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Apples neue Outdoor-Uhr

Apple Watch Ultra 4 im Test: Außen vertraut, innen runderneuert

Äußerlich gleicht die Apple Watch Ultra 4 ihrer Vorgängerin aufs Haar. Doch es gibt Neues, etwa den verbesserten Pulssensor, den neuen S11-Chip und einen 50-Stunden-Akku – reicht das für ein Upgrade?

Von   Uhr
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Manch eine Neuheit erkennen nur Eingeweihte: den neuen Jahrgang eines Rieslings etwa oder die Frisur eines Nachrichtensprechers nach dessen Sommerurlaub. Die Apple Watch Ultra 4 gehört auf den ersten Blick in ebenjene Kategorie, überrascht dann aber doch noch.

Herbst-Angebot

Suchbild für Fortgeschrittene: Ultra 2, Ultra 3 und Ultra 4 (von links) konnten wir von außen kaum auseinanderhalten.
Suchbild für Fortgeschrittene: Ultra 2, Ultra 3 und Ultra 4 (von links) konnten wir von außen kaum auseinanderhalten. (Bild: Stefan Molz)

Wer die drei jüngsten Generationen nebeneinanderlegt, blickt auf ein Suchbild ohne Lösungsheft. Ultra 3 und Ultra 4 teilen sich das 49-Millimeter-Titangehäuse in Natur oder Schwarz, die Wasserdichtigkeit bis 100 Meter und den Tiefenmesser bis 40 Meter. Die Ultra 2 verrät sich allenfalls durch ihr etwas kleineres Display. Wir haben die Ultra 4 mehrere Wochen getragen, zeitweise parallel zu ihrem direkten Vorgänger. Die Neuerungen sitzen dort, wo niemand hinschaut: auf der Unterseite, sprich im Sensorsystem, und im Inneren beim Chip.

Der neue Pulssensor

Apple nennt die neue Sensorrückseite „System zur Gesundheitserkennung“. Und tatsächlich bietet die Phalanx an Sensoren mehr als nur einen Pulsmesser. Zum System gehören eine größere Elektrodenfläche für das EKG, ringförmig angeordnete Fotodioden sowie größere und effizientere grüne LEDs. Im Hintergrund misst die Uhr den Puls jetzt alle fünf Sekunden statt nur alle fünf Minuten – laut Apples Zahlen ganze 60-mal häufiger als zuvor. Dabei erfasst die Uhr auch die Herzfrequenzvariabilität (HFV). HFV beschreibt die natürliche Schwankung der Abstände zwischen zwei Herzschlägen: Die HFV misst die Ultra 4 bis zu 24-mal häufiger, also rechnerisch etwa alle fünf Minuten statt alle zwei Stunden.

Der kleine Unterschied? Findet sich „unten“: Die Ultra 4 trägt ebenso wie die Series 12 das neue System zur Gesundheitserkennung.
Der kleine Unterschied? Findet sich „unten“: Die Ultra 4 trägt ebenso wie die Series 12 das neue System zur Gesundheitserkennung. (Bild: Stefan Molz)

Mit der neuen Herzfrequenz-Komplikation auf dem Zifferblatt läuft der eigene Puls somit fast wie der Sekundenzeiger mit. Im Test machte uns der ständige Blick auf den eigenen Puls eher nervös, quasi in Analogie zum Weißkittelsyndrom. Wichtiger ist: Die Uhr misst häufiger, und das dichtere Datennetz erlaubt genauere Aussagen über Qualität und Effizienz eines Trainings, aber auch über gesundheitliche Trends.

Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht den genauesten Pulssensor unter den Wearables für sich beanspruchen würde. Als Beleg dient eine eigene Studie. Ein Polar-H10-Brustgurt diente dort als Referenz, die Konkurrenz stellten Garmin, Google, Samsung, Huawei, Oura und Whoop. Die Studie ist logisch aufgebaut und die Ergebnisse nachvollziehbar. Beim Lesen fallen allerdings zwei Dinge auf – abgesehen davon, dass die Probanden die Series 12 am Handgelenk trugen, nicht die Ultra 4. Das Durchschnittsalter lag bei recht jungen 39 Jahren, Menschen mit Betablockern schloss Apple aus. Unser Fazit: Als Pulssensor ist die Apple Watch sehr gut, der Superlativ bleibt aber Herstellersache. Gerne hätten wir den Kreis der Studienteilnehmenden um ältere und gerade auch potenziell kranke Menschen erweitert gesehen.

Armbänder für die Apple Watch Ultra

Trail Loop

Das Trail Loop sitzt sehr bequem und passt sich per Klettverschluss mit Zuglasche stufenlos an. Das An- und Ablegen dauert Sekunden, und es lässt sich zudem einfach waschen – was bei einer Sportuhr zählt. Dazu kommen reflektierende Ränder. Die Farben der Saison: Dunkelumbra, Sand, Burgunder sowie Blau/Schwarz, der Preis: 99 Euro.

Alpine Loop

Das Alpine Loop ist zweilagig und nahtlos gewebt, sein Verschluss, der G-Haken, besteht aus Titan. Es ist gemacht für Touren, bei denen die Uhr potenziell verloren gehen könnte, und sitzt besonders sicher. Wortwörtlich „der Haken“: Das Anlegen ist nicht ganz so einfach wie etwa beim Trail Loop. Farblich heißt es aktuell zwischen Indigo, Dunkeloliv, Wüstensand und Burgunder zu wählen, der Preis beträgt 99 Euro.

Ocean-Armband

Gemacht für Wassersport, Tauchgänge und alle, die es etwas derber mögen. Das Ocean-Armband ist jetzt aus halbtransparentem Silikon gefertigt. Titanschnalle und verstellbare Schlaufe halten auch bei schnellem Wassersport. Eine Verlängerung für dicke Neoprenanzüge ist optional und kostet zusätzlich 49 Euro. Die Auswahl in diesem Modelljahr: Grau, Seegrasgrün, Schwarz, der Preis auch hier 99 Euro.

Milanaise-Armband aus Titan

Schick statt Schlamm: Mit dem Milanaise-Armband aus Titan lässt sich die Ultra auch zu formelleren Anlässen tragen.
Schick statt Schlamm: Mit dem Milanaise-Armband aus Titan lässt sich die Ultra auch zu formelleren Anlässen tragen. (Bild: Stefan Molz)

Unsere Empfehlung, wenn es schicker sein soll. Die gröberen Glieder passen hervorragend zum kernigen Auftritt der Ultra, die Länge lässt sich exakt anpassen, die Faltschließe im Fallschirm-Stil öffnet und schließt flott. Passend zur Ultra in Natur und Schwarz, 199 Euro einzeln, 999 Euro mit Uhr in passender Farbe.

Hermès

Hermès kombiniert die Ultra 4 ausschließlich mit einem Gehäuse in Titan Natur. Die Bänder En Mer und Scub'H Diving erhalten neue Farben, zusammen mit der Uhr kosten sie 1.699 Euro. Neu ist das Titan-Gliederarmband Grand H Titane, der Paketpreis: stolze 3.499 Euro.

Das neue Morgenorakel

Die neue Tagesform-App gibt es nur auf Ultra 4 und Series 12. Sie verdichtet Aktivität samt Trainingsbelastung, die Vitalzeichen bei Tag und Nacht sowie den Schlafindex zu einem Wert zwischen 0 und 10. Das ist sinnvoll, denn zwischen all den erhobenen Werten fällt es mitunter schwer, Entscheidungen abzuleiten. Vier Stufen übersetzen die Zahl daher in eine konkrete Empfehlung: „Erholen“ (0–1), „Kräfte einteilen“ (2–4), „Bereit“ (5–7) und „Leg los“ (8–10). Über den Tag passt sich der Wert an Aktivität, Tagespuls und Nickerchen an. Das Sofa am Sonntagnachmittag erfährt damit seine späte, offizielle Anerkennung. Ein anstrengendes Training kann den Wert dagegen zunächst drücken.

Eine zentrale Rolle bei der Tagesform spielt die HFV bei Erholung. Der sogenannte RMSSD-Wert erfasst, wie stark aufeinanderfolgende Herzschlagabstände schwanken, und gilt als ein Indikator für Erholung. Den ersten Wert liefert die Uhr nach mindestens sieben Nächten am Handgelenk. Die Tagesform-App zeigt zudem, welcher Bereich den gerade angezeigten Wert angehoben oder gedrückt hat. Auf dem iPhone erscheint der Tagesformwert in der Fitness-App. Die Vitalzeichen-App auf der Watch bietet nun eine Tagesansicht mit Puls und HFV und stuft die Messwerte als typisch, günstig oder abweichend ein. Wie jede Wellness-Funktion ersetzt die Tagesform laut Apple keine ärztliche Einschätzung, gerade bei Vorerkrankungen oder Medikamenten.

Eine kurze Geschichte der Zeit

Ultra | 2022 | 999 Euro | S8

Erste Outdoor-Uhr von Apple: 49-Millimeter-Titangehäuse, 2.000 Nits, bis 36 Stunden Akku, Zweifrequenz-GPS, Sirene für Notfälle

Ultra 2 | 2023 | 899 Euro | S9

3.000 Nits für gute Ablesbarkeit in praller Sonne, Doppeltipp für einhändige Bedienung, Siri direkt auf der Uhr

Ultra 3 | 2025 | 899 Euro | S10

Größeres Display bei gleicher Gehäusegröße, Notruf SOS via Satellit auch in Deutschland, 5G und bis 42 Stunden Akku

Ultra 4 | 2026 | 899 Euro | S11

Tagesform empfiehlt „Erholen“ oder ein „Leg los“, maximal verlängertes Training zeichnet bis 45 Stunden auf, 50 Stunden Akku

Die Tagesform deckte sich meist mit unserem Gefühl. Wir landeten überwiegend im Mittelfeld, selten ganz unten und nur vereinzelt dort, wo uns die Uhr Olympia zutraute. Alles in allem erscheint uns die Tagesform aber als sinnvolle Verdichtung mehrerer Messwerte und vermittelt das Gefühl, mehr von den vielen Sensoren in der Apple Watch zu profitieren.

Die Probe aufs Ladekabel

Die Paradedisziplin der Apple Watch Ultra war schon immer ihre Ausdauer. Laut Apple hält die 4. Generation nun bei normaler Nutzung 50 Stunden durch. Die Ultra 3 kam auf 42 Stunden, die Ultra 2 auf dem Papier auf 36. Im Stromsparmodus verspricht Apple gar 84 Stunden. In unserem Alltag mit Schlaftracking, Mitteilungen und einem sehr überschaubaren Trainingspensum erreichte die neue Ultra 4 wiederholt zwei volle Tage und Nächte am Handgelenk – das ist ein sehr guter Wert. Bis zur Abschaltung leer laufen ließen wir die Uhr im Testzeitraum nur einmal – nach 52 Stunden. Dass unser einziger Volllauf Apples Angabe sogar übertraf, stärkt das Vertrauen in die Herstellerzahlen. Dazu kommt flottes Schnellladen: Mit dem beigelegten neuen Schnellladekabel (Modell A3277) und Apples Dynamic Power Adapter, der auch unser iPhone 18 Pro Max lädt, war die Uhr nach 20 Minuten an der Strippe fit für einen weiteren Tag. Bei uns hat sich eine ähnliche Ladestrategie etabliert wie bei einem E-Auto: Es lohnt sich, immer dann zu laden, wenn sich die Gelegenheit ergibt – mit einer Ladegelegenheit in der Nähe der Dusche und des Schreibtischs liefen wir in drei Generationen der Apple Watch Ultra noch nie in einen leeren Akku.

Für lange Touren bietet die Apple Watch Ultra 4 dank watchOS 27 zwei besonders ausdauernde Trainingsmodi. „Verlängertes Training“ ermöglicht laut Apple bis zu 25 Stunden Trainingsaufzeichnung, „maximal verlängertes Training“ sogar bis zu 45 Stunden. Beide aktivieren den Stromsparmodus und schalten damit das Always-on-Display aus. Das präzise Zweifrequenz-GPS bleibt ebenso aktiv wie die kontinuierliche Herzfrequenzmessung. Allerdings verzichtet „Verlängertes Training“ auf die Laufform-Messwerte, „maximal verlängertes Training“ zusätzlich auf Mitteilungen, Zwischenzeiten und weitere Trainingsdaten. Hand aufs Herz: Getestet haben wir die verlängerte Trainingsaufzeichnung mangels Gelegenheit (und Kondition) nicht.

Standpunkt von Stefan Molz

Die Steilwand heißt Schreibtisch

Mein Basislager ist in aller Regel mein Bürostuhl, mein höchster Gipfel der Dachboden. Und doch trage ich die Ultra statt der Series. Sie wirkt maskuliner, robuster, ein bisschen wie ein Werkzeug. Taucheruhren tragen ja auch überwiegend Menschen, die nie tauchen.

Ihre Expeditionsausstattung erweist sich zudem als erstaunlich zivil. Die Sirene verschafft auch auf dem nächtlichen Parkplatz Gehör. Der Satelliten-Notruf springt ein, wenn im Funkloch zwischen zwei Dörfern kein einziger Balken mehr leuchtet. Auf der sonnigen Terrasse bleibt das Display lesbar, während andere Uhren nur noch den Himmel spiegeln. Zwei Tage Akku bedeuten ein Wochenende ohne Ladekabel. Und die Sturz- und Unfallerkennung beruhigt nicht nur Bergsteiger, sondern auch deren Angehörige. Mir wollte sie übrigens auch schon Hilfe rufen – unbegründet, aber immerhin weiß ich jetzt, dass sie nicht schläft. Die Aktionstaste belege ich gerade mit dem, was ich tatsächlich brauche: Taschenlampe, Stoppuhr oder ein Kurzbefehl. Für mich steht unter dem Strich: Die Ultra ist ein Extremsportgerät, das sein Glück im Normalbetrieb findet. Ein bisschen wie ihr Träger.

Von Sport und Outdoor

Beim GPS empfängt die Ultra 4 die Frequenzbänder L1 und L5. L1 ist das klassische GPS-Signal, L5 ein moderneres und störungsärmeres Band. Zusammen verbessern sie die Ortung zwischen Hochhäusern und in engen Tälern. Mit der Ultra 4 aufgezeichnete Tracks zeigten sich bei ausgedehnten Spaziergängen im Wald, aber auch in Innenstädten, als sehr genau – wir zumindest würden in den meisten Situationen mit einer Apple Watch Ultra am Handgelenk auf einen dedizierten GPS-Tracker verzichten.

Die Tagesform in einer Zahl: Die Tagesform-App zeigt auf einer Skala von 0 bis 10, wie viel Belastung heute drin ist.
Die Tagesform in einer Zahl: Die Tagesform-App zeigt auf einer Skala von 0 bis 10, wie viel Belastung heute drin ist. (Bild: Stefan Molz)

Praktisch ist einmal mehr die Aktionstaste, die das Ultra-Modell der Series 12 und der SE 3 noch immer voraus hat. Sie startet wahlweise etwa ein Training, die Stoppuhr, verwandelt das Display in eine kleine Taschenlampe oder startet einen Kurzbefehl – im Notfall macht langes Drücken der Aktionstaste die Uhr zur erstaunlich lauten Sirene.

Der Weg ist bekanntlich das Ziel, und auch dafür bringt die Ultra eigene Werkzeuge mit: Backtrack in der Kompass-App zeichnet die Strecke per GPS auf und führt abseits bekannter Orte zurück, Apple Karten gibt haptische Abbiegehinweise ans Handgelenk. Wer die Ultra 4 in der Eifel statt im Yosemite-Nationalpark ausführt, muss auf topografische Karten und vorgeschlagene Wanderungen verzichten, denn beides bietet Apple Karten weiterhin nur in den USA (Topo-Karten zusätzlich in Japan) an, während hierzulande lediglich selbst angelegte Routen offline aufs Handgelenk wandern. Detaillierte Karten mit Höhenlinien und Routenführung liefern indes Drittanbieter-Apps wie WorkOutDoors.

Outdoor-tauglich ist auch die Bedienung mit Handschuhen: Einerseits können Gesten und Siri hier helfen, andererseits ist das Treffen von Tasten mit gängigen Smartphone-tauglichen Handschuhen weniger Geduldsprobe, als man denken möchte.

Das ist der S11-Chip

Erstmals seit 2023 arbeitet in der Apple Watch wieder ein Chip mit neuer Architektur. Der S11 übernimmt CPU, GPU und Neural Engine in abgespeckter Form vom A20 Pro des iPhone 18 Pro. Die CPU besitzt zwei Effizienzkerne samt Neural Accelerator. Dazu kommen ein GPU-Kern und eine Neural Engine mit vier Kernen. Das S11-SiP bringt zudem 64 Gigabyte Festspeicher mit.

Spürbar wird der Fortschritt vor allem durch einen stromsparenden Always-on-Prozessor. Er erfasst den Puls rund um die Uhr alle fünf Sekunden und die Herzfrequenzvariabilität bis zu 24-mal häufiger als bisher. Mit diesen Daten berechnet die Uhr den Tagesform-Wert. Ein hardwareisolierter Bereich des Chips verarbeitet Mikrofondaten und löscht sie sofort wieder. Davon profitiert etwa die Geräuscherkennung. Ein neuer Schrittzähler auf Basis von maschinellem Lernen zählt Schritte genauer und misst Strecken auf dem Laufband präziser.

Live Rewind und Siri Recap setzen den S11 voraus, stehen in der EU aber vorerst nicht zur Verfügung.

Neu bei der Ultra 4 ist zudem die Geräuscherkennung. Diese gab es zuvor schon auf der Apple Watch, spiegelte dort aber nur, was das verbundene iPhone erkannte. Sirenen, Türklingeln oder Babygeschrei erkennt die Uhr nun autark – die Sorge, sie könnte zum Hirtenjungen aus der Fabel werden, ist unbegründet, grundlos schlug die Ultra 4 in mehreren Wochen des Tragens nie Alarm.

Auf unserem Zifferblatt aktualisiert die Herzfrequenz-Komplikation den Puls im Hintergrund alle fünf Sekunden, daneben zählt die Schritte-Komplikation in Echtzeit mit.
Auf unserem Zifferblatt aktualisiert die Herzfrequenz-Komplikation den Puls im Hintergrund alle fünf Sekunden, daneben zählt die Schritte-Komplikation in Echtzeit mit. (Bild: Stefan Molz)

Für wen sich der Umstieg lohnt

Wer noch die erste Ultra trägt, hat es am einfachsten: watchOS 27 unterstützt diese Uhr nicht mehr, der Umstieg liegt nahe, um von den neuen Funktionen softwareseitig zu profitieren. Von der Ultra 2 lohnt der Sprung ebenfalls, denn auch hier fällt der Unterschied groß aus: Der Akku hält länger, dazu gibt es den neuen Sensor und die sinnvolle „Tagesform“. Bei der Ultra 3 sieht die Rechnung anders aus. Der dichtere Pulstakt und die Tagesform sind dicke Pluspunkte, aber keine Funktionen, die ein Upgrade nach nur zwölf Monaten rechtfertigen würden.

Bleibt die Frage: Ultra 4 oder Series 12? Die Series 12 ab 449 Euro nutzt denselben Sensor und denselben Chip und beherrscht die Tagesform ebenso, kostet als 42-Millimeter-Modell ohne Mobilfunk aber nur die Hälfte, mit Mobilfunk und 46-Millimeter-Gehäuse 619 Euro. Dafür fehlen ihr das Zweifrequenz-GPS und die Satellitenkommunikation; sie leuchtet mit 2.000 statt 3.000 Nits – so heißt die Einheit der Leuchtdichte –, kommt nur in teuren Konfigurationen mit kratzfesterem Saphirglas und hält laut Apple lediglich 24 statt 50 Stunden durch. Für Gesundheit und Alltag genügt die Series 12. Wer wandert, taucht oder schlicht ungern lädt, greift zur Ultra. Die sieht unserer Meinung nach auch deutlich besser aus. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten …

Diese Funktionen fehlen

Siri AI startet in der EU laut Apple wegen des Digital Markets Act nicht auf iPhone, iPad und Apple Watch. Nur Mac und Vision Pro erhalten sie hierzulande. Daran hängen auf der Apple Watch auch die Funktionen Live Rewind und Siri Recap. Beide erscheinen Ende 2026 als englische Beta, setzen ein iPhone 16 oder neuer mit Apple Intelligence (ausgenommen iPhone 16e) voraus und erreichen die EU vorerst ebenfalls nicht. Die neue Health-App mit „Gesundheitsalter“ startet erst später im Jahr und nur auf US-Englisch, Workout Buddy spricht weiterhin nur Englisch und Spanisch. Ab Start funktionierten bei uns aber Geräuscherkennung, Shazam, Tagesform und die Pulsmessung im Fünf-Sekunden-Takt.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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Fazit

Die Ultra 4 verbessert das, was im Alltag zählt: Sensor, Akku und Ladetempo. Wer die erste Ultra oder die Ultra 2 trägt, profitiert deutlich vom Umstieg – und auch ohne Extremsportambitionen ist sie eine Alternative zur Series 12.

Testergebnis
ProduktnameApple Watch Ultra 4
HerstellerApple
Preis899 €
Webseitewww.apple.com/de
Pro
  • + echte 50 Stunden Akkulaufzeit
  • + schnelles Laden
  • + sehr guter Pulssensor
  • + genaues Zweifrequenz-GPS
  • + helles Display
  • + Satellitenkommunikation
  • + Tagesform als hilfreiche Einschätzung
Contra
  • - verlängertes Training nur in Apples Trainings-App
  • - mehrere Funktionen mit Siri-AI-Bezug in Deutschland nicht verfügbar
Bewertung
1,2sehr gut

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