Ein Mac für unter 700 Euro – das klang bis vor Kurzem ungefähr so realistisch wie ein veganes Steak, das nach Wagyū schmeckt. Doch Apple hat mit dem MacBook Neo genau das geliefert: ein vollwertiges Notebook mit Aluminium-Unibody, macOS Tahoe und dem hauseigenen A18-Pro-Chip, das beim Händler für 699 Euro über die Theke geht. Das günstigste MacBook aller Zeiten ist dabei keine halbherzige Sparversion, sondern ein durchdacht konstruiertes Gerät, das sich in der täglichen Nutzung erstaunlich erwachsen anfühlt. Zum Einordnen: Apples bisheriges Einstiegsmodell, das MacBook Air mit M4, kostete zuletzt 1.099 Euro, dessen Nachfolger mit M5-Chip und 512 GB SSD ist nochmals 100 Euro teurer. Das Neo unterbietet dessen Preis um satte 500 Euro – und bringt dennoch einen aktuellen Chip, ein gutes Display und volle Apple-Intelligence-Unterstützung mit. Im Lieferumfang findet sich neben dem Notebook lediglich ein 1,5 Meter langes USB-C-Ladekabel. Ein entsprechendes Netzteil ist entweder schon vorhanden oder muss hinzugekauft werden.
Ein Design, das nicht nach Kompromiss aussieht
Schon beim Auspacken wird klar: Hier hat Apple nicht am falschen Ende gespart. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich genauso solide an wie beim großen Bruder MacBook Air – abgerundete Ecken inklusive, die das Gerät angenehm in der Hand liegen lassen. Mit 1,23 Kilogramm und nur 1,27 Zentimetern Höhe ist das Neo ein echtes Leichtgewicht, das problemlos in jede Tasche passt. Die Verarbeitungsqualität ist auf dem Niveau, das Apple-Kundschaft erwartet: Keine Spaltmaße, kein Knarzen, kein Hauch von Billigware. Wer das Gerät neben ein 700-Euro-Windows-Notebook legt, versteht sofort, warum manche Hersteller gerade nervös werden.
Mut zur Farbe
Besonders erfreulich: Apple traut sich endlich wieder an Farbe. Neben dem klassischen Silber gibt es Rosa, Indigo und das auffällige Zitrus, das je nach Lichteinfall zwischen Gelb und Grün changiert. Zum ersten Mal bei einem MacBook ist auch die Tastatur farblich an das Gehäuse angepasst – ein hübsches Detail, das dem Neo eine eigene Identität verleiht und es vom eher nüchternen MacBook Air deutlich absetzt. Die Farben erinnern an die iMac-Palette und signalisieren, dass dieses Gerät Spaß machen darf. Und nebenbei: 60 Prozent des Materials stammen aus Recycling, darunter 90 Prozent des Aluminiums. Das Neo ist damit Apples bisher umweltfreundlichstes Notebook.
Bildschirm, Kamera, Sound: die tägliche Dosis Wow
Das 13-Zoll-Liquid-Retina-Display löst mit 2.408 mal 1.506 Pixeln auf und erreicht eine Helligkeit von 500 Nits – das ist doppelt so hell wie bei vielen Windows-Notebooks in dieser Preisklasse. Texte sind gestochen scharf, Farben dank der Unterstützung für eine Milliarde Farbabstufungen lebendig, und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung im Café bleibt der Bildschirminhalt noch gut ablesbar. Die Displayränder sind etwas breiter als beim MacBook Air, was angesichts des Preises verschmerzbar ist. Einziger Wermutstropfen: True Tone fehlt. Die automatische Anpassung der Farbtemperatur an die Umgebung bleibt den teureren Modellen vorbehalten. Die 1080p-FaceTime-HD-Kamera liefert in Videokonferenzen ein ordentliches Bild. Es gibt hier zwar keinen Folgemodus wie beim MacBook Air, aber für Videogespräche über Google Meet, FaceTime und Co. ist sie absolut tauglich. Unterstützt wird die Webcam von zwei Mikrofonen mit Beamforming-Technologie, die Hintergrundgeräusche sehr wirkungsvoll unterdrücken. In unserem Test ließ sich die Stimme auch aus einem belebten Starbucks heraus deutlich verstehen. Die beiden seitlich abstrahlenden Lautsprecher mit 3D Audio und Dolby Atmos klingen für ein Gerät dieser Preiskategorie zudem überraschend voluminös. Für das Streamen der Lieblingsserie auf der Couch ist das mehr als ausreichend, auch wenn sie naturgemäß nicht an die bessere Klangqualität der größeren und teureren Modelle heranreichen.

Tastatur und Trackpad: gewohnt gut, mit kleinen Abstrichen
Das Magic Keyboard bietet das von Apple gewohnte, angenehme Schreibgefühl mit dem typisch flachen Hub. Die Tasten sind weich abgefedert und machen auch bei längeren Schreibsessions keine Probleme. Auf dem deutschen Modell sind die Funktionstasten nun mit Glyphen statt Text beschriftet – ein kleines Detail, das die Konsistenz mit iOS-Tastaturen weltweit verbessert.
Der größte Kritikpunkt am Neo: Die Tastaturbeleuchtung fehlt. Wer abends im Dunkeln arbeitet, muss sich auf die weißen Tastenbeschriftungen verlassen, die bei gedimmtem Display immerhin noch halbwegs erkennbar sind. Für ein Notebook im Jahr 2026 ist das ein echtes Manko – selbst deutlich günstigere Windows-Laptops bieten beleuchtete Tasten. Apple wird hier hoffentlich in der nächsten Generation nachbessern.
Das große Multi-Touch-Trackpad reagiert präzise und unterstützt sämtliche bekannten Gesten wie Zwei-Finger-Scrollen, Auf-und-Zuziehen und Vier-Finger-App-Exposé. Allerdings handelt es sich um ein mechanisches Trackpad ohne haptisches Feedback – Force Touch gibt es beim Neo nicht. In der Praxis fällt das weniger auf als befürchtet: Der Klick ist zwar etwas lauter als gewohnt, die Bedienung bleibt aber komfortabel. Wer von einem Windows-Laptop mit seinem typischen Sprungbrett-Trackpad umsteigt, wird das Neo-Trackpad als massives Upgrade empfinden.
Alltagsleistung: flotter als gedacht
Im Herzen des MacBook Neo schlägt der A18 Pro – und ja, das ist tatsächlich der gleiche Chip, der auch das iPhone 16 Pro antreibt, abzüglich eines GPU-Kerns. Bevor nun die Alarmglocken schrillen: Apple Silicon ist Apple Silicon. Der A18 Pro basiert auf derselben ARM-Architektur wie die M-Chips und liefert im Singlecore-Bereich Werte auf M3- und fast schon auf M4-Niveau. Erst bei der Multicore-Leistung zeigt sich der Unterschied deutlicher: Hier liegt der A18 Pro in etwa gleichauf mit dem M1 aus dem Jahr 2020 – immerhin ein Chip, mit dem viele Nutzende auch heute noch problemlos und zufrieden arbeiten. Für das Zielpublikum mit Alltagsaufgaben wie Websurfen, Textverarbeitung, E-Mail und Streaming ist das mehr als ausreichend.
Apple selbst gibt an, dass das Neo bei Alltagsaufgaben bis zu 50 Prozent schneller arbeitet als der meistverkaufte Windows-Laptop mit Intel Core Ultra 5. Im Geekbench 6 erreicht der A18 Pro rund 3.460 Punkte im Single-Core und 8.670 im Multi-Core. Das sind Werte, die das Einstiegsgerät auf Augenhöhe mit deutlich teureren Rechnern bringen.
Wer das MacBook Neo für 699 Euro kauft, bekommt 256 Gigabyte Speicher und eine gewöhnliche Sperrtaste. Erst das 799-Euro-Modell mit 512 Gigabyte Speicher bietet Touch ID – also den Fingerabdrucksensor in der Einschalttaste, mit dem sich der Mac entsperren, Käufe autorisieren und Passwörter bestätigen lassen. Das ist ein spürbarer Komfortvorteil, der die 100 Euro Aufpreis rechtfertigt. Unsere Empfehlung: Wer es sich leisten kann, greift daher zur größeren Variante.
Im Praxistest öffnet Safari Webseiten flüssig, mehrere Tabs und ein paar Apps nebeneinander bringen das System nicht ins Straucheln. Pages, Numbers, Keynote – alles läuft geschmeidig. Selbst leichte Fotobearbeitung in der Fotos-App oder mit Pixelmator Pro funktioniert ohne spürbare Verzögerung. Erst wer ambitionierte Projekte in Final Cut Pro oder Logic Pro angeht oder gleichzeitig ein Dutzend Browserprofile mit unzähligen Tabs jongliert, spürt die Grenzen der 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Das Neo ist ganz klar kein Videobearbeitungs-Werkzeug und auch keine Spielemaschine, aber möchte das auch gar nicht erst sein.
Akku für den ganzen Tag – und darüber hinaus
Apple verspricht bis zu 16 Stunden Videostreaming und bis zu elf Stunden Websurfen. Im Redaktionsalltag mit einer Mischung aus Schreiben, Recherchieren, Mails und gelegentlichem Streaming kamen wir auf solide neun bis zehn Stunden – ein Wert, der viele Windows-Konkurrenten in dieser Preisklasse klar übertrifft und stark von der gewählten Displayhelligkeit abhängt. Studierende kommen damit locker von der Vorlesung am Morgen bis zur Lerngruppe am Abend, ohne zwischendurch ans Ladegerät zu müssen. Das lüfterlose Design sorgt dabei für absolute Stille, selbst unter Last – ein Vorteil in Bibliotheken, Besprechungsräumen und überall dort, wo selbst leises Säuseln stören würde.
Im MacBook Neo arbeitet der A18 Pro – derselbe Chip, den Apple im iPhone 16 Pro eingeführt hat. Er basiert auf dem 3-Nanometer-Fertigungsverfahren der zweiten Generation und vereint eine 6-Kern-CPU, eine 5-Kern-GPU sowie eine 16-Kern-Neural-Engine auf einem Die. Der einzige Unterschied zum iPhone: Apple hat einen GPU-Kern deaktiviert, was in der Praxis kaum ins Gewicht fällt. In Benchmarks liegt der A18 Pro im Singlecore-Bereich auf Augenhöhe mit dem M3, im Multicore-Bereich entspricht er etwa dem M1. Der gemeinsame Arbeitsspeicher beträgt fest verlötete 8 Gigabyte mit einer Speicherbandbreite von 60 Gigabyte pro Sekunde – weniger als bei M-Chips, für Alltagsaufgaben aber völlig ausreichend. Entscheidend: Die ARM-Architektur ist identisch mit der gesamten Apple-Silicon-Familie.
Anschlüsse? Ausreichend
Zwei USB-C-Anschlüsse und ein 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang – und das war’s schon. Der linke USB-C-Port bietet USB-3-Geschwindigkeit mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde und kann einen externen 4K-Monitor bei 60 Hertz ansteuern. Der rechte Port ist hingegen leider nur USB-2-fähig und eignet sich eher für Peripherie wie eine Maus oder eine externe Tastatur. Außerdem gibt es MagSafe und auch Thunderbolt nicht. Für die Zielgruppe verschmerzbar, denn Bluetooth 6 und Wi-Fi 6E sorgen für eine zeitgemäße, kabellose Konnektivität.
Frischer Anstrich, bewährte Basis
Das MacBook Neo läuft ab Werk mit macOS Tahoe, dessen neues Liquid-Glass-Design dem gesamten System einen frischen, modernen Look verleiht. Der wird im Detail zwar diskutiert, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass Dock, Menüleiste und Kontrollzentrum lebendiger wirken, ohne die gewohnte Bedienlogik über Bord zu werfen.
Wer ein iPhone hat, richtet das MacBook Neo in wenigen Minuten ein – Fotos, Nachrichten, Passwörter und Apps wandern ganz einfach via iCloud auf den brandneuen Mac.
Für wen lohnt es sich?
Das MacBook Neo ist kein verkleinertes MacBook Air. Es ist ein eigenständiges Produkt, das sich gezielt an Erstkäuferinnen und Erstkäufer, Studierende, Lernende, Selbstständige mit einfachen Anforderungen und alle richtet, die bislang aus Kostengründen zu Windows oder einem Chromebook gegriffen haben. Wer hauptsächlich im Web surft, Dokumente bearbeitet, Mails schreibt, Videos streamt und gelegentlich Fotos sortiert, bekommt hier mehr Laptop fürs Geld als irgendwo sonst. Besonders iPhone-Nutzende profitieren von der engen Verzahnung beider Geräte. Für kreative Profis, Entwicklerinnen und Entwickler oder Menschen mit hohem Multitasking-Bedarf bleibt das MacBook Air ab 1.199 Euro oder ein nochmals potenteres MacBook Pro die bessere Wahl – mehr Arbeitsspeicher, schnellerer Chip, größeres Display und MagSafe inklusive.
Und die Alternativen?
Innerhalb der Apple-Welt ist das MacBook Air mit M5 die nächste Stufe: Leistung, Display, Speicher und Anschlussvielfalt sind dem Neo in jeder Hinsicht überlegen, aber eben mindestens 500 Euro teurer. Wer es etwas günstiger möchte und mit iPadOS leben kann, findet im iPad mit Magic Keyboard einen kompakten Begleiter – allerdings ohne vollwertiges macOS und die Freiheit eines echten Notebooks. In der Windows-Welt konkurriert das Neo mit Geräten wie dem Lenovo IdeaPad Slim 3 oder dem Acer Swift Lite 14, die zwar mehr Anschlüsse und teils 16 Gigabyte Arbeitsspeicher bieten, aber weder bei Verarbeitungsqualität noch bei der Akkulaufzeit mit dem Neo mithalten können. Der Preisvergleich im Elektronikmarkt macht es besonders deutlich: Für 700 Euro bekommt man in der Windows-Welt selten mehr als ein Plastikgehäuse mit mattem Display und einem Trackpad, das den Namen kaum verdient.
»Das MacBook Neo spielt in seiner strategischen Bedeutung in einer ähnlichen Liga wie einst der iMac G3 von 1998. Mit einem Unterschied: Der Markt ist heute ungleich größer. Die Strahlkraft von iPhone, AirPods und Co. spült Millionen Menschen in das Apple-Ökosystem, die bisher keinen Mac besaßen. Das Neo ist die perfekte Brücke, die ihnen den Weg ebnet, und die Anbieter von Windows-Notebooks sind zu Recht in Panik.«
Fazit
Der Einstieg in die Mac-Welt ist so günstig wie nie zuvor, ganz ohne dabei auf Verarbeitungsqualität und Alltagstauglichkeit zu verzichten. Wer keinen Profi-Rechner braucht, bekommt hier schlicht das beste 700-Euro-Notebook.
| Produktname | MacBook Neo |
|---|---|
| Hersteller | Apple |
| Preis | 699 € |
| Webseite | www.apple.de |
| Pro |
|
| Contra |
|
| 1,2sehr gut |











