Der Denon Home 400 tritt ein schweres Erbe an. Er ersetzt den Home 250 und positioniert sich mit einem Preispunkt von 499 Euro genau dort, wo die Luft dünn wird. Während der kleine Bruder, der Home 200, Dolby Atmos lediglich virtualisiert, klotzt der 400er mit echter Hardware. Zwei nach oben gerichtete 1-Zoll-Treiber schießen den Schall gegen die Decke und lassen den Hörer in eine dreidimensionale Klangblase eintauchen.
Das Gehäuse ist eine haptische Freude: Massives Aluminium trifft auf eine hochwertige Stoffbespannung. Dass Denon die gläsernen Touchpanels der Vorgänger gegen physische Tasten getauscht hat, mag im ersten Moment wie ein Rückschritt wirken, entpuppt sich im Alltag jedoch als Segen gegen Fingerabdrücke. Wer will schon ständig das Mikrofasertuch schwingen, wenn er eigentlich nur schnell eine der drei Quick-Select-Tasten drücken möchte, um seinen Lieblings-Radiosender zu starten?
Musikalität trifft auf Präzision
Klanglich ist der Home 400 ein Feingeist mit Bizeps. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Klangbild deutlich aufgeräumter und musikalischer. Mit seinen sechs Treibern und einer Leistung von 90 Watt füllt er mühelos mittelgroße Räume, ohne ins Schwitzen zu geraten. Besonders beeindruckend ist die Performance bei Dolby Atmos-Titeln. Wo andere Smart-Speaker oft nur einen „Soundbrei“ servieren, differenziert der Denon Instrumente so präzise, dass man die Saiten der Gitarre förmlich schwingen sieht.
Der Bassbereich profitiert von zwei 4,5-Zoll-Treibern, die für ein ordentliches Fundament sorgen, ohne dabei die Mitten zu erdrücken. In unseren Hörtests blieb der Bass stets „knackig und schnell“, während Konkurrenten wie Sonos oft zur Effekthascherei neigen.
Der Apfel im japanischen Korb
Für Mac-Nutzer ist die Integration in das Apple-Ökosystem entscheidend. Dank AirPlay 2 lässt sich der Home 400 nahtlos vom iPhone oder dem MacBook ansteuern. Doch hier zeigt sich auch die einzige echte „Kante“ im sonst so runden Design: Die Sprachsteuerung Siri funktioniert zwar, benötigt aber zwingend einen HomePod im selben Netzwerk als Brücke. Der Home 400 hat zwar Mikrofone an Bord, fungiert aber eher als verlängerter Arm Apples.
Gleichwohl: Im Vergleich zum klassischen HomePod (349 Euro) bietet der Denon Home 400 deutlich mehr Konnektivität. Ein physischer AUX-Eingang für den Plattenspieler und eine USB-C-Buchse für lokale Speichermedien sind Argumente, die man in Cupertino vergeblich sucht. Zudem ist er ein echter Stereo-Spezialist in einem Gehäuse, während der HomePod konstruktionsbedingt eher auf 360-Grad-Abstrahlung setzt.
Fazit
Der Denon Home 400 ist die wohlüberlegte Wahl für alle, denen ein HomePod zu eingeschränkt und ein ausgewachsenes HiFi-System zu sperrig ist. Er ist der Architekt des Wohlklangs, der sich dezent im Hintergrund hält, bis der erste Ton erklingt. Die Siri-Einschränkung schmerzt ein wenig, wird aber durch die überragende Musikalität und die Atmos-Fähigkeiten wettgemacht.
| Produktname | Home 400 |
|---|---|
| Hersteller | Denon |
| Preis | 499 € |
| Webseite | www.denon.com |
| Pro |
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| Contra |
|
| 1,5sehr gut |










