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Smartes Küchen-Radio: Der vernetzte Lautsprecher Triby im Test

Bluetooth-Speaker gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Um mit seinem Produkt aus der Masse hervorzustechen, sollte man sich also lieber etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Das dachte sich wohl auch das französische Start-up invoxia, das mit Triby einen Lautsprecher auf den Markt gebracht hat, der für den Gebrauch in der Küche entwickelt wurde. Wir haben ihn getestet und sagen euch, ob sich der Kauf des vernetzten Lautsprechers lohnt.

Das Thema Smart Home ist momentan allgegenwärtig. Dieser Trend, sein eigenes Zuhause zu vernetzen und Abläufe per Bedienung auf dem Smartphone oder Tablet zu vereinfachen, macht auch nicht vor der Küche halt. Mit Triby, einem vernetzten Lautsprecher von invoxia, soll der Zugang zu Kommunikation und Audioquellen für die ganze Famile einfacher werden. Und da die Küche einer der Mittelpunkte des alltäglichen Zusammenlebens darstellt, wurde Triby genau für diesen Bereich konzeptioniert.

Design

Triby ist es mit einer magnetischen Rückseite versehen, damit er am Kühlschrank angebracht werden kann. Falls man nur über einen Kühlschrank mit Plastikummantelung verfügt, kann man den Triby aber auch mithilfe des Tragegriffs problemlos überall hintransportieren. Er wirkt sehr robust und kann, falls während des Kochens doch mal was daneben geht, relativ problemlos gereinigt werden. Leider ist Triby nicht wasserfest. Nach Angaben des Herstellers können Triby Wasserspritzer aber nichts anhaben. Eventuell wäre es jedoch noch besser, wenn Triby auch wasserfest wäre, besonders, wenn man den Lautsprecher in der Nähe des Kochbereichs (oder des Waschbeckens) platziert hat.

Rein optisch ist Triby auf den ersten Blick etwas trostlos, nämlich in grau, gehalten und gewinnt erst durch den Gummi-Rahmen, den man an der Seite über das Gerät zieht und der in unterschiedlichen Farbvariationen erhältlich ist, an Farbe dazu. Um das Gerät per mitgeliefertem Micro-USB-Kabel aufzuladen, muss der Überzug allerdings abgenommen werden. Schöner und unkomplizierter wäre meiner Meinung nach ein einfacher Verschluss, durch den das Kabel durchgeführt werden könnte.

Funktionen

Um Triby richtig nutzen zu können, muss man sich die dazugehörige, kostenlose iOS-App (ab iOS 7.0) herunterladen und installieren. Zwar kann man Musik auch per Bluetooth seines iPhones abspielen, aber erst in Verbindung mit der App kann man Triby auch mit dem WLAN verbinden und so zum Beispiel die Radio-Funktionen nutzen. Denn Triby bedient insgesamt drei unterschiedliche Soundquellen: UKW-Radio, Internet-Radio und Musik per Bluetooth.

Leider ist die Einrichtung und Nutzung der unterschiedlichen Radiosender in der Triby-App nicht eindeutig erklärt. Die App zeigt im Radiobereich einem „Organize radio Button“ an. Nach dem Klick auf „Bearbeiten“ passierte bei meinen Tests jedoch nichts. Erst durch mehrfaches Ausprobieren und Recherche auf Foren gelangt man zur Lösung, dann man nach der Auswahl der Station den Radio-Button (auf Triby direkt) lange gedrückt halten muss. Was mich persönlich nicht stört, dürfte jedoch für einige Nutzer ein Nachteil sein: Denn zwar ist die Triby-App auf Deutsch verfügbar, jedoch sind einige Bereiche dennoch auf Englisch.

Sound

Nachdem die Einrichtung geschafft ist, kann man neben eigener Musik auch Radio-Stationen bequem in der Küche anhören und bei Bedarf zwischen den Sendern hin- und herwechseln. Der Lautsprecher des Triby verfügt dabei über die In Vivo Acoustic-Technologie, die für einen „ausgezeichneten Sound mit soliden Bassfundament und klaren Höhen“ sorgen soll. Dieses Versprechen löst Triby auch ein. Denn die Wiedergabe von Musik ist gut und reicht, wie konzeptioniert, allemal für die Küche. Leider treten beim Internetradio zwischendurch immer mal wieder Verbindungsabbrüche auf. Falls man einen (kostenpflichtigen) Spotify Connect-Account hat, kann man auch diesen mit dem Triby verwenden und seine Playlists abspielen.

E-Ink-Display

Da Triby unter anderem dazu gedacht ist, die Kommunikation mit der ganzen Familie zu vereinfachen, verfügt das Gerät über ein kleines E-Ink-Display, das ausreichend groß ist. Vielleicht wäre es aber eine Überlegung wert, in Zukunft ein weiteres Modell mit einem größeren Display auf den Markt zu bringen. Schließlich richtet sich Triby nach Angaben des Herstellers an Menschen im Alter von 3 bis 103 Jahren. Dafür reicht das Display, das 2,9 Zoll groß ist, vielleicht nicht ganz aus.

Vernetzte Post-its

Über die App kann man dann Doodles – also kleine Textnachrichten, selbst Geschriebenes oder Gemaltes und inzwischen auch Emojis – an Triby senden und auf dem Display anzeigen lassen. Ein kleines, gelbes Fähnchen an der Seite des Lautsprechers tritt hervor, wenn es eine neue Nachricht gibt. Dies ist eine witzige und spielerische Idee, um zum Beispiel den Kindern zu sagen, dass man bald Zuhause ist oder um zu fragen, was sie sich zu essen wünschen. Leider wird nur die neueste Nachricht angezeigt, da ältere überschrieben werden. Zudem sind Telefonanrufe per Freisprechanlage mit Triby möglich. Doch Vorsicht: Man sollte Triby möglichst nur im WLAN anwenden, da sonst Gebühren des Anbieters anfallen können.

Nachteil iOS-App

In der App gibt es die Möglichkeit, mehrere Familienmitglieder zu einem Netzwerk hinzufügen, doch genau da gibt es noch ein großes Problem: Denn ausschließlich vernetzte Kommunikationsgeräte, auf denen die kostenlose iOS-App von Triby installiert ist, können den Lautsprecher anrufen. Doch es gibt momentan keine Android-App, mit der man Triby bedienen kann. Und da es eigentlich in vielen Familien nicht nur Apple-Geräte, sondern auch Andrid-Smartphone und –Tablets gibt, kann man Triby derzeit nur eingeschränkt nutzen. Dies scheint inzwischen auch der Hersteller Invoxia erkannt zu haben, denn er hat für 2016 die Veröffentlichung der Android-App angekündigt.

Doch auch ohne diese Optimierung können die anderen Familienmitglieder, die kein iOS-Gerät haben, per Drücken auf den Button am Triby direkt denjenigen anrufen, der die iOS-App auf seinem iPhone installiert hat. Auch auf die Doodles kann mit einem weiteren Smiley-Button geantwortet werden. Dieser ist leider etwas klein geraten und daher etwas schwer zu bedienen, besonders für die ganz Kleinen der Familie. Schön wäre zudem noch eine optionale Hintergrundbeleuchtung des Displays, doch dann könnte der Hersteller vermutlich nicht mehr das Versprechen der rund einmonatige Akkulaufzeit einhalten.

Fazit

Insgesamt ist Triby ein tolles Produkt mit vielen innovativen Ideen: Die Idee, einen vernetzten Lautsprecher zu schaffen, über den die gesamte Familie kommunizieren und sogar Anrufe tätigten kann, begeistert. Leider hat man das Gefühl, dass Triby noch nicht sein ganzes Potenzial entfaltet hat. Dies ist schade, besonders, wenn man den nicht ganz günstigen Preis des Triby beachtet. Doch mit der hoffentlich baldigen Veröffentlichung der Android-App wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wen die derzeitige Beschränkung auf iOS-Geräte nicht stört, für den ist der Kauf des Triby eine Überlegung wert.

Testergebnis
ProduktnameTriby
Herstellerinvoxia
Preisab 199 €
Webseitehttp://www.invoxia.com/en/triby
Pro
  • Vernetzter Lautsprecher, Radio & Freisprechanlage
  • Liefert gute Sound-Qualität
  • Innovatives E-Ink-Display
  • spielerische Post-it-Funktion & Doodles
  • Kompatibel mit Spotify Connect
Contra
  • Nicht wasserfest
  • Design mit Gummi-Rahmen etwas umständlich
  • Anrufe derzeit nur über vernetzte iOS-Geräte möglich
SystemvoraussetzungeniOS-App „Triby“: ab iOS 7.0
Bewertung
2.2
gut
 

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wirds dazu ein gewinnspiel von euch geben? :D

Leider nein, aber in den nächsten Tagen wird ein anderes Gewinnspiel online gehen. :)