Sicherheit am Mac

Dropbox absichern mit SafeMonk

Angesichts PRISM, Tempora und der Datensammelwut deutscher Behörden sollte sich jeder fragen, ob er wichtige oder überhaupt persönliche Daten wirklich im Internet lagern möchte. Mit SafeMonk, einer Erweiterung für Dropbox, können Sie sich einen Großteil dieser Sorge sparen – denn es verschlüsselt Ihre Dropbox-Daten.

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Absolute Sicherheit gibt es nicht – und wird es nie geben. Trotzdem tun Sie gut daran, etwaigen Schnüfflern so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen, wenn es um den Zugang zu Ihren Daten geht. Dropbox ist von den Computern und Smartphones von Millionen Menschen weltweit nicht mehr wegzudenken. Zu praktisch, zu komfortabel und zu universell ist der Dienst in den letzten Jahren geworden. Aber wie ist es um die Sicherheit Ihrer Daten in der Dropbox bestellt?

Verschlüsselung – ja, aber ...

Dropbox weist auf der eigenen Webseite darauf hin, dass die Daten sowohl während der Übertragung als auch auf den Servern der Firma verschlüsselt werden. Auf diese Verschlüsselung haben Sie als Kunde allerdings nur sehr geringen Einfluss, da die endgültige Verschlüsselung der Daten erst auf den Dropbox-Servern stattfindet. Somit können Sie sich nicht sicher sein, wer alles Zugang zum Schlüssel und somit auch zu Ihren Daten hat. Und spätestens US-amerikanische Behörden könnten Dropbox über verschiedene Gesetze und Verordnungen mit und ohne Richterbeschluss zur Herausgabe Ihrer Daten zwingen.

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Sicherheit selbst gemacht!

Eine praktische Lösung für dieses Problem ist der kostenlose Dienst SafeMonk. Einmal auf einem Mac installiert, legt er einen Ordner namens „Safe-Monk“ in Ihrer Dropbox an. Alle Daten, die Sie dort ablegen, werden automatisch verschlüsselt.

Was macht SafeMonk besser als die Dropbox-eigene Lösung? Zunächst werden die Daten bei dieser Lösung lokal auf Ihrem Mac, also vor der Übertragung an die Dropbox-Server, verschlüsselt. Selbst wenn die Dropbox- und SafeMonk-Server gehackt werden sollten, bekämen die Angreifer von Ihnen nur unlesbaren Datenmüll, der ohne Ihren Schlüssel wertlos ist. Zur Erstellung der Schlüssel verwendet SafeMonk seit Jahren erprobte und für sicher erachtete Open-Source- Software.

So liegt die Sicherheit Ihrer Daten ganz bei Ihnen. Solange Sie das zugehörige Kennwort erstens nicht zu trivial und somit knackbar wählen und zweitens nicht herausrücken, erfährt niemand, was Sie in Ihrer Dropbox lagern.

Sicher und trotzdem komfortabel

Auf den gewohnten Dropbox-Komfort müssen Sie mit dem Einsatz von SafeMonk zum Glück nicht verzichten. Daten, die nicht in Ihrem SafeMonk-Ordner liegen, können Sie weiterhin anderen zur Verfügung stellen. Wenn Ihr Gegenüber ebenfalls über eine SafeMonk-Installation verfügt, können Sie mit ihm oder ihr auch verschlüsselte Daten austauschen – und das ebenso komfortabel wie bei gewöhnlichen Dropbox-Daten. Auch die Übertragungs- und Zugriffsgeschwindigkeit leidet, zumindest auf modernen Systemen, nicht spürbar unter der zwischengeschalteten Sicherheitsmaßnahme.

Obwohl Dropbox Ihre Daten nicht mehr lesen kann, werden sie natürlich weiterhin gesichert. So können Sie auch verschlüsselte Daten, die Sie versehentlich gelöscht haben, wiederherstellen.

Kaum Nachteile

Ein deutliches Mehr an Sicherheit ist leider nicht zum Nulltarif zu haben. Wenn Sie es ernst meinen mit der Sicherheit, müssen Sie all Ihre Daten verschlüsseln. Wenn Sie die Dropbox nur für sich nutzen, stellt das kein Problem dar. Wenn Sie aber regelmäßig mit Freunden und Kollegen Daten darüber austauschen, werden Sie wohl oder übel pädagogisch tätig werden müssen, um ihnen zu erklären, weshalb Ihnen Sicherheit wichtig ist, weshalb es Ihren Freunden und Kollegen ebenfalls wichtig sein sollte und weshalb „Ich habe doch nichts zu verbergen“ kein gültiges Argument ist. Eine kleine Unterstützung finden Sie vielleicht in dem kurzen Video „Überwachungsstaat – Was ist das?“ auf YouTube (http://youtu.be/iHlzsURb0WI).

Über die Webseite dropbox.com können Sie nach der Einrichtung von SafeMonk noch durch all Ihre Daten navigieren. Dateien, die im SafeMonk-Ordner liegen, können im Browser allerdings nicht mehr geöffnet werden.

Der mobile Zugang zu Ihren Daten wird durch die Verwendung von SafeMonk übrigens nicht eingeschränkt: Es gibt eine kostenlose App für iOS: http://itunes.com/apps/safemonk

Wie sicher ist SafeMonk wirklich?

SafeMonk wirbt damit, dass der Anbieter nicht mal selbst auf Ihre Daten zugreifen könnte – auch wenn er es „wirklich, wirklich wollen würde“. Bei dem Verschlüsselungskonzept, das SafeMonk einsetzt, kann man dieser Aussage durchaus glauben: Alle Schlüssel werden ausschließlich lokal auf Ihrem System und nicht auf den SafeMonk-eigenen Servern erstellt. Für jeden Ordner innerhalb des SafeMonk-Ordners wird ein eigener Schlüssel erstellt. Diese Schlüssel werden mit Ihrem persönlichen Hauptschlüssel geschützt, der wiederum mit Ihrem Passwort geschützt wird. Jede Datei in jedem Ordner erhält ebenfalls einen eigenen Schlüssel, der dann von dem Schlüssel des Ordners, Ihrem Hauptschlüssel und Ihrem Passwort geschützt ist. Und immer so weiter.

Die einzige Schwachstelle ist also Ihr Passwort respektive ein fahrlässiger Umgang damit. Grundsätzlich gilt fürs Passwort: keine Begriffe, die im Wörterbuch stehen, keine Namen oder Geburtsdaten. Je mehr Sonderzeichen, Ziffern und Stellen das Passwort enthält, desto besser. SafeMonk ist ein Produkt von SafeNet, Inc., das sich seinen guten Ruf in Sachen Sicherheit über Jahre verdient hat und zum Beispiel für die Sicherheit eines Großteils (nach eigenen Angaben 80 %) aller elektronischer Banküberweisungen verantwortlich zeichnet.

Und dieses ist ein weiteres wichtiges Argument für die verlässliche Sicherheit von SafeMonk: Denn wenn diese Software eine Sicherheitslücke oder gar Hintertür aufwiese, würde das ein schlechtes Licht auf den Gesamtkonzern werfen. Etwas, das in dieser Branche quasi einem Todesurteil gleichkommt.

Autor: Sebastian Schack

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Da ich Dropbox intensiv nutze, war SafeMonk genau das Tool was ich schon immer gesucht habe. Also SafeMonk installiert auf meinem iMac (Mavericks, neueste Dropbox Version). Am Anfang funktioniert es auch relativ gut. Dann kam das SafeMonk update und plötzlich war mein SafeMonk Verzeichnis im Dropbox Ordner komplett leer. Zum Glück kommt ich die DropBox Synchronisation auf meinem MBP noch stoppen, bevor auch hier die Daten aus dem Dropbox / SafeMonk Ordner verschwunden wären.

FAZIT: NIE WIEDER ! SafeMonk ist wieder runter. Ich bleibe beim Standard-Dropbox. Schade, aber meine Daten sind mir zu wertvoll für schlecht laufende Verschlüsselungssoftware. SafeMonk Support hat übrigens nicht auf mein Problem reagiert....

SafeMonk kannte ich noch nicht.
Ich nutze: https://www.boxcryptor.com.

Interessant, kannte ich noch nicht. Schade, dass boxcryptor noch nicht durchgängig auf die 2.0 Version umgestellt wurde. Ich kann die am iMac verschlüsselten Dateien nicht mittels der iOS app lesen. Das geht bisher nur Windoof.

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