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DJI Mavic Mini getestet

DJI Mavic Mini im Praxis-Test: Der Herr der Fliegen

Drohnen-Videos sind der Renner auf Social-Media-Plattformen. Beim Betrachten der spektakulären Aufnahmen packt viele gleich die Lust, entsprechende Aufnahmen vom nächsten Urlaub selber mal ins Netz zu stellen. Da bietet sich die ultraleichte DJI Mavic Mini an: 249 Gramm wiegt die Kameradrohne lediglich – nicht nur für Social-Media-Junkies ist sie aktuell jedoch ein absolutes Schwergewicht. Warum Copter-Fans so sehr auf diese Drohne fliegen? Wir haben das im Praxis-Test gecheckt!

Drohnen-Aufnahmen sind eine tolle Sache, wären da nur nicht die vielen bürokratische Hürden, Reglementierungen und Vorschriften. Drohnen-Versicherung, Plakettenpflicht, Führerschein, Flugverbotszonen, und, und, und – es gibt einiges zu beachten, das schreckt viele vom Kauf ab. Und dann drückt noch der vergleichsweise hohe Preis für eine technisch vernünftig ausgestattete Kameradrohne die Kaufmotivation. Der chinesische Hersteller DJI schafft mit seiner Mavic Mini einige dieser Bremsklötze aus dem Weg – etwa die gesetzliche Kennzeichnungspflicht. 


DJI Mavic Mini: Fliegen ohne Führerschein

So müssen Sie hierzulande eine feuerfeste Plakette am Flieger anbringen, auf der Ihr Name sowie die Ihre Anschrift zu finden sind. Ohne die Marke darf die Drohne nicht aufsteigen – sofern sie 250 Gramm und mehr wiegt. DJI hat seinen Winzling aber so weit abgespeckt, dass er auf exakt 249 Gramm kommt. Damit entfällt nicht nur die Anbringung der Plakette, sondern auch die Erbringung eines „Kenntnisnachweises UAV“ – denn der Drohnenführerschein ist erst bei Geräten ab zwei Kilogramm Startgewicht für Piloten Pflicht. (Stand: Dezember 2019)

DJI Mavic Mini: Kein fliegendes Auge

Die von DJI verordnete Diätkur bringt der Mini auf technischer Seite jedoch einige Nachteile – im direkten Vergleich zu den populären Mavic-Schwestermodellen jedenfalls. So fehlen dem Dröhnchen unter anderem Hindernissensoren oben, vorne, an den Seiten und hinten, die eine Ausweich- beziehungsweise Bremsautomatik einleiten, sobald der Pilot Bäumen, Ästen, Schränken, Autos oder anderen Gegenständen zu nahe kommt. Nur nach unten ist das Fluggerät mit der entsprechenden Messtechnik ausgestattet, die Sie beim Starten und Landen unterstützt. Sie müssen also in einigen Situationen sehr viel konzentrierter steuern und genauer hinschauen als beispielsweise beim Lenken einer Mavic 2 Pro oder Mavic 2 Zoom.

In den Controller lässt sich ein Smartphone einstecken. Bei Displaygrößen ab 6 Zoll müssen Sie allerdings gegebenenfalls die Schutzhülle entfernen, damit das Handy passt.
In den Controller lässt sich ein Smartphone einstecken. Bei Displaygrößen ab 6 Zoll müssen Sie allerdings gegebenenfalls die Schutzhülle entfernen, damit das Handy passt. (Bild: DJI)

DJI Mavic Mini: Technische Spezifikationen

Unterschiede zeigen sich auch bei der verbauten Kameratechnik. Während etwa die beiden größeren Modelle Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde (frames per second, fps) in 4K-Auflösung (3840x2160 Bildpunkte) liefern, schafft die Mini-Schwester bei gleicher Bildrate 2,7K (2688x1512 Pixel). Die kleine Drohne besitzt eine 12-Megapixel-Kamera, die Mavic 2 Pro ist mit einer 20-Megapixel-Knipse etwas besser ausgestattet. Auch die maximale Video-Bitrate fällt bei der Mini geringer aus als bei den Schwestern: 40 statt statt 100 Megabit pro Sekunde (Mbps). Die spannende Frage also vor dem Flug: Wie fällt die Bildqualität angesichts der schwächeren technischen Spezifikationen aus?

DJI Mavic Mini: Die Bildqualität

Die Antwort: überraschend gut! Die Szenen können sich auch im Vergleich zu den Mavic-Schwestern durchaus sehen lassen! Bereits unbearbeitete Videos zeigen satte Farben, scharfe Details und einen ordentlichen Dynamikumfang. Der 3-Achsen-Gimbal sorgt für eine herausragende Bildstabilisierung – da wackelt nichts. Ein Beispielvideo zeigt das:


Aufnahmeeinstellungen lassen sich allerdings nur eingeschränkt vornehmen. Bei Videos drehen Sie auf Wunsch an der Belichtungskorrektur. Bei Fotos ändern Sie Details wie die Verschlusszeit und den Iso-Wert. Bilder und Videos landen auf einer microSD-Karte, Bilder liegen dort im ausschließlich JPEG-Format vor – eine Umstellung auf RAW ist nur bei den großen Geschwistern möglich. 

DJI Mavic Mini: Drei Flugmodi für Hobbypiloten

Alle Einstellungen nehmen Sie mit der neuen DJI-Fly-App vor, die man ganz offensichtlich speziell für Einsteiger entwickelt hat: Die Handhabung ist simpel und nur wenige Funktionen stehen zur Verfügung (Beispiele siehe Kasten „DJI-Fly-App: Wichtige Einstellungen“). Die App liefert auf einen Blick Informationen zu Flughöhe, Distanz, verbleibender Flugzeit (im Test maximal 27 Minuten mit einer Ladung) sowie zum Akkustand und bietet drei Flugmodi: „P“ für Position, „S“ für Sport und „C“ für CineSmooth. Serienmäßig ist der Position-Modus eingestellt – sozusagen der Allrounder, der für eine stabile Flugbewegung sorgen soll. Im Sport-Modus hingegen saust die Drohne mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu etwa 45 km/h durch die Lüfte – perfekt für die Verfolgungsjagd etwa eines Autos. Deutlich ruhiger fällt die Reise beim CineSmooth-Modus aus: Bei einer Geschwindigkeit von bis zu circa 15 km/h fallen Schwenks und Überflüge besonders ruhig aus.

Die Propeller-Arme lassen sich einklappen, wodurch die Drohne beim Transport nicht höher und breiter als ein Smartphone ist – nur etwas tiefer.
Die Propeller-Arme lassen sich einklappen, wodurch die Drohne beim Transport nicht höher und breiter als ein Smartphone ist – nur etwas tiefer. (Bild: DJI)

DJI Mavic Mini: Trotzt sie dem Sturm?

Dazu tragen auch die sehr guten Flugeigenschaften der Drohne bei. Sie reagiert sehr schnell und zuverlässig auf die Eingaben des Piloten und liegt stabil in der Luft. Mithilfe von GPS- und Glonass-Navigationssatellitensystemen prüft sie ständig die Position – und hält diese präzise. Das alles gilt jedenfalls für ruhige Wetterlagen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 28 km/h. Bei Tests in stürmischeren Situationen stieß die Drohne schnell an ihrer Grenzen. Sie gab dann via App eine entsprechende Warnmeldung aus und die starken Verwackler glich der Gimbal nicht mehr aus. 

DJI Mavic Mini: Der Controller

Die DJI-Fly-App ist übrigens zum Fliegen der Drohne nicht nötig, sie lässt sich auch ausschließlich mit der mitgelieferten Fernsteuerung lenken, was allerdings nicht zu empfehlen ist. Denn nur das darin eingespannte Smartphone – respektive die darauf laufende App – zeigt die bereits beschriebenen Fluginformationen an, lässt Funktionen auswählen und Einstellungen vornehmen. Ein Display ist nicht verbaut. Lediglich die beiden Steuerknüppel, zwei Antennen, der Ein- und Ausschalter, eine Aufnahmetaste, ein Button für die automatische Rückholfunktion der Drohne (siehe Kasten „DJI-Fly-App: Wichtige Einstellungen“) und Regler für die Änderung der Kameraperspektive sind zu finden. Bildschirme an Controllern bieten nur die größeren Mavic-Schwestern.

DJI-Fly-App: Wichtige Einstellungen

(Bild: DJI / Mac Life)
1. Automatik
Klasse für Einsteiger: Per Tipp in der App startet die Mavic Mini selbsttätig und landet auch wieder automatisch am Ausgangspunkt. Letztere „Return to Home“-Funktion aktivieren Sie auf Wunsch auch mithilfe eines Knopfes am Controller.

(Bild: DJI / Mac Life)

2. QuickShots
Mit der App lassen sich per Fingertipp vier Manöver auslösen. Dank der sogenannten QuickShots fliegt die Drohne spiralförmig aufwärts, umkreist ein Motiv, fliegt rück- und gleichzeitig aufwärts oder schießt schnell in die Luft.

(Bild: DJI / Mac Life)

3. Grenzwerte
Maximal auf 100 Meter dürfen Sie Ihre Drohne hierzulande steigen lassen – allerdings kann das Erlaubte regional auch darunter liegen. Sie legen Grenzwerte für Flughöhe und -distanz unter dem Punkt „Sicherheit“ fest.

DJI Mavic Mini: Günstiger Einstieg

Fairerweise muss an dieser Stelle jedoch der Preisunterschied Erwähnung finden. Während die Geschwister zum Testzeitpunkt jeweils deutlich über 1.000 Euro kosteten, ist die Mavic Mini vergleichsweise erschwinglich. Das Basispaket – bestehend aus Drohne, Akku, Micro-USB-Ladekabel, Fernsteuerung, Verbindungskabel für Smartphones, Ersatz-Propeller und -Controller (für die Fernsteuerung) – kostet rund 400 Euro und ist somit das derzeit günstigstes Modell des chinesischen Marktführers. Mehr brauchen Sie auch nicht für den Flug. Wer 100 Euro drauflegt, bekommt die „Fly More Combo“, die unter anderem zwei weitere Akkus, ein 18-Watt-Ladegerät, einen Propellerschutz und ein Transportetui enthält. Ein sinnvolles Paket für Einsteiger. Zum Propellerschutz noch ein Hinweis: Bringen Sie den an, erhöht sich das Startgewicht der Mavic Mini auf über 250 Gramm. Somit ist laut Gesetz die feuerfeste Plakette am Flieger Pflicht.  

Der 3-Achsen-Gimbal der DJI Mavic Mini sorgt für ruhige Aufnahmen.
Der 3-Achsen-Gimbal der DJI Mavic Mini sorgt für ruhige Aufnahmen. (Bild: DJI)

Drohnenflug: Weitere gesetzliche Vorgaben

Apropos Pflicht: Unbedingt zu beachten sind vor dem Start etwaige Flugverbotszonen (Flughäfen, sensible Bereiche wie Menschenansammlungen, etc.) und maximale Flughöhen. Die kostenlose App der Deutschen Flugsicherung (DFS) liefert Ihnen teils entsprechende Infos für den deutschen Luftraum. Zudem zu beachten: Das Fliegen außerhalb der Sichtweite ist verboten. Wichtig auch: Vor dem ersten Flug müssen Sie eine Haft­pflicht­versicherung abschließen, die vor finanziellen Folgen schützt, wenn beim Drohnenfliegen fremde Güter zu Schaden kommen. Das ist Pflicht. Es muss nicht zwingend eine spezielle Drohnen­versicherung sein, oftmals deckt bereits die bestehende private Haftpflichtversicherung den Bereich ab. Das sollten Sie prüfen. Dies sind jedoch nur einige von zahlreichen Vorgaben – vor dem Drohnenflug sollten Sie also unbedingt die Webseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ansteuern, die detaillierte Auskunft gibt.

Test-Fazit DJI Mavic Mini: Ein Überflieger?

Ultrakompakt, vergleichsweise günstig, leicht zu bedienen, sehr gute Flugeigenschaften – das sind DJIs Zutaten für die perfekte Einstiegs-Drohne. Und nicht zu vergessen: die tolle Aufnahmequalität, die der 1/2,3 Zoll große Sensor liefert. Obwohl Mavic-Mini-Piloten auf die 4K-Auflösung verzichten müssen, fallen die Ergebnisse beeindruckend aus. Mit ein bisschen Nachbearbeitung sind Unterschiede zu den Aufnahmen teurerer Modelle kaum zu erkennen – vor allem bei Full-HD-Auflösung, bei der die Szenen besonders sanft mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde über die Mattscheibe flimmern. Profis dürften jedoch Details wie den Follow-Me-Modus vermissen, dank dem die Drohne einem Objekt selbsttätig folgt. Schade ist auch, dass der Mini ein interner Speicher (oder ein beigelegtes Speichermedium) fehlt, sodass eine microSD-Speicherkarte zum Pflichtkauf wird.

Testergebnis
ProduktnameDJI Mavic Mini
HerstellerDJI
Preis400 €
Webseitehttps://www.dji.com/de
Pro
  • kompakt und leicht
  • sehr gute Videoqualität
  • einsteigerfreundliche App
  • sehr gutes Preis-Leitungs-Verhältnis
Contra
  • kein 4K-Video
  • kein eigener Gerätespeicher, Kauf einer microSD-Karte nötig
  • keine Follow-Me-Funktion (Verfolgungsmodus)
SystemvoraussetzungeniOS 10.0 oder höher, Android 6.0 oder höher
Bewertung
1.8
gut
 

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>>oftmals deckt bereits die bestehende private Haftpflichtversicherung den Bereich ab<<
Das stimmt so nicht. SEHR wenige private Haftpflichtversicherungen decken den "Modellflug" ab - und nichts Anderes ist das hier.
Weiter ist der Betrieb über Wohngrundstücken verboten da das LFZ in der Lege ist "optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen". Darauf sollte meiner Meinung nach auch hingewiesen werden.
Weiter wären Hinweise auf die "Panoramafreiheit" (die wiederum die Nutzung der Maveric an vielen Orten einschränkt) und das Recht am eigenen Bild sinnvoll.

Vielen Dank für den Kommentar! Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht - was die Vorgaben angeht, ist der Artikel nicht vollständig. Hierbei handelt es sich allerdings auch um einen Testbericht zu einer Drohne - und NICHT um einen allgemeinen Drohnen-Ratgeber mit Anspruch auf Vollständigkeit bezüglich aller gesetzlichen Vorgaben. Daher wurden die Reglementierungen auch nur angeschnitten und auf die Webseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hingewiesen.

Haftpflicht: 70 € pro Jahr

Gute Drohne einziges Manko, Distanz ist viel zu gering. Bin über den See geflogen und bei 1200 Meter war fertig. Sie kommt alleine wieder zurück