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Datenschutz unter Druck

Russland verlangt Zugriff auf Nutzerdaten: Apple und Microsoft betroffen

Apple und Microsoft stehen in Russland vor neuen gesetzlichen Verpflichtungen. Beide Unternehmen wurden in ein staatliches Register aufgenommen, das die Speicherung von Nachrichten und Kommunikationsdaten sowie deren Herausgabe an Sicherheitsbehörden vorschreibt. Welche Dienste konkret betroffen sind, ist bislang unklar.

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Russland verschärft die gesetzlichen Anforderungen an internationale Technologieunternehmen. Apple und Microsoft wurden am 2. Oktober 2026 in ein staatliches Register aufgenommen, das Unternehmen zur Speicherung von Nutzerkommunikation und zur Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden verpflichtet. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Angaben der russischen Medienaufsicht Roskomnadzor.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Russland hat Apple und Microsoft in ein staatliches Überwachungsregister aufgenommen.
  • Nutzer- und Kommunikationsdaten müssen bis zu drei Jahre gespeichert werden.
  • Nachrichteninhalte müssen bis zu sechs Monate aufbewahrt werden.
  • Sicherheitsbehörden können die Herausgabe der Daten verlangen.
  • Ob Apple und Microsoft die Vorgaben umsetzen, ist bislang unbekannt.

Apple und Microsoft müssen Nutzerdaten speichern

Die beiden US-Konzerne stehen nun im russischen Register der sogenannten „Organisatoren der Informationsverbreitung“. Darin werden Unternehmen geführt, deren Dienste den Austausch elektronischer Nachrichten ermöglichen.

Roskomnadzor erklärt!

Roskomnadzor ist die staatliche russische Aufsichtsbehörde für Medien, Telekommunikation und Internetdienste. Sie überwacht die Einhaltung russischer Vorschriften, führt Register digitaler Dienstanbieter und kann unter bestimmten Voraussetzungen die Sperrung von Webseiten und Onlinediensten veranlassen.

Mit der Aufnahme sind weitreichende gesetzliche Pflichten verbunden. Unternehmen müssen Informationen über ihre Nutzer sowie über den Versand und Empfang elektronischer Nachrichten für drei Jahre auf Servern in Russland speichern. Für die Inhalte der Kommunikation, darunter Textnachrichten, Sprachmitteilungen und Videos, gilt eine Aufbewahrungsfrist von bis zu sechs Monaten.

Auf entsprechende gesetzliche Anforderung müssen die Unternehmen diese Informationen den zuständigen russischen Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellen.

Welche Apple-Dienste konkret unter die Verpflichtungen fallen, ist bislang nicht bekannt. Denkbar wäre insbesondere eine Betroffenheit von iMessage und bestimmten iCloud-Funktionen. Bei Microsoft könnten unter anderem Kommunikations- und Cloud-Dienste relevant sein. Eine offizielle Eingrenzung liegt bisher nicht vor.

Auch andere internationale Dienste betroffen

Apple und Microsoft sind nicht die ersten internationalen Unternehmen, die in dem Register geführt werden. Zu den bereits erfassten Anbietern gehören unter anderem Google, WhatsApp, Telegram, Snapchat und Cloudflare. Google und dessen Videokonferenzdienst Google Meet wurden bereits im Januar 2026 aufgenommen.

Russland hat den Zugang zu zahlreichen ausländischen Kommunikationsdiensten in den vergangenen Jahren eingeschränkt. Davon betroffen sind unter anderem WhatsApp, Signal, Telegram und Apples Videotelefoniedienst FaceTime.

Sollten Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen, drohen ihnen Geldstrafen. Als weitere Konsequenz können russische Behörden den Zugang zu den jeweiligen Diensten einschränken oder gerichtlich eine Sperrung erwirken.

Apple steht bereits länger unter Druck

Das Verhältnis zwischen Apple und den russischen Behörden ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 angespannt. Apple stellte damals den Verkauf seiner Produkte in Russland ein und schränkte verschiedene Dienstleistungen ein, darunter Apple Pay.

Der App Store blieb allerdings weiterhin verfügbar. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen über Zahlungsbeschränkungen, entfernte Anwendungen und gesetzliche Vorgaben für digitale Dienste.

Im August 2026 leitete die russische Wettbewerbsbehörde zudem ein Verfahren gegen Apple ein. Hintergrund war die fehlende Vorinstallation des staatlich unterstützten Messengers MAX und des russischen App-Marktplatzes RuStore.

Ob Apple und Microsoft die neuen Anforderungen erfüllen werden, ist derzeit offen. Beide Unternehmen haben sich bislang nicht öffentlich zu ihrer Aufnahme in das Register geäußert.

Unklar ist deshalb auch, welche praktischen Auswirkungen die Regelung auf den Datenschutz und die Verschlüsselung der betroffenen Dienste haben könnte. Allein die Aufnahme in das Register bedeutet noch nicht, dass Apple oder Microsoft bereits Nachrichteninhalte an russische Behörden übermitteln.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Die neuen Verpflichtungen stellen Apple vor einen Konflikt zwischen russischen Rechtsvorschriften und dem eigenen Datenschutzanspruch. Besonders bei verschlüsselten Kommunikationsdiensten stellt sich die Frage, welche Informationen Apple technisch überhaupt bereitstellen könnte. Die Aufnahme in das Register allein belegt noch keinen Zugriff russischer Behörden auf private Nachrichten.

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Generell fallen diverse Dienste und Produkte unter die Sanktionen. Wenn die Anbieter die russischen Bedingungen hoffentlich nicht akzeptieren, kann Russland die gerne zusätzlich einschränken. Die angegrohten Strafen sollten die Anbieter jedenfalls ignorieren.
Bei der Abschaltung von Apple Pay ist die Lage sowieso eindeutig. Russland wurde weitestgehend vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. Gleichzeitig wurde Apple Pay logischer Weise deaktiviert.
Der Ausschluß vom internationalen Zahlungsverkehr sorgt ebenfalls dafür, Strafen gar nicht gezahlt werden können.
Welche russischen Alternativen es zu Android und iOS gibt, ist eher eine rethorische Frage. Russland könnte mit Sperren zur Unterstützung von bestehenden Sanktionen sorgen. ;)

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