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Hilo Band im Test: Der 24/7-Blutdruck-Wächter

Was nützt ein Blutdruckgerät, das in der Schublade wartet? Das Hilo Band indes ist im stillen Dauerdienst: klinisch validiert, Apple-Health-fähig und so unaufdringlich, dass man fast vergisst, es zu tragen.

Von   Uhr

Das Hilo Band ist kein Fitnesstracker und keine Smartwatch. Als kompaktes Silikonarmband mit klassischer Schließe wiegt es nur 16 Gramm und misst dennoch vollautomatisch bis zu 25-mal täglich den Blutdruck. Jenseits der Ersteinrichtung und gelegentlicher Kontrollmessungen braucht es keinerlei Aufmerksamkeit. Das Silikonband selbst überzeugt: Es bewies sich nach mehreren Wochen des Tragens als hautfreundlich und geruchsneutral, IP68 macht Duschen und Händewaschen problemlos.

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Die Ersteinrichtung braucht etwas Zeit

Vor dem ersten Einsatz steht eine Kalibrierung mit der beiliegenden Oberarm-Manschette „Hilo Cuff“ an: Die hierfür nötigen Vergleichsmessungen, geführt durch die Hilo-App, dauern keine zehn Minuten. Danach genügt eine monatliche Wiederholung, um die Messgenauigkeit stabil zu halten – auf Wunsch auch häufiger, was die Werte weiter schärft. Wer häufig kalibriert, kommt erfahrungsgemäß auf Abweichungen von ca. fünf Prozent gegenüber einem klassischen Oberarmgerät. Aus unserer Sicht ist das akzeptabel für ein Gerät, das immer am Handgelenk hängt.

Hilo setzt auf Photoplethysmographie (PPG): Optische Sensoren erfassen Blutvolumenveränderungen in den Handgelenk-Arterien, ein cleverer Algorithmus berechnet daraus systolische und diastolische Werte. Das Band misst ausschließlich in Ruhe und pausiert bei Bewegung, um so Messfehler zu vermeiden. Das Hilo Band ist als Medizinprodukt der CE-Klasse IIa nach ISO 81060-2 validiert, die Messgenauigkeit laut Papier liegt bei ±5 mmHg. Das Armband überträgt Daten via Bluetooth 5.0, im Testzeitraum kamen wir wiederholt auf 14 Tage Akkulaufzeit, das Laden am proprietären Ladekabel benötigt etwa 90 Minuten.

App und Apple Health

Die Hilo-App zeigt sich aufgeräumt: Verlaufsgrafiken, Tag-und-Nacht-Auswertungen, Zeit-im-Zielbereich-Werte und exportierbare Arztberichte im PDF-Format sind ohne langes Suchen erreichbar. Du kannst Medikamente und Notizen hinterlegen und später mit den Verläufen korrelieren. Eine Anbindung an Apple Health ist vorhanden. Daten fließen bislang aber nur einseitig ins Health-Dashboard. Wer Körpergewicht oder Schlafdaten dort bereits pflegt, würde sie gern auch in der Hilo-Auswertung wiederfinden, eine tiefere Verzahnung wäre daher naheliegend.

Die Lücke geschlossen

Das Hilo Band richtet sich an alle, die ihren Blutdruck ernsthaft beobachten wollen. Nicht nur gelegentlich, sondern im echten Alltag und besonders nachts, wo die medizinisch relevantesten Muster entstehen. Wer bereits unter Bluthochdruck leidet oder eine Medikation einstellen lässt, findet hier ein aussagekräftiges Werkzeug – auch wenn diese Nutzergruppe vom Hersteller ausgeklammert wird. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das Potenzial beim nächsten Routine-Check beim Hausarzt: Der PDF-Ausdruck der Wochenübersicht aus der Hilo-App wanderte direkt auf dessen Schreibtisch und wurde interessiert in Augenschein genommen. Kein Nacherzählen, kein Blutdrucktagebuch, sondern ein kompakter Bericht, der die Wochen davor auf einen Blick zusammenfasst.

Das Hilo Band füllt eine echte Lücke: Wer seinen Blutdruck wirklich verstehen will, braucht Daten aus dem Alltag, nicht nur den gelegentlichen Messwert vom Sofa oder beim Arztbesuch. Einziger Wermutstropfen: Wer langfristig misst, zahlt auch langfristig: 120 Euro kostet die Nutzung der Hilo-App nach den ersten 12 Monaten pro weiterem Jahr. Wer keine laufenden Kosten möchte, greift zum Omron RS3 Intelli IT. Das klassisch arbeitende Handgelenk-Blutdruckmessgerät ist oft für unter 40 Euro zu haben, die Messwerte finden via App ihren Weg in Apple Health.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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Fazit

Fazit: Das Hilo Band liefert, was Einzelmessungen nie können: ein ehrliches Bild des Blutdrucks im Alltag.

Testergebnis
ProduktnameHilo Band
HerstellerAktiia SA
Preis199,98 €
Webseitewww.hilo.com
Pro
  • + kontinuierliche Messung
  • + diskret und leicht
  • + klinisch validiert
  • + übersichtliche App mit Apple-Health-Anbindung und Arztberichten
  • + Akkulaufzeit von rund zwei Wochen
Contra
  • - teures Abo nach dem ersten Jahr
  • - Apple-Health-Daten (z. B. Gewicht) werden nicht in Hilo-Auswertung einbezogen
Bewertung
1,3sehr gut

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