Livall EVO21

Smarter Fahrradhelm mit Rundum-Beleuchtung und Sturzerkennung im Test

Konkurrenz für Lumos: Mit dem neuesten Modell reduziert Livall ebenfalls Gewicht und Preis. Wir bereits vorab testen, wie viel Intelligenz der Helm fürs Geld bietet.

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Das Wettrüsten im Straßenverkehr ist in vollem Gange! Während Kraftfahrzeuge mit immer neuen und mehr Sensoren und digitalen Assistenten ausgestattet werden, um sicher durch den Verkehr zu manövrieren, können sich Radfahrende eigentlich nur mit Sichtbarkeit und einem Helm schützen.

Beides verbindet Livall mit dem neuesten Modell EVO21. Der smarte Fahrradhelm schützt mit seiner Kombination aus harter Schale und stoßabsorbierender Polyurethan-Schicht vor schweren Kopfverletzungen bei einem Sturz. Damit es aber gar nicht erst zu einem solchen kommt, ist er mit insgesamt 38 LEDs ausgestattet. Das Frontlicht kann neben Weiß auch in Gelb oder Rot leuchten und strahlt vertikal in einem Winkel von 45 Grad. So bleibt die Sichtbarkeit auch beim Herabschauen zum Beispiel aufs Navi gewährleistet.

Die Blinkfunktion ist eine Ergänzung zum Handraushalten 
Die Blinkfunktion ist eine Ergänzung zum Handraushalten  (Bild: Sven T. Möller)

Rundum Beleuchtung

Eine Besonderheit des EVO21 ist das Rücklicht. Es setzt sich an den Seiten fort und reicht fast zu den Schläfen. So bleibst du auch bei einem Schulterblick oder in Kurven sichtbar. Drei Leucht-Modi stehen zur Wahl: Standard (vorn weiß, hinten rot blinkend), Blinken (vorn weiß, hinten schneller rot blinkend) und Flow (ein rotes Licht läuft von hinten nach vorn). Letzteres erinnert entfernt an K.I.T.T., das sprechende Auto von David Hasselhoff. In jedem dieser Modi wird bei Verzögerung das Bremslicht aktiviert. So sieht der nachfolgende Verkehr gleich, dass du langsamer wirst.

Auch ein Fahrtrichtungsanzeiger (oder kurz: Blinker) ist mit an Bord. Dieser wird per Fernbedienung aktiviert, die du (leider nur per Gummiband) am Lenker befestigst. Es liegt nur eine universelle Steuereinheit bei, was durch den Intercom-Knopf deutlich wird – eine Funktion, die zwar andere Helme von Livall nicht aber der EVO21 unterstützt. Kurioserweise wurde die Fernbedienung nicht zuverlässig von der App erkannt, obwohl das Blinken am Helm und der visuelle Hinweis darauf in der App funktionierte. Du kannst mit der Fernbedienung auch die Medienwiedergabe auf deinem iPhone steuern (sprich Musik starten sowie vor- und zurückspringen). Dies und wenn sich der Helm verbindet respektive ausschaltet, quittiert die App allerdings auch dann mit einem Geräusch, wenn das iPhone eigentlich stumm geschaltet ist!

Mit der Fernbedienung kannst du auch die Kamera-App auf deinem iPhone auslösen
Mit der Fernbedienung kannst du auch die Kamera-App auf deinem iPhone auslösen (Bild: Sven T. Möller)

Smarte Sicherheit

Livall gibt eine Akkulaufzeit von rund 10 Stunden an, was bei einer durchschnittlichen Fahrt zur Arbeit für gut eine Woche reichen sollte. Erreicht wird dies trotz vergleichsweise kleinem Akku (600 mAh) durch Sensoren, durch die sich der Helm zum einen beim Absetzen automatisch ausschaltet und zum anderen das Umgebungslicht analysiert, um die Helligkeit entsprechend anzupassen. Als weiteres smartes Feature soll der EVO21 einen Sturz erkennen und anschließend über die App einen zuvor festgelegten Notfall-Kontakt informieren und zur Unfallstelle lotsen. In unserem Test klappte dies nicht ganz zuverlässig – zugegeben, wir waren vielleicht etwas zimperlich und haben den Sturz nur simuliert. Im Falle des Falles hast du aber immer noch 90 Sekunden Zeit, dich zu berappeln und den Notruf abzubrechen. Leider weist die App nicht auch akustisch auf den bevorstehenden Hilferuf hin, wie es etwa das iPhone selbst bei einem solchen tut. Nettes Detail: Nach einem erkannten Sturz blinkt das Rücklicht des EVO21 den Morsecode von SOS.

Trotz Abschaltautomatik lässt sich der EVO21 auch gänzlich deaktivieren
Trotz Abschaltautomatik lässt sich der EVO21 auch gänzlich deaktivieren

Tragekomfort im Alltag

Das Mehr an Sicherheit schlägt sich natürlich im Gewicht nieder. 350 Gramm bringt der EVO21 auf die Waage. Das ist zwar wesentlich mehr als normale Helmen wiegen, den Vergleich zur direkten Konkurrenz wie dem Lumos muss er allerdings nicht scheuen. Und wie beim Lumos fallen die zusätzlichen Gramm im Alltag kaum ins Gewicht, sodass du auch nach längeren Ausfahrten keine Nackenstarre befürchten musst. Die quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Lüftungsschlitze leiten Frischluft an den Kopf, die durch die Polsterung zirkulieren kann. Andere Helme sind allerdings offener und kühlen dadurch den Kopf besser als es der EVO21 vermag.
Bislang gibt es den EVO21 in zwei Größen: Medium (54 – 58 cm) und Large (58 – 62 cm). Außerdem hast du die Wahl zwischen vier Farboptionen, von denen besonders die ultraviolette ein echter Hingucker ist.

Preis und Verfügbarkeit

Aktuell kannst du den EVO21 noch zum 30 Prozent vergünstigten Preis von 89 US-Dollar (ca. 75 Euro) bei Indiegogo vorbestellen. Die Auslieferung soll im selben Monat stattfinden. Anschließend steigt der Preis auf 129 US-Dollar, was beim derzeitigen Umrechnungskurs etwa 110 Euro entspricht. Zum Vergleich: Der Lumos Ultra hat einen UVP von 100 Euro und ist auch schon für unter 90 Euro gesichtet worden.

‎LIVALL Riding
‎LIVALL Riding
Entwickler: LIVALL Tech Co., Ltd.
Preis: Kostenlos
Die App funktioniert, gewinnt aber sicher keinen Innovationspreis.
Die App funktioniert, gewinnt aber sicher keinen Innovationspreis. (Bild: Screenshot)

Fazit

Der EVO21 erweitert die Palette an Fahrradhelmen mit smarten Zusatzfunktionen um ein solides Modell. Die Rundum-Beleuchtung schafft mehr Sichtbarkeit, die Notruf-Funktion zusätzliche Sicherheit für Solo-Radler in mäßig besiedelten Gebieten. Punktabzüge gibt es für die App, bei der noch Luft nach oben ist und das Ladekabel, auf das man gut aufpassen muss, da es in seiner Form einzigartig ist. Das gute alte USB hätte es an dieser Stelle auch getan, zumal die magnetische Verbindung keinen echten Vorteil mit sich bringt.

Testergebnis
ProduktnameEVO21
HerstellerLivall
Preis73 Euro (Vorbesteller)
Webseitehttps://www.livall.de
Pro
  • Automatisches An- und Abschalten, 360-Grad-Sichtbarkeit, automatisches Bremslicht bei Verzögerung, Notruf beim Sturz
Contra
  • Ladekabel mit Spezialstecker, Fernbedienung nicht diebstahlsicher, App macht Geräusche!
Bewertung
2,1 gut

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