ein Produktentwickler sei. Marketing-Chef Greg Joswiak hebt dessen Gespür für gute Produkte hervor.
Künstliche Intelligenz soll einen konkreten Nutzen bieten
Auch beim Thema künstliche Intelligenz bleibt Ternus seiner produktorientierten Haltung treu. Apple wolle KI nicht allein deshalb einsetzen, weil die Technologie gerade im Mittelpunkt der Branche stehe.
Stattdessen gehe es darum, Funktionen zu entwickeln, die den Alltag der Nutzer tatsächlich verbessern. Im Idealfall müssten diese gar nicht darüber nachdenken, ob eine bestimmte Funktion durch künstliche Intelligenz oder klassische Software ermöglicht werde.
Entscheidend sei für Ternus, ob Apple damit ein Produkt geschaffen habe, das die Menschen gerne verwenden. Auch die zunehmende Bedeutung sogenannter KI-Agenten sieht er nicht als grundsätzliches Ende der bisherigen Produktentwicklung.
KI-Agenten sind Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz, die Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen können. Anders als klassische Chatbots beantworten sie nicht nur Fragen, sondern können beispielsweise Informationen recherchieren, Anwendungen bedienen oder mehrere Arbeitsschritte miteinander verknüpfen. Wie eigenständig sie handeln dürfen, hängt von der jeweiligen Software und ihren Berechtigungen ab.
Solche Systeme könnten zwar zahlreiche Aufgaben vereinfachen oder selbstständig übernehmen. Die Entwicklung von Produkten bleibe für ihn jedoch eine zutiefst menschliche und persönliche Tätigkeit.
Beim Thema KI-Regulierung vermied Ternus eine eindeutige Position. Stattdessen verwies er darauf, dass Apple großen Wert auf die Sicherheit seiner Produkte und den Schutz persönlicher Informationen lege.
Kontinuität statt grundlegender Veränderungen
Das Interview zeigt auch, dass Ternus seine Aufgabe nicht darin sieht, Apple grundsätzlich neu auszurichten. Der 51-Jährige arbeitet bereits seit rund 25 Jahren für das Unternehmen und war lange in der Hardware-Entwicklung tätig.
Auf die Frage, welche Unternehmenschefs außerhalb von Apple ihn besonders inspirieren, hatte Ternus keine konkrete Antwort. Vielmehr verwies er darauf, wie viel er von den Menschen gelernt habe, mit denen er täglich zusammenarbeitet.
Zu diesen Personen gehören auch seine Vorgänger Steve Jobs und Tim Cook. Während Ternus mit Jobs nach eigenen Angaben nur wenige persönliche Begegnungen hatte, arbeitete er mit Cook über viele Jahre eng zusammen.
Die Aussagen von Ternus passen damit zu einem Führungswechsel, der vor allem auf Kontinuität ausgerichtet ist. Auch Srouji betont im Wired-Interview, dass sich Apples Unternehmenskultur durch den neuen CEO nicht grundsätzlich verändern werde.
Für Ternus steht offenbar weniger die Frage im Vordergrund, wie er Apple seinen persönlichen Stempel aufdrücken kann. Vielmehr möchte er die bestehende Produktentwicklung fortführen und dabei neue Technologien sinnvoll integrieren.

Gerade beim Thema KI ist dieser Ansatz interessant. Während andere Unternehmen zunehmend eigenständige KI-Systeme in den Mittelpunkt stellen, betont Ternus die Integration der Technologie in bestehende Produkte. Das ist eine nachvollziehbare Strategie, sagt allerdings noch wenig darüber aus, wie gut Apple sie technisch umsetzen kann.
Für die weitere Entwicklung des Unternehmens werden deshalb weniger die Aussagen des neuen CEO entscheidend sein als die Produkte und Funktionen, die Apple in den kommenden Monaten tatsächlich veröffentlicht.








