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GoPro Hero8 Black getestet

GoPro Hero8 Black im Praxis-Test: Da wackelt nichts!

GoPro hat an seinem Action-Cam-Bestseller geschraubt und verspricht teils „radikale“ Verbesserungen. „Immer einen Schritt voraus“ – so bewirbt der Hersteller selbstbewusst die GoPro Hero8 Black. Gemeint ist damit wohl der Vergleich mit dem Vorgängermodell. Beim Ausprobieren fielen einige Details und Neuerungen tatsächlich positiv auf. Allerdings zeigten sich auch überraschende Schwächen. Hier der Praxis-Test zur GoPro Hero8 Black!

Rein äußerlich bleibt im Vergleich zur Hero7 auf den ersten Blick alles beim Alten, in Sachen Design wirkt die GoPro Hero8 Black vertraut. Bei genauerem Hinschauen fallen jedoch Unterschiede zu den Vorgängermodellen (Hero5 bis 7) auf: So lässt sich der Frontdeckel des Objektivs nicht mehr abschrauben und – etwa nach einer Bruchlandung – mit einem neuen für vergleichsweise günstige 25 Euro ersetzen. Bei einem Schaden müssen Sie die Hero8 einschicken, die Reparaturkosten dürften deutlich höher ausfallen. Womöglich interessant in diesem Zusammenhang: GoPro bietet eine Versicherung an, die entsprechende Schäden abdeckt und unbegrenzten Cloud-Speicher für Action-Cam-Aufnahmen bietet. Kostenpunkt für „GoPro Plus“: 4,17 Euro monatlich.

Die Hero7 Black (links) ist leichter und dicker als die neue GoPro. Die Hero8 ist breiter und höher.
Die Hero7 Black (links) ist leichter und dicker als die neue GoPro. Die Hero8 ist breiter und höher. (Bild: Mac Life / Udo Lewalter)

GoPro Hero8 Black: Weniger unter der Klappe

Eine weitere Änderung am Gehäuse des 8er-Modells: Der Hersteller verstaut das Batteriefach, den microSD-Karten-Slot sowie die USB-C-Buchse hinter nur einer Abdeckklappe – bei den älteren Cams sind es zwei Deckel. Und etwas fehlt darunter: GoPro hat die Micro-HDMI-Buchse wegrationalisiert. Der USB-C-Anschluss dient beim 8er-Modell also nicht mehr nur zum Laden der Cam sowie zur Übertragung von Daten, sondern auch zur Bildausgabe. 

Hero8 Black: Befestigungsösen statt Zusatzgehäuse

Die GoPro Hero8 Black ist minimal höher sowie breiter und 10 Gramm schwerer als der Vorgänger – kaum nennenswert, weil in der Praxis nicht bemerkbar oder gar störend. Das bringt sogar einen Vorteil: Denn die Hero8 benötigt kein zusätzliches Gehäuse, um sich an Halterungen schrauben zu lassen. Der Hersteller hat an der Unterseite zwei ausklappbare Befestigungsösen angebracht, die als Verbindungsglieder dienen. Nachteil der etwas größeren Bauweise: Schutz-Cases der älteren Cams lassen sich am neuen Modell nicht verwenden. 

Die Ösen an der Gehäuseunterseite verbinden die Cam mit Halterungen. Sie lassen sich ausklappen – sie rasten dann ein und sitzen fest.
Die Ösen an der Gehäuseunterseite verbinden die Cam mit Halterungen. Sie lassen sich ausklappen – sie rasten dann ein und sitzen fest. (Bild: GoPro)

GoPro Hero8 Black: Herausragende Bildstabilisierung

Videos mit einer Auflösung von bis zu 4K und mit Bildraten von bis zu 240 Bildern pro Sekunde (fps), Weitwinkel, 12-Megapixel-Fotos, Zeitlupe, Superweitwinkel, Serienaufnahmen, Zeitraffer, und, und, und. Das alles konnte schon der Vorgänger. Das 8er-Modell leistet aber noch ein bisschen mehr: HDR beispielsweise hat man verbessert. Und es lassen sich Kombinationen einstellen, die die Hero7 nicht draufhat. So schalten Sie auf Wunsch die Hypersmooth 2.0 getaufte Bildstabilisierung auch bei 1080p-Videos mit 240 fps zu. Die Technik arbeitet übrigens noch besser als beim Vorgänger – Videos sind deutlich ruhiger. Vor allem dank der neuen zuschaltbaren Boost-Option (arbeitet bis 4K, 30 fps) wirken Aufnahmen fast wie mit einem Gimbal geschossen. Herausragend! Die Stabilisierung beschneidet allerdings den Bildausschnitt etwas, um mithilfe der Bildinformationen Verwackler per Algorithmus auszugleichen.

GoPro Hero8 Black: LiveBurst-Modus & neue Perspektive

Neu ist auch der LiveBurst-Modus, der an Apples Live-Photos-Option erinnert. Die Kamera schießt dabei drei Sekunden lang Einzelbilder – aus der Serie (90 Fotos) lässt sich im Anschluss der beste Schnappschuss auswählen. Erfreuliches auch bei der digitalen Objektivwahl: Neben Superweitwinkel- (16 Millimeter, mm), Weitwinkel- (16-34 mm) und Linear-Modus (19-39 mm) gibt es die neue Eng-Option (27 Millimeter), die wie der Linear-Modus ein Sichtfeld ohne Fischaugeneffekt einfängt. Die „enge“ Ansicht lässt sich allerdings nicht in der 4K-Auflösung aktivieren, sondern nur bis 2,7K. 

GoPro-Modding

(Bild: GoPro)
Interessant für Vlogger: Bis spätestens Anfang 2020 sollen drei Module für die GoPro Hero8 Black erscheinen, die sich direkt als Rahmen an die Action-Cam ankoppeln lassen. Das sogenannte Media Mod verfügt über ein integriertes Richtmikrofon, das Light Mod besitzt eine aufsteckbare Leuchte und das Display Mod kommt mit einem Klappdisplay. Die Erweiterungen sollen jeweils zwischen 50 und 80 Euro kosten. 

GoPro Hero8 Black: Praktische Voreinstellungen

Einstellungen nehmen Sie auch bei der Hero8 über ein auf der Rückseite angebrachtes Touchdisplay vor. Das reagiert sogar noch etwas zuverlässiger auf die Nutzereingaben als das des Vorgängers. Damit die Optionswahl schneller von der Hand geht, hat GoPro einige Voreinstellungen (Presets) abgelegt. Mit einem Klick haben Sie so etwa die perfekten Parameter für eine Zeitraffer-Aufnahme bei Nacht ausgewählt. Natürlich lassen sich Anpassungen zu ISO, Weißabgleich oder Belichtung auch manuell vornehmen – und sogar als Voreinstellung abspeichern. 

GoPro Hero8 Black: Video- und Fotoqualität

Der Hersteller hat technisch also einige Bereiche aufgewertet – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nicht nur die neue Bildstabilisierung arbeitet wie beschrieben besser als die ohnehin schon hervorragende des Vorgängers, auch die Farben in Videos und Fotos wirken deutlich satter und es kommen mehr Details in den Aufnahmen zum Vorschein. Kein Wunder – denn bei 2,7K- und 4K-Aufnahmen lassen sich Bitraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) einstellen (Hero7: 78 Mbit/s). Die simple Formel: mehr Daten, höhere Qualität. Der im Vergleich zum Vorgänger insgesamt verbesserte Gesamteindruck gilt übrigens nur bei guten Lichtverhältnissen. Schon bei Dämmerlicht lässt die Qualität auch bei der Hero8 deutlich nach. Die Stabilisierung arbeitet dann nicht mehr so gut und Bildrauschen setzt ein. Einen Vergleich zwischen der neuen GoPro und dem Vorgänger zeigt dieses Video:

  

GoPro Hero8 Black: Akkulaufzeit und Hitzeproblem

Verschlechtert hat sich die Akkulaufzeit. Nach 47 Minuten war im Testlauf bei 4K-Aufnahmen mit 60 fps Schluss. Die Hero7 schaffte 61 Minuten. Apropos Akkus: Hersteller GoPro lässt zwar die Verwendung von Batterien der Hero7 mit der neuen Action-Cam zu, allerdings lassen sich dann einige Features nicht nutzen – etwa bei der Stabilisierung. Die funktionieren nur mit dem beiliegenden neuen Akku. Ärgerlicher jedoch: Aufgrund von Hitzeproblemen schaltete sich die Hero8 im Testlauf nach 40-minütiger Aufnahmezeit (4K, 60 fps) selbsttätig ab – das Problem gibt es beim Vorgänger nicht.

Der Touchscreen an der Rückseite der Hero8 Black reagiert zuverlässiger auf Eingaben des Nutzers als der des Vorgängers. Und auch mit Sprachkommandos lässt sich die Cam wieder steuern.
Der Touchscreen an der Rückseite der Hero8 Black reagiert zuverlässiger auf Eingaben des Nutzers als der des Vorgängers. Und auch mit Sprachkommandos lässt sich die Cam wieder steuern. (Bild: GoPro)

GoPro Hero8 Black: Fazit

Keine Frage: Zahlreiche Detailverbesserungen machen die Hero8 zur bislang besten GoPro. Wer die Hero7 bereits besitzt, muss jedoch nicht umsteigen. Der Mehrwert ist nicht hoch genug. Und GoPro-Neueinsteiger sollten sich überlegen, ob es tatsächlich das 8er-Modell sein muss. Der Vorgänger punktet mit einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis – die Hero7 ist im Handel aktuell teils 110 Euro günstiger zu haben!

Testergebnis
ProduktnameGoPro Hero8 Black
HerstellerGoPro
Preis430 €
Webseitehttps://gopro.com/
Pro
  • Sehr gute Bild- und Videoqualität
  • Herausragende Bildstabilisierung
  • GoPro-iOS-App mit automatischer Horizontausrichtung
  • Live-Streaming mit 1080p statt 720p (Hero7) auf YouTube und Facebook möglich
  • Wasserdicht bis 10 Meter
  • Kompakt und leicht
  • Spracheingaben möglich
  • Touchdisplay reagiert besser auf Eingaben als das des Vorgängers
  • Schnellerer Start aus dem Stand-by als bei der Hero7 Black
Contra
  • Kürzere Akkulaufzeit als bei der Hero7 Black
  • Schwache Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen
  • Hero7-Zubehör (Cases, Akkus) lässt sich nicht, oder nur mit Einschränkungen verwenden
  • Überhitzungsprobleme
Bewertung
1.9
gut
 

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